Kostenentscheidung nach Hauptsachenerledigung
KI-Zusammenfassung
Die Parteien erklärten die Hauptsache für erledigt. Das Gericht stellte das Verfahren nach § 141 i.V.m. § 125 VwGO ein und erklärte die Vorentscheidungen für wirkungslos. Unter Billigkeitsgesichtspunkten (§ 161 Abs. 2 VwGO) hob es die Gerichtskosten gegeneinander auf, da die Hauptsache schwierige Rechtsfragen aufwarf; außergerichtliche Kosten trägt jede Partei selbst. Eine Streitwertfestsetzung war nicht erforderlich.
Ausgang: Verfahren wegen übereinstimmender Erledigung der Hauptsache eingestellt; Gerichtskosten gegeneinander aufgehoben, außergerichtliche Kosten trägt jede Partei selbst
Abstrakte Rechtssätze
Erklären die Parteien die Hauptsache für erledigt, ist das Verfahren einzustellen und vorinstanzliche Entscheidungen werden wirkungslos (entsprechende Anwendung der einschlägigen Vorschriften).
Über die Kostenentscheidung nach Erledigung der Hauptsache entscheidet das Gericht nach billigem Ermessen gemäß § 161 Abs. 2 VwGO und berücksichtigt den bisherigen Sach- und Streitstand.
Grundsätzlich trägt die Partei die Kosten, die ohne Eintritt des erledigenden Ereignisses voraussichtlich unterlegen wäre; bei der Erledigung entbindet der Grundsatz der Prozesswirtschaftlichkeit das Gericht von einer abschließenden inhaltlichen Prüfung.
Werden in der Hauptsache schwierige oder offenstehende Rechtsfragen deutlich, entspricht es regelmäßig der Billigkeit, die Gerichtskosten gemäß § 155 Abs. 1 Satz 2 VwGO zwischen den Parteien zu teilen.
Ist die Gerichtskostenbelastung in der jeweiligen Verfahrensordnung streitwertunabhängig geregelt, bedarf es für das Beschwerdeverfahren keiner Streitwertfestsetzung.
Vorinstanzen
vorgehend Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 14. März 2018, Az: 3d A 502/17.O, Urteil
vorgehend VG Münster, 30. Januar 2017, Az: 20 K 1957/15.O, Urteil
Gründe
Nachdem die Beteiligten den Rechtsstreit in der Hauptsache übereinstimmend für erledigt erklärt haben, ist das Verfahren gemäß § 141 Satz 1, § 125 Abs. 1 i.V.m. § 92 Abs. 3 Satz 1 VwGO in entsprechender Anwendung einzustellen. Das angegriffene Berufungsurteil und die erstinstanzliche Entscheidung sind wirkungslos (§ 173 Satz 1 VwGO i.V.m. § 269 Abs. 3 Satz 1 ZPO in entsprechender Anwendung).
Über die Kosten des Verfahrens ist unter Berücksichtigung des bisherigen Sach- und Streitstandes nach billigem Ermessen zu entscheiden (§ 161 Abs. 2 VwGO). In der Regel entspricht es der Billigkeit, dem Beteiligten die Kosten aufzuerlegen, der ohne Eintritt des erledigenden Ereignisses voraussichtlich unterlegen wäre. Der in § 161 Abs. 2 VwGO zum Ausdruck kommende Grundsatz der Prozesswirtschaftlichkeit befreit jedoch nach Erledigung des Verfahrens in der Hauptsache das Gericht von dem Gebot, anhand eingehender Erwägungen abschließend über den Streitstoff zu entscheiden. Wirft der in der Hauptsache erledigte Rechtsstreit schwierige Fragen auf, so entspricht es nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts regelmäßig billigem Ermessen, die Verfahrenskosten gemäß § 155 Abs. 1 Satz 2 VwGO zu teilen (BVerwG, Beschlüsse vom 28. Juni 1991 - 1 C 15.89 - RdE 1992, 114, vom 7. Januar 2013 - 8 C 18.12 - und - 8 C 19.12 - n.v., jeweils Rn. 2 und vom 18. April 2017 - 3 C 1.16 - juris Rn. 1). Dies gilt auch im vorliegenden Fall. Der Beklagte hat seine Nichtzulassungsbeschwerde auf die Revisionszulassungsgründe der grundsätzlichen Bedeutung und des Verfahrensfehlers gestützt. Ob die Beschwerde und gegebenenfalls die Revision Erfolg gehabt hätten, wirft Fragen auf, die sich nicht einfach beantworten lassen. Es wäre eine eingehende Prüfung erforderlich, die nach Erledigung der Hauptsache nicht mehr geboten ist und deren Ergebnis nach dem Sach- und Streitstand im Zeitpunkt der Erledigung der Hauptsache auch nicht annähernd absehbar war. Es entspricht daher der Billigkeit, die Kosten des Verfahrens gegeneinander aufzuheben (§ 155 Abs. 1 Satz 2 VwGO). Den Beteiligten fallen damit die Gerichtskosten je zur Hälfte zur Last, ihre außergerichtlichen Kosten tragen sie selbst. Dabei ist mitbedacht, dass dem Kläger Kosten einer anwaltlichen Vertretung nicht entstanden sind.
Einer Streitwertfestsetzung für das Beschwerdeverfahren bedarf es nicht, weil die Gerichtskosten streitwertunabhängig festgesetzt sind (§ 75 Satz 1 LDG NRW i.V.m. Nr. 10, 62 und 63 des Gebührenverzeichnisses zum LDG NRW).