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Feststellung der Erledigung mehrerer Verfassungsbeschwerdeverfahren mit dem Tod des Beschwerdeführers

Öffentliches RechtVerfassungsrechtVerfassungsbeschwerdeverfahrenEingestellt

KI-Zusammenfassung

Der Beschwerdeführer verstarb am 9.7.2019; die beim BVerfG anhängigen Verfassungsbeschwerden wurden verbunden und als erledigt festgestellt. Mangels gesetzlicher Regelung ist über die Folgen des Todes im Einzelfall unter Berücksichtigung der Art des angegriffenen Hoheitsakts und des Verfahrensstandes zu entscheiden. Eine Rechtsnachfolge kommt regelmäßig nicht in Betracht, da Verfassungsbeschwerden der Durchsetzung höchstpersönlicher Rechte dienen.

Ausgang: Die Verfassungsbeschwerden haben sich durch den Tod des Beschwerdeführers erledigt; keine Rechtsnachfolge zur Fortführung gegeben

Abstrakte Rechtssätze

1

Über die Folgen des Todes des Beschwerdeführers für ein anhängiges Verfassungsbeschwerdeverfahren ist mangels gesetzlicher Regelung unter Berücksichtigung der Art des angegriffenen Hoheitsakts und des Standes des Verfahrens im Einzelfall zu entscheiden.

2

Eine allgemeine Rechtsnachfolge im Verfassungsbeschwerdeverfahren kommt grundsätzlich nicht in Betracht, weil diese Verfahrensart regelmäßig der Durchsetzung höchstpersönlicher Rechte dient.

3

Ausnahmen von der fehlenden Rechtsnachfolge sind nur zuzulassen, wenn der Rechtsnachfolger ein eigenes, berechtigtes Interesse an der Fortführung der Verfassungsbeschwerde geltend machen kann.

4

Verfassungsbeschwerden, die ausschließlich höchstpersönliche Rechte des Verstorbenen betreffen, erledigen sich mit dessen Tod; ein Fortsetzungsinteresse des Rechtsnachfolgers ist in solchen Fällen nicht gegeben.

Relevante Normen
§ 90 BVerfGG

Vorinstanzen

vorgehend OLG Celle, 28. Dezember 2018, Az: 3 Ws 304/18 (MVollz), Beschluss

vorgehend OLG Celle, 4. Januar 2019, Az: 3 Ws 306/18 (MVollz), Beschluss

vorgehend OLG Celle, 28. Dezember 2018, Az: 3 Ws 305/18 (MVollz), Beschluss

vorgehend OLG Celle, 28. Dezember 2018, Az: 3 Ws 308/18 (MVollz), Beschluss

vorgehend OLG Celle, 3. Januar 2019, Az: 3 Ws 320/18 (MVollz), Beschluss

vorgehend OLG Celle, 21. Dezember 2018, Az: 3 Ws 302/18 (MVollz), Beschluss

vorgehend OLG Celle, 28. Dezember 2018, Az: 3 Ws 307/18 (MVollz), Beschluss

vorgehend OLG Braunschweig, 7. Januar 2019, Az: 11 EK 22/18, Beschluss

vorgehend OLG Celle, 21. Februar 2019, Az: 3 Ws 16/19 (MVollz), Beschluss

vorgehend OLG Celle, 19. Februar 2019, Az: 3 Ws 29/19 (MVollz), Beschluss

vorgehend OLG Celle, 19. Februar 2019, Az: 3 Ws 19/19 (MVollz), Beschluss

vorgehend AG Hamburg, 14. Februar 2019, Az: 26 C 149/18, Beschluss

vorgehend OLG Celle, 7. März 2019, Az: 3 Ws 49/19 (MVollz), Beschluss

vorgehend LG Göttingen, 8. Januar 2019, Az: 53 StVK 1/19, Beschluss

vorgehend OLG Celle, 12. März 2019, Az: 3 Ws 17/19 (MVollz), Beschluss

vorgehend OLG Celle, 8. März 2019, Az: 3 Ws 26/19 (MVollz), Beschluss

vorgehend OLG Celle, 21. März 2019, Az: 3 Ws 77/19 (MVollz), Beschluss

vorgehend OLG Celle, 2. April 2019, Az: 3 Ws 84/19 (MVollz), Beschluss

vorgehend OLG Celle, 1. April 2019, Az: 3 Ws 85/19 (MVollz), Beschluss

vorgehend OLG Celle, 21. März 2019, Az: 3 Ws 75/19 (MVollz), Beschluss

vorgehend OLG Celle, 2. April 2019, Az: 3 Ws 76/19 (MVollz), Beschluss

vorgehend OLG Celle, 8. Mai 2019, Az: 3 Ws 111/19 (MVollz), Beschluss

vorgehend OLG Celle, 3. Juni 2019, Az: 3 Ws 152/19 (MVollz), Beschluss

vorgehend OLG Celle, 12. Juni 2019, Az: 3 Ws 162/19 (MVollz), Beschluss

Tenor

Die Verfahren über die Verfassungsbeschwerden werden verbunden.

Die Verfassungsbeschwerden haben sich durch den Tod des Beschwerdeführers erledigt.

Gründe

1

1. Nach Mitteilung des Maßregelvollzugszentrums Niedersachsen Moringen ist der Beschwerdeführer am 9. Juli 2019 verstorben.

2

2. Über die Folgen des Todes des Beschwerdeführers für ein anhängiges Verfassungsbeschwerdeverfahren lässt sich mangels einer gesetzlichen Regelung nur für den einzelnen Fall unter Berücksichtigung der Art des angegriffenen Hoheitsaktes und des Standes des Verfassungsbeschwerdeverfahrens entscheiden (vgl. BVerfGE 6, 389 <442 f.>; 12, 311 <315>; 109, 279 <304>; 124, 300 <318>; BVerfGK 9, 62 <69>).

3

3. Eine Rechtsnachfolge im Verfassungsbeschwerdeverfahren kommt grundsätzlich nicht in Betracht, weil diese Verfahrensart regelmäßig der Durchsetzung höchstpersönlicher Rechte dient. Ausnahmen sind im Hinblick auf solche Rügen zugelassen worden, die der Rechtsnachfolger im eigenen Interesse geltend machen kann (vgl. BVerfGE 109, 279 <304>; BVerfGK 9, 62 <70>, jeweils m.w.N.). Ein solches zur Fortführung der Verfassungsbeschwerden berechtigendes Interesse liegt hier nicht vor, da die Verfassungsbeschwerden allein die Durchsetzung höchstpersönlicher Rechte des Verstorbenen - seine Rechte im Maßregelvollzug - verfolgen.

4

Es ist daher festzustellen, dass sich die Verfahren durch den Tod des Beschwerdeführers erledigt haben.

5

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.