Beschwerde gegen Versagung von PKH für Abänderungsklage wegen Kindesunterhalt abgewiesen
KI-Zusammenfassung
Der Antragsteller wendet sich gegen die Ablehnung von Prozesskostenhilfe für eine Abänderungsklage zum Kindesunterhalt. Zentral ist, ob er hinreichend darlegt, nicht in der Lage zu sein, mindestens den gesetzlichen Mindestunterhalt zu zahlen. Das OLG bestätigt die Entscheidung des Amtsgerichts: der Antragsteller hat seine Zahlungsunfähigkeit nicht substantiiert bewiesen und seine Arbeitsbemühungen sind unzureichend dokumentiert.
Ausgang: Beschwerde gegen die Versagung von PKH für eine Abänderungsklage zum Kindesunterhalt als unbegründet abgewiesen
Abstrakte Rechtssätze
Prozesskostenhilfe für eine Abänderungsklage über Kindesunterhalt ist zu versagen, wenn der Antragsteller nicht substantiiert darlegt, dass er nicht in der Lage ist, zumindest den gesetzlichen Mindestunterhalt zu leisten.
Die Darlegungs- und Beweislast für die Unfähigkeit zur Leistung des Mindestunterhalts trägt der Antragsteller; pauschale oder unzureichend belegt vorgetragene Angaben genügen nicht.
Bei Erwerbslosigkeit sind ausreichende Bemühungen um Wiedererwerb darzulegen; ein dem Vollzeitengagement entsprechender Bewerbungsaufwand ist regelmäßig zu verlangen.
Es gehört zur Darlegungspflicht, Bewerbungen auch unterhalb des Ausbildungsniveaus sowie bei Zeitarbeitsfirmen oder privaten Arbeitsvermittlern in Betracht zu ziehen, wenn sonst die Fähigkeit zur Leistung des Mindestunterhalts bestritten wird.
Vorinstanzen
Amtsgericht Eschweiler, 11 F 264/09
Tenor
Die Beschwerde des Antragstellers wird zurückgewiesen.
Gründe
Die zulässige Beschwerde des Antragstellers hat in der Sache keinen Erfolg.
Zu Recht hat das Amtsgericht Prozesskostenhilfe für die Abänderungsklage insoweit nicht bewilligt, als der Antragsteller für sein minderjähriges Kind noch nicht einmal den Mindestunterhalt zu zahlen bereit ist.
Insoweit verweist der Senat zunächst auf den angefochtenen Beschluss sowie den Nicht-Abhilfebeschluss des Amtsgerichts vom 30.12.2009 und auf das Vorverfahren über den Kindesunterhalt. Nach alledem ist der Antragsteller genau über seine, dem minderjährigen Kind gegenüber bestehende gesteigerte Erwerbsobliegenheit unterrichtet.
Zu Recht geht das Amtsgericht davon aus, dass der Antragsteller bislang nicht substantiiert dargelegt hat, noch nicht einmal in der Lage zu sein, jedenfalls den Mindestunterhalt zu zahlen.
Dass es ihm grundsätzlich möglich ist, in Deutschland so viel zu verdienen, dass er sogar mehr als den Mindestunterhalt zahlen kann, steht fest.
Dass er sich nach der wohl betriebsbedingten Kündigung allerdings ausreichend um eine neue Arbeitsstelle bemüht hat, steht nicht fest.
Nach den von ihm selbst vorgelegten Bewerbungslisten hat er in der Zeit nach seiner Kündigung Ende April 2009 bis Mitte November 2009 75 Bewerbungsschreiben verfasst, monatsdurchschnittlich also 11,5.
Das reicht nach der Rechtsprechung keineswegs aus. Vielmehr ist mindestens ein doppelt so umfangreicher Bewerbungsaufwand zu verlangen, ein Aufwand, der einer vollschichtigen Erwerbstätigkeit entspricht.
Nach seinen eigenen Angaben hat sich der Antragsteller auch noch nicht bei Zeitarbeitsfirmen oder privaten Arbeitsvermittlern bemüht.
Er hat sich bislang nach seinen eigenen Angaben nur als Mineraloge, der in anorganischer Chemie promoviert hat, beworben. Nach seinem Lebenslauf ist er aber auch studierter Geologe.
Das Amtsgericht hat auch darauf hingewiesen, dass er sich gegebenenfalls auch unterhalb seines Ausbildungsniveaus bewerben muss. Selbst wenn sein Einkommen dann geringer sein sollte, ist doch bei einer Unterhaltspflicht für nur ein Kind (Ehefrau und Mutter sind nachrangig) davon auszugehen, dass er jedenfalls den Mindestunterhalt für ein Kind verdienen kann u. U. auch mit Hilfe eines Nebenjobs.
Bislang reichen die Bemühungen des Antragstellers nicht aus, um festzustellen, dass er zur Leistung des Mindestunterhalt nicht in der Lage sein könnte.