Streitwertfestsetzung im Steuerverfahren – Anwendung des 25%-Regelpauschsatzes
KI-Zusammenfassung
Das Finanzgericht Düsseldorf setzt den Streitwert auf 151.971,32 EUR fest und erklärt den Beschluss für unanfechtbar. Es legt Grundsätze zur Streitwertermittlung im Steuerverfahren dar: grundsätzlich ist ein pauschaler Prozentsatz anzusetzen, Regelpauschsatz 25 % der strittigen Einkünfte/Gewinn. Abweichungen sind bei ausgewiesenen Gewinnanteilen über 7.500 EUR möglich; der Pauschsatz ist nach dem jeweiligen Einkommensteuertarif (Mittelwert Grund- und Splittingtabelle) zu bestimmen.
Ausgang: Festsetzung des Streitwerts auf 151.971,32 EUR durch das Finanzgericht (Beschluss unanfechtbar)
Abstrakte Rechtssätze
Bei der Streitwertermittlung im Steuerverfahren ist grundsätzlich ein pauschaler Prozentsatz anzusetzen, auch wenn die genaue ertragssteuerliche Auswirkung mitgeteilt wird.
Der Regelpauschsatz beträgt 25 % der strittigen Einkünfte bzw. des strittigen Gewinns und ist grundsätzlich anzuwenden.
Vom Regelpauschsatz ist abzuweichen, wenn bei den Gesellschaftern höhere Gewinnanteile als 7.500 EUR ausgewiesen werden.
Die Höhe des anzusetzenden Pauschsatzes ist nach dem im jeweiligen Streitjahr geltenden Einkommensteuertarif zu bestimmen; dabei ist ein Mittelwert zwischen Grundtabelle und Splittingtabelle zu bilden.
Tenor
Der Streitwert wird auf 151971,32 EUR festgesetzt.
Dieser Beschluss ist unanfechtbar.
Gründe
Bei der Streitwertermittlung ist grundsätzlich ein pauschaler Prozentsatz anzusetzen, auch wenn die genaue ertragssteuerliche Auswirkung mitgeteilt wird vgl. zuletzt den BFH Beschluss vom 27. Mai 2002, XI E 2/02, BFH/NV 2002, 1323.
Der Regelpauschsatz beträgt 25 vom Hundert der strittigen Einkünfte bzw. des strittigen Gewinns, BFH Urteil vom 2. April 1965 VI 24/64,HFR 1965, 517. Dieser Satz ist auch anzuwenden, wenn bei einer der von diesem Rechtsstreit betroffenen Personen zwar ein höherer Prozentsatz angemessen wäre, bei den übrigen Personen jedoch tatsächlich von einer geringeren Steuerbelastung als 25 % auszugehen ist, BFH Beschluss vom 18. Dezember 1985, IV R 67/85, BFH/NV 1986, 296.
Von dem Regelpauschsatz ist abzuweichen, wenn für die Gesellschafter höhere Gewinnanteile als 15.000 DM (7.500 EUR) ausgewiesen werden, vgl. den BFH- Beschluss vom 22. September 1999 IV E 3/99, BFH/NV 2000, 334.
Die Bestimmung des Pauschsatzes hat dann nach dem im jeweiligen Streitjahr geltenden Einkommensteuertarif zu erfolgen, vgl. Niedersächs. FG, Beschluss vom 19. Januar 2001, 11 KO 22/00, EFG 2001, 712. Dabei ist ein Mittelwert zwischen dem Einkommensteuertarif nach der Grundtabelle und dem Einkommensteuertarif nach der Splittingtabelle zu bilden.
Dies führt hier zu folgendem Streitwert:
| Beteiligte | Anteil | laufender Gewinn DM | Steuer nach Grundtabelle DM (%) | Steuer nach Splittingtabelle DM (%) | durchschnittliche steuerliche Auswirkung | Aufteilung der Gewinnänderung DM | Ergebnis DM |
| A | 40% | 737012,94 | 367763 (49,89 %) | 344920 (46,8%) | 48,34% | 329218,40 | 159144,17 |
| B | 11,25% | 492552,54 | 238201 (48,36%) | 215330 (43,71%) | 46,03% | 92592,68 | 42620,41 |
| C | 2 % | - 4653,99 | 0 | 0 | 0 | 16460,92 | 0,00 |
| D | 4% | 51854,74 | 11679 (22,52%) | 7522 (14,5%) | 18,51% | 32921,84 | 6093,83 |
| E | 4% | 51846,56 | 11679 (22,52%) | 7522 (14,5%) | 18,51% | 32921,84 | 6093,83 |
| F | 5% | 85403,89 | 24226 (28,37%) | 17484 (20,05%) | 24,21% | 41152,30 | 9962,97 |
| G | 11,25% | 115522,76 | 38406 (33,25%) | 27282 (23,62%) | 28,44% | 92592,67 | 26333,35 |
| H | 11,25% | 116837,01 | 39078 (33,45%) | 27726 (23,73%) | 28,59% | 92592,67 | 26472,24 |
| I | 11,25% | 70782,55 | 18334 (25,9%) | 13026 (18,4%) | 22,15% | 92592,67 | 20509,27 |
| Streitwert | 297230,07 | ||||||
| Streitwert in EURO | 151971,32 |