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BVerfG·2 BvR 925/22, 2 BvR 926/22, 2 BvR 1963/22, 2 BvR 1445/22, 2 BvR 1446/22, 2 BvR 1635/22, 2 BvR 1750/22, 2 BvR 1848/22, 2 BvR 1856/22, 2 BvR 1964/22, 2 BvR 1999/22, 2 BvR 2030/22, 2 BvR 2045/22, 2 BvR 2064/22, 2 BvR 2075/22, 2 BvR 2146/22, 2 BvR 2081/22, 2 BvR 2209/22, 2 BvR 119/23·12.06.2023

Nichtannahme mehrerer offensichtlich unzulässiger Verfassungsbeschwerden - Androhung einer Missbrauchsgebühr

Öffentliches RechtVerfassungsrechtVerfahrensrechtVerworfen

KI-Zusammenfassung

Mehrere Verfassungsbeschwerden wurden zur gemeinsamen Entscheidung verbunden und vom Bundesverfassungsgericht nicht zur Entscheidung angenommen. Im einen Verfahren wurde Prozesskostenhilfe und Beiordnung abgelehnt, weil die Rechtsverfolgung keine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet. Das Gericht stellte fest, dass die Annahmevoraussetzungen des §93a Abs.2 BVerfGG offensichtlich nicht vorliegen, verzichtete nach §93d Abs.1 S.3 BVerfGG auf weitere Ausführungen und warnte vor der Verhängung einer Missbrauchsgebühr.

Ausgang: Verfassungsbeschwerden nicht zur Entscheidung angenommen; Antrag auf PKH abgelehnt; Androhung einer Missbrauchsgebühr bei wiederholtem substanzlosem Vorbringen.

Abstrakte Rechtssätze

1

Verfahren können zur gemeinsamen Entscheidung verbunden werden, wenn dies der effizienten Rechtsverfolgung dient.

2

Das Bundesverfassungsgericht nimmt Verfassungsbeschwerden nur dann zur Entscheidung an, wenn die in § 93a Abs. 2 BVerfGG genannten Voraussetzungen erfüllt sind; fehlen diese offenkundig, sind die Beschwerden unzulässig.

3

Das Bundesverfassungsgericht kann bei offenkundiger Unzulässigkeit oder Aussichtslosigkeit nach § 93d Abs. 1 S. 3 BVerfGG von ausführlicher Begründung absehen.

4

Prozesskostenhilfe und Beiordnung eines Rechtsanwalts können versagt werden, wenn die beabsichtigte Rechtsverfolgung keine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet.

5

Bei wiederholter Einreichung für jedermann erkennbar substanzloser Verfassungsbeschwerden oder völlig aussichtsloser einstweiliger Anträge kann nach § 34 Abs. 2 BVerfGG eine Missbrauchsgebühr (bis zu 2.600 Euro) auferlegt werden.

Relevante Normen
§ 23 Abs 1 S 2 BVerfGG§ 34 Abs 2 BVerfGG§ 92 BVerfGG§ 40 Abs. 3 GOBVerfG§ 93a Abs. 2 BVerfGG§ 23 Abs. 1 Satz 2 Halbsatz 1 BVerfGG

Vorinstanzen

vorgehend OLG Koblenz, 26. April 2022, Az: 2 Ws 138/22 Vollz, Beschluss

vorgehend OLG Koblenz, 22. April 2022, Az: 2 Ws 105/22 Vollz, Beschluss

vorgehend LG Koblenz, 24. Januar 2022, Az: 7c StVK 212/21, Beschluss

vorgehend LG Koblenz, 4. März 2022, Az: 7c StVK 10/22, Beschluss

vorgehend OLG Koblenz, 26. April 2022, Az: 2 Ws 123/22 Vollz, Beschluss

vorgehend LG Koblenz, 18. Februar 2022, Az: 7c StVK 13/22, Beschluss

vorgehend OLG Koblenz, 23. Juni 2022, Az: 2 Ws 227/22 Vollz, Beschluss

vorgehend LG Koblenz, 13. Juli 2022, Az: 7c StVK 308/22, Beschluss

vorgehend OLG Koblenz, 18. August 2022, Az: 2 Ws 323/22 Vollz, Beschluss

vorgehend LG Koblenz, 7. Juni 2022, Az: 7c StVK 197/22, Beschluss

vorgehend LG Koblenz, 7. September 2022, Az: 7c StVK 383/22, Beschluss

vorgehend OLG Koblenz, 27. September 2022, Az: 2 Ws 417/22 Vollz, Beschluss

vorgehend LG Koblenz, 24. Juni 2022, Az: 7c StVK 293/22, Beschluss

vorgehend OLG Koblenz, 20. September 2022, Az: 2 Ws 415/22 Vollz, Beschluss

vorgehend LG Koblenz, 13. Juni 2022, Az: 7c StVK 237/22, Beschluss

vorgehend LG Meiningen, 13. Oktober 2022, Az: 4 StVK 754/22, Beschluss

vorgehend LG Meiningen, 12. Oktober 2022, Az: 4 StVK 591/22, Beschluss

vorgehend Thüringer Oberlandesgericht, 6. Oktober 2022, Az: 1 Ws 308/22, Beschluss

vorgehend LG Meiningen, 15. August 2022, Az: 4 StVK 610/22, Beschluss

vorgehend Thüringer Oberlandesgericht, 4. Oktober 2022, Az: 3 Ws 310/22, Beschluss

vorgehend LG Meiningen, 4. August 2022, Az: 4 StVK 376/22, Beschluss

vorgehend Thüringer Oberlandesgericht, 29. September 2022, Az: 3 Ws 314/22, Beschluss

