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Landgericht Düsseldorf·4 O 229/91·01.04.1996

Patentklage zu Verfahren zur Herstellung von Erythropoietin abgewiesen (4 O 229/91)

Gewerblicher RechtsschutzPatentrechtBiotechnologie/PharmaAbgewiesen

KI-Zusammenfassung

Die Klägerin, Inhaberin einer ausschließlichen Lizenz an einem europäischen Patent zur Herstellung von humanem Erythropoietin, begehrte Durchsetzung der Patentansprüche. Das Landgericht Düsseldorf hat die Klage abgewiesen. Im vorgelegten Auszug sind die Entscheidungsgründe nicht enthalten. Die Klägerin trägt die Kosten; das Urteil ist vorläufig vollstreckbar gegen Sicherheitsleistung.

Ausgang: Klage der Lizenzinhaberin aus EP-Patent zur Herstellung von Erythropoietin abgewiesen; Klägerin trägt die Kosten; Urteil vorläufig vollstreckbar.

Abstrakte Rechtssätze

1

Der Schutzumfang eines Patentanspruchs, der konkrete DNA-Sequenzen benennt, bemisst sich nach den im Anspruch ausdrücklich genannten Merkmalen und deren Auslegung im Kontext der Beschreibung.

2

Zur Durchsetzung eines europäischen Patents hat der Lizenzinhaber substantiiert darzulegen, dass die behauptete Inanspruchnahme die in den Ansprüchen definierten Merkmale erfüllt.

3

Trägt die klagende Partei die Darlegungs- und Beweislast für die Patentverletzung nicht hinreichend, ist die Klage abzuweisen.

4

Die unterliegende Partei trägt in der Regel die Kosten des Rechtsstreits; das Urteil kann gegen Sicherheitsleistung vorläufig vollstreckbar erklärt werden.

Zitiert von (1)

1 zustimmend

Tenor

Die Klage wird abgewiesen.

II.

Die Kosten des Rechtsstreites trägt die

Klägerin.

III.

Das Urteil ist gegen Sicherheitsleistung in

Höhe von 450.000,-- DM vorläufig vollstreckbar

Die Sicherheitsleistung kann auch durch die selbstschuldnerische Bürgschaft einer in der Bundesrepublik Deutschland niedergelassenen und als Zoll- oder Steuerbürgin anerkannten Bank oder öffentlich-rechtlichen Sparkasse erbracht werden.

Tatbestand

2

Die Klägerin ist Inhaberin einer ausschließlichen Lizenz der X an dem europäischen Patent X (Klagepatent, Anlagen Kl, K 1 a), das mit Wirkung auch für Deutschland erteilt worden ist. Das Klagepatent betrifft ein Verfahren für die Herstellung von Erythropoietin (im folgenden EPö).

3

Das Klagepatent wurde unter Inanspruchnahme US-amerikanischer Prioritäten vom 4. Dezember 1994, 3. Januar 1995 und 22. Januar 1985 am 3. Dezember 1995 angemeldet. Die Anmeldung wurde am 30. Dezember 1986 im Patentblatt veröffentlicht; der Hinweis auf die Patenterteilung wurde am 2. Mai 1991 bekannt gemacht.

4

Die in diesem Rechtsstreit interessierenden Ansprüche 15, 17, 18, 20 und 22 des in englischer Sprache abgefaßten Klagepatents lauten:

5

15. A method for the production of human

6

erythropoietin comprising culturing in a suitable medium eucaryotic host cells containing a DNA sequence as shown in Table 4 operatively linked to an expression control sequence, and separating the erythropoietin so produced from the cells and the medium.

7

A method of Claims 14, 15 or 16 wherein the host cells are mammalian cells. A method of claim 17 wherein the mamalian host cells are COS, CHO, C127 or 3T3 cells.

  1. A method of Claims 14, 15 or 16 wherein the host cells are mammalian cells.
  2. A method of claim 17 wherein the mamalian host cells are COS, CHO, C127 or 3T3 cells.
10

22. A method for the production of a pharma-ceutical composition of human erythropoietin comprising:

11

culturing in a suitable medium eucaryotic host cells transformed with a DNA sequence encoding human erythropoietin selected from the group consisting of: the DNA of Table 3; the DNA of Table 4; and the DNA of Table 4 comprising nucleotide "GGTC" fifty nucleotides upstream of the ATG codon engoding -27 Met through nucleotides TGA following the AGA codon encoding the 166 Arg and the DNA of Table 4 comprising the ATG codon encoding -27 Met through nucleotides TGA following the AGA codon encoding the 166 Arg, said sequences operatively linked to an expression control sequence; separating the human erythropoietin so produced from the cells and the medium; and formulating said erythropoietin in conjunction with a pharmaceutically acceptable vehicle.

  1. culturing in a suitable medium eucaryotic host cells transformed with a DNA sequence encoding human erythropoietin selected from the group consisting of: the DNA of Table 3; the DNA of Table 4; and the DNA of Table 4 comprising nucleotide "GGTC" fifty nucleotides upstream of the ATG codon engoding -27 Met through nucleotides TGA following the AGA codon encoding the 166 Arg and the DNA of Table 4 comprising the ATG codon encoding -27 Met through nucleotides TGA following the AGA codon encoding the 166 Arg, said sequences operatively linked to an expression control sequence;
  2. separating the human erythropoietin so produced from the cells and the medium; and
  3. formulating said erythropoietin in conjunction with a pharmaceutically acceptable vehicle.
12

In der deutschen Übersetzung lauten die vorbezeichnet Patentansprüche wie folgt:

13

15. Verfahren zur Herstellung von humanen Erythropoietin, umfassend das Kultivieren von eukaryontischen Wirtszellen in einem geeigneten Medium, die eine DNA-Sequenz gemäß Tabelle 4 enthalten, welche operativ mit einer Expressionskontrollsequenz verknüpft ist, und das Abtrennen des so erzeugten Erythropoietins von den Zellen und dem Medium.

14

17. Verfahren nach Anspruch 14, 15 oder 16, worin die Wirtszellen Säugerzellen sind.

15

18. Verfahren nach Anspruch 17, worin die Säuger-Wirtszellen COS, CHO, C127 oder 3T3-Zellen sind.

16

20. Verfahren nach Anspruch 17, worin die Säugerzellen Chinesischer-Hamster-Ovarien (CHO)-Zellen sind.

17

22. Verfahren zur Herstellung einer pharmazeutischen Zusammensetzung von humanem Erythropoietin, umfassend:

18

(a) Kultivieren von eukaryontischen Wirtszellen in einem geeigneten Medium, die mit einer für humanes Erythropoietin codierenden DNA-Sequenz transformiert sind, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus: der DNA aus Tabelle 3, der DNA aus Tabelle 4 und der DNA aus Tabelle 4, welche die Nukleotide "GGTC" 50 Nukleotide stromaufwärts des für Met -27 codierenden ATG Codons bis einschließlich den Nukleotiden TGA, die dem für Arg 166 codierenden AGA Codon folgen, enthält und der DNA aus Tabelle 4, welche das für Met-27 codierende ATG Codon bis einschließlich den Nukleotiden TGA, die dem für Arg 166 codierenden AGA Codon folgen, enthält, wobei die Sequenz operativ mit einer Expressionskontrollsequenz verkünpft sind.

19

(b) Abtrennen des so erzeugten humanen Erythropoietins von den Zellen und dem Medium; und

20

(c) Formulieren des Erythropoietins in Verbindung mit einem pharmazeutisch vertäglichen Vehikel.

21

Die in Bezug genommene Tabelle 4 ist nachstehend wiedergegeben:

22

X