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BGH·5 ARs 24/23·25.10.2023

Verwerfung von Beschwerden und Ablehnung von PKH nach §§23 ff. EGGVG

VerfahrensrechtZivilprozessrechtKostenrechtVerworfen

KI-Zusammenfassung

Der Beschwerdeführer wandte sich gegen einen Beschluss des Kammergerichts nach §§ 23 ff. EGGVG und beantragte zugleich Prozesskostenhilfe für das Beschwerdeverfahren. Der BGH verwirft die Beschwerden als unzulässig, weil die Rechtsbeschwerde vom Kammergericht nicht zugelassen war und diese Nichtzulassung nicht anfechtbar ist. Die Zustellung eines Antrags des Generalbundesanwalts scheiterte an verschlossener Anschrift, wofür der Antragsteller selbst verantwortlich war. Der Antrag auf Prozesskostenhilfe wird zurückgewiesen; es fehlen die gesetzlichen Voraussetzungen und Erfolgsaussichten.

Ausgang: Beschwerden des Antragstellers als unzulässig verworfen; Antrag auf Prozesskostenhilfe für das Beschwerdeverfahren zurückgewiesen

Abstrakte Rechtssätze

1

Die Rechtsbeschwerde gegen einen Beschluss ist unzulässig, wenn die Vorinstanz die Rechtsbeschwerde nicht ausdrücklich zulässt und die Nichtzulassung nicht anfechtbar ist.

2

Beschwerden gegen die Ablehnung der Bewilligung von Prozesskostenhilfe sind nach § 29 Abs. 4 EGGVG in Verbindung mit § 127 Abs. 2 Satz 2, § 567 Abs. 1 ZPO unzulässig.

3

Die fehlgeschlagene Zustellung eines Antrags Dritter an die vom Beteiligten angegebene, aber verschlossene Anschrift hindert die Entscheidung des Gerichts nicht, wenn der Beteiligte seine Anhörung bzw. Zustellung selbst unmöglich gemacht hat.

4

Die Bewilligung von Prozesskostenhilfe für ein Beschwerdeverfahren setzt die Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen (vgl. § 29 Abs. 4 EGGVG i.V.m. § 114 Abs. 1, § 117 Abs. 2 ZPO) sowie hinreichende Erfolgsaussichten der Verfolgung voraus.

Zitiert von (2)

2 zustimmend

Relevante Normen
§ 23 ff. EGGVG§ 29 Abs. 4 EGGVG in Verbindung mit § 127 Abs. 2 Satz 2, § 567 Abs. 1 ZPO§ 29 Abs. 4 EGGVG in Verbindung mit § 114 Abs. 1 Satz 1, § 117 Abs. 2 Satz 1 ZPO

Vorinstanzen

vorgehend KG Berlin, 15. März 2023, Az: 6 VAs 12/22

Tenor

Die Beschwerden des Antragstellers gegen den Beschluss des Kammergerichts vom 15. März 2023 werden auf seine Kosten als unzulässig verworfen.

Der Antrag des Beschwerdeführers auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe für das Beschwerdeverfahren wird zurückgewiesen.

Gründe

1

1. Das Kammergericht hat mit Beschluss vom 15. März 2023 einen Antrag des Betroffenen auf gerichtliche Entscheidung nach §§ 23 ff. EGGVG gegen einen Bescheid des Bundesamtes für Justiz vom 29. Oktober 2021 in Gestalt des Bescheides des Bundesministeriums der Justiz vom 12. Juli 2022 verworfen. Zugleich hat es einen Antrag des Betroffenen auf Gewährung von Prozesskostenhilfe verworfen. Dagegen wendet sich der Betroffene mit seinen am 17. April 2023 erhobenen Beschwerden, für die er zugleich Prozesskostenhilfe beantragt.

2

2. Die Beschwerden haben keinen Erfolg. Zwar konnte der diesbezügliche Antrag des Generalbundesanwalts dem Beschwerdeführer nicht zugestellt werden, da das an der von ihm angegebenen Anschrift befindliche Gelände laut Postzustellungsurkunde verschlossen war. Dies hindert eine Entscheidung des Senats aber nicht, weil der Antragsteller selbst seine Anhörung unmöglich gemacht hat (vgl. BGH, Beschlüsse vom 20. Juli 2021 – 5 ARs 19/21; vom 2. März 2022 – 5 ARs 8/21).

3

Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss vom 15. März 2023 ist unzulässig, weil das Kammergericht darin die Rechtsbeschwerde nicht ausdrücklich zugelassen hat und die Nichtzulassung ihrerseits nicht anfechtbar ist (BGH, Beschluss vom 24. Oktober 2022 – 5 ARs 33/22).

4

Auch die gegen die Ablehnung der Bewilligung von Prozesskostenhilfe erhobene Beschwerde erweist sich als unzulässig, § 29 Abs. 4 EGGVG in Verbindung mit § 127 Abs. 2 Satz 2, § 567 Abs. 1 ZPO.

5

3. Die Bewilligung von Prozesskostenhilfe für das Beschwerdeverfahren kommt schon deshalb nicht in Betracht, weil die Voraussetzungen nach § 29 Abs. 4 EGGVG in Verbindung mit § 114 Abs. 1 Satz 1, § 117 Abs. 2 Satz 1 ZPO nicht erfüllt sind; im Übrigen fehlt es an der erforderlichen Erfolgsaussicht der beabsichtigten Rechtsverfolgung.

GerickeKöhlerWerner
MosbacherResch