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Landesarbeitsgericht Köln·11 Ta 292/13·01.12.2013

Aufhebung des Zwangsgeldbeschlusses nach Erfüllung des Vergleichs

ArbeitsrechtIndividualarbeitsrechtZwangsvollstreckungsrechtStattgegeben

KI-Zusammenfassung

Der Beklagte legte sofortige Beschwerde gegen einen Zwangsgeldbeschluss des Arbeitsgerichts ein. Streitgegenstand war die Durchsetzung eines Vergleichs (Erteilung Arbeitszeugnis, Lohnabrechnungen). Das LAG hob den Beschluss auf, da der Beklagte die Vergleichsleistungen nachweislich erfüllt und damit das Rechtsschutzbedürfnis entfallen war. Die Kosten des Zwangsvollstreckungsverfahrens trägt der Beklagte; die Rechtsbeschwerde wurde nicht zugelassen.

Ausgang: Sofortige Beschwerde des Beklagten gegen Zwangsgeldbeschluss als begründet stattgegeben; Beschluss aufgehoben, Kosten trägt Beklagte; Rechtsbeschwerde nicht zugelassen.

Abstrakte Rechtssätze

1

Die Festsetzung von Zwangsmitteln setzt ein fortbestehendes Rechtsschutzbedürfnis voraus; bei Erfüllung der geschuldeten Handlung ist die Festsetzung aufzuheben.

2

Die Nichterfüllung der geschuldeten Handlung ist Tatbestandsvoraussetzung für Zwangsmaßnahmen nach §§ 887, 888 ZPO; der Erfüllungseinwand ist im Beschwerdeverfahren zu berücksichtigen.

3

Wird die geschuldete Leistung während des Beschwerdeverfahrens nachweislich erbracht, entfällt die Grundlage zur Aufrechterhaltung eines bereits angeordneten Zwangsmittels.

4

Die Kostenentscheidung im Zwangsvollstreckungsverfahren richtet sich nach § 97 Abs. 2 ZPO; die Kosten sind derjenigen Partei aufzuerlegen, die das Verfahren veranlasst hat oder zu vertreten ist.

Zitiert von (1)

1 neutral

Relevante Normen
§ 888 ZPO§ 78 Satz 1 ArbGG§ 567 Abs. 1 ZPO§ 793 ZPO§ 887 ZPO§ 97 Abs. 2 ZPO

Vorinstanzen

Arbeitsgericht Köln, 2 Ca 977/13

Leitsatz

Einzelfall

Tenor

Auf die sofortige Beschwerde des Beklagten wird der Zwangsgeldbeschluss des Arbeitsgerichts Köln vom 17.09.2013 – 2 Ca 977/13 - aufgehoben.

Die Kosten des Zwangsvollstreckungsverfahrens trägt der Beklagte.

Die Rechtsbeschwerde wird nicht zugelassen.

Gründe

2

1.              Die sofortige Beschwerde des Beklagten ist zulässig, denn sie ist nach den §§ 78 Satz 1 ArbGG, 567 Abs. 1, 793 ZPO an sich statthaft und gemäß den §§ 78 Satz 1 ArbGG, 569 ZPO form- sowie fristgerecht eingelegt worden.

3

2.              Die Beschwerde ist auch begründet.

4

a)              Eine Zwangsmittelfestsetzung kann nur bei fortbestehendem Rechtsschutzbedürfnis erfolgen. Die Nichterfüllung der geschuldeten Handlung ist im Rahmen des § 888 ZPO ebenso wie bei § 887 ZPO Tatbestandsvoraussetzung (Schuschke/Walker, 5. Auflage, § 888 ZPO Rdn. 20 m.w.N.). Der Erfüllungseinwand ist im Beschwerdeverfahren zu beachten (vgl. z.B.: BGH, Beschl. v. 05.11.2004 - IXa ZB 32/04 – m.w.N.).

5

b)              Der Beklagte hat im Verlaufe des Beschwerdeverfahrens seine Verpflichtungen aus dem Prozessvergleich vom 10.04.2013 – Erteilung des Arbeitszeugnisses sowie der ausstehenden Lohnabrechnungen – nachweisbar erfüllt. Die Aufrechterhaltung der Festsetzung eines Zwangsmittels ist vor diesem Hintergrund nicht mehr geboten.

6

3.              Die Kostenentscheidung beruht auf einer entsprechenden Anwendung § 97 Abs. 2 ZPO.

7

4.              Für die Zulassung der Rechtsbeschwerde fehlt es unter Berücksichtigung der §§ 78 Satz 2, 72 Abs. 2 ArbGG an einem gesetzlich begründeten Anlass. Dieser Beschluss ist daher nicht anfechtbar.