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BVerwG·6 B 23/11, 6 B 23/11 (6 C 27/11)·25.08.2011

Revisionszulassung: Erforderlichkeit einer Überprüfung nach § 4 Abs. 3 WaffG bei Jahresjagdschein

Öffentliches RechtWaffenrechtJagdrechtSonstig

KI-Zusammenfassung

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Revision nach § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO zugelassen, da die Rechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung sind. Streitpunkt ist, ob eine Überprüfung nach § 4 Abs. 3 WaffG erforderlich ist, wenn sie ohne personenbezogenen Anlass erfolgte und seit der letzten Regelüberprüfung nur etwa zwei Jahre verstrichen sind. Weiter ist zu klären, welche Wirkung die vorherige Erteilung oder Verlängerung eines Jahresjagdscheins nach § 17 BJagdG auf die Notwendigkeit einer waffenrechtlichen Zuverlässigkeitsprüfung hat.

Ausgang: Revision gemäß § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO wegen grundsätzlicher Bedeutung zugelassen

Abstrakte Rechtssätze

1

Die Revision ist gemäß § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO zuzulassen, wenn die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat und zur Klärung bislang nicht hinreichend entschiedener Rechtsfragen beiträgt.

2

Bei der Anwendung von § 4 Abs. 3 WaffG ist zu prüfen, ob eine waffenrechtliche Überprüfung erforderlich ist, auch wenn sie ohne personenbezogenen Anlass erfolgt und seit der letzten Regelüberprüfung nur ein kurzer Zeitraum verstrichen ist.

3

Die Erteilung oder Verlängerung eines Jahresjagdscheins nach § 17 BJagdG umfasst eine Zuverlässigkeitsprüfung, die bei der Beurteilung der Notwendigkeit einer weiteren waffenrechtlichen Überprüfung zu berücksichtigen ist.

4

Schnittstellen zwischen Waffenrecht und Jagdrecht sind bei Entscheidungen über wiederholte oder parallele Zuverlässigkeitsprüfungen zu beachten; eine bereits erfolgte jagdrechtliche Prüfung kann die Erforderlichkeit zusätzlicher waffenrechtlicher Maßnahmen beeinflussen.

Relevante Normen
§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO§ 4 Abs. 3 WaffG§ 17 Abs. 1 Satz 2 BJagdG

Vorinstanzen

vorgehend OVG Lüneburg, 19. April 2011, Az: 11 LC 255/10, Urteil

Gründe

1

Die Revision ist gemäß § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO wegen grundsätzlicher Bedeutung des Rechtsstreits zuzulassen. Das angestrebte Revisionsverfahren kann zur Beantwortung der bisher in der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts nicht ausreichend geklärten Fragen beitragen, ob eine Überprüfung nach § 4 Abs. 3 WaffG erforderlich ist, wenn sie zum einen ohne personenbezogenen Anlass erfolgte und seit der letzten Regelüberprüfung erst etwa zwei Jahre verstrichen sind sowie zum anderen, wenn dem Überprüften zuvor ein Jahresjagdschein erteilt bzw. verlängert worden ist, welcher ebenfalls eine - hier nicht durchgeführte - Prüfung der Zuverlässigkeit voraussetzt (§ 17 Abs. 1 Satz 2 BJagdG).