vorgehend LG Meiningen, 28. Juli 2022, Az: 4 StVK 604/22, Beschluss

vorgehend Thüringer Oberlandesgericht, 29. September 2022, Az: 3 Ws 309/22, Beschluss

vorgehend LG Meiningen, 28. Juli 2022, Az: 4 StVK 785/21, Beschluss

vorgehend Thüringer Oberlandesgericht, 29. September 2022, Az: 3 Ws 306/22, Beschluss

vorgehend LG Meiningen, 28. Juli 2022, Az: 4 StVK 692/21, Beschluss

vorgehend OLG Koblenz, 27. September 2022, Az: 2 Ws 431/22 Vollz, Beschluss

vorgehend LG Koblenz, 15. Juli 2022, Az: 7c StVK 252/22, Beschluss

vorgehend LG Meiningen, 19. Oktober 2022, Az: 4 StVK 824/22, Beschluss

vorgehend Thüringer Oberlandesgericht, 18. Oktober 2022, Az: 1 Ws 336/22, Beschluss

vorgehend Thüringer Oberlandesgericht, 18. Oktober 2022, Az: 1 Ws 335/22, Beschluss

vorgehend LG Meiningen, 1. August 2022, Az: 4 StVK 303/22, Beschluss

vorgehend Thüringer Oberlandesgericht, 18. Oktober 2022, Az: 1 Ws 307/22, Beschluss

vorgehend LG Koblenz, 3. November 2022, Az: 7c StVK 440/22, Beschluss

vorgehend LG Koblenz, 20. Oktober 2022, Az: 7c StVK 422/22, Beschluss

vorgehend LG Koblenz, 15. November 2022, Az: 7c StVK 462/22, Beschluss

vorgehend LG Koblenz, 11. November 2022, Az: 7c StVK 455/22, Beschluss

vorgehend LG Koblenz, 11. November 2022, Az: 7c StVK 460/22, Beschluss

vorgehend OLG Koblenz, 3. November 2022, Az: 2 Ws 482/22 Vollz, Beschluss

vorgehend LG Koblenz, 25. August 2022, Az: 7c StVK 205/22, Beschluss

vorgehend LG Koblenz, 30. November 2022, Az: 7c StVK 477/22, Beschluss

vorgehend OLG Koblenz, 17. November 2022, Az: 2 Ws 523/22 Vollz, Beschluss

vorgehend LG Koblenz, 8. September 2022, Az: 7c StVK 15/22, Beschluss

vorgehend LG Koblenz, 2. Dezember 2022, Az: 7c StVK 483/22, Beschluss

vorgehend LG Koblenz, 29. November 2022, Az: 7c StVK 476/22, Beschluss

vorgehend LG Koblenz, 25. November 2022, Az: 7c StVK 474/22, Beschluss

vorgehend LG Koblenz, 25. November 2022, Az: 7c StVK 473/22, Beschluss

Tenor

1. Die Verfahren werden zur gemeinsamen Entscheidung verbunden.

2. Der im Verfahren 2 BvR 1856/22 gestellte Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe und Beiordnung eines Rechtsanwalts wird abgelehnt, weil die beabsichtigte Rechtsverfolgung keine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet.

3. Die Verfassungsbeschwerden werden nicht zur Entscheidung angenommen.

4. Mit der Nichtannahme der Verfassungsbeschwerden werden die in den Verfahren 2 BvR 1750/22, 2 BvR 1964/22, 2 BvR 1999/22, 2 BvR 2030/22, 2 BvR 2045/22, 2 BvR 2064/22, 2 BvR 2075/22, 2 BvR 2146/22, 2 BvR 2081/22 und 2 BvR 2209/22 gestellten Anträge auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegenstandslos (§ 40 Abs. 3 GOBVerfG).

Gründe

1

Die zur gemeinsamen Entscheidung verbundenen Verfassungsbeschwerden sind nicht zur Entscheidung anzunehmen, weil die Annahmevoraussetzungen des § 93a Abs. 2 BVerfGG nicht vorliegen. Die Verfassungsbeschwerden sind unzulässig, da sie den Anforderungen der § 23 Abs. 1 Satz 2 Halbsatz 1, § 92 BVerfGG offensichtlich nicht genügen und eine Grundrechtsverletzung auch sonst nicht ersichtlich ist (vgl. BVerfGE 81, 208 <214>; 88, 40 <45>; 99, 84 <87>; 105, 252 <264>; 108, 370 <386 f.>; 113, 29 <44>; stRspr).

2

Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

3

Der Beschwerdeführer wird für künftige Verfahren erneut darauf hingewiesen, dass ihm bei Vorliegen der Voraussetzungen des § 34 Abs. 2 BVerfGG eine Missbrauchsgebühr von bis zu 2.600 Euro auferlegt werden kann. Ein Missbrauch kann unter anderem vorliegen, wenn das Bundesverfassungsgericht durch für jedermann erkennbar substanzlose Verfassungsbeschwerden oder völlig aussichtslose einstweilige Rechtsschutzanträge an der Erfüllung seiner Aufgaben gehindert wird, wodurch anderen Rechtsuchenden der ihnen zukommende Grundrechtsschutz nur verzögert gewährt werden kann (vgl. BVerfGK 3, 219 <222>; 6, 219 <219 f.>; 10, 94 <97>; BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom 24. Mai 2022 - 2 BvR 386/22 u.a. -, Rn. 4 m.w.N.). Die fortlaufende Erhebung zahlreicher völlig unzureichend begründeter Verfassungsbeschwerden sowie das Stellen nicht nachvollziehbar begründeter einstweiliger Rechtsschutzanträge muss von jedem Einsichtigen als aussichtslos angesehen werden.

4

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.