Nichtannahme einer Verfassungsbeschwerde ohne weitere Begründung - Verwerfung eines offensichtlich unzulässigen Ablehnungsgesuchs unter Mitwirkung einer abgelehnten Richterin
KI-Zusammenfassung
Der Beschwerdeführer beantragte die Ablehnung mehrerer BVerfG-Richter und rügte die Unrichtigkeit einer früheren Entscheidung. Das Gericht verwirft die Ablehnungsgesuche als unzulässig, weil es an konkreten Tatbestandsangaben fehlt, die Befangenheit begründen könnten; bloße Unzufriedenheit mit der Entscheidung reicht nicht aus. Die Verfassungsbeschwerden werden nicht zur Entscheidung angenommen; eine ausführlichere Begründung erfolgt nicht (§ 93d Abs.1 Satz3 BVerfGG).
Ausgang: Ablehnungsgesuche als unzulässig verworfen; Verfassungsbeschwerden nicht zur Entscheidung angenommen
Abstrakte Rechtssätze
Ein Ablehnungsgesuch wegen Besorgnis der Befangenheit setzt substantiierten Vortrag zu konkreten Tatsachen voraus, die Anhaltspunkte für die Befangenheit der benannten Richter geben; bloße Meinungsverschiedenheit mit einer Entscheidung genügt nicht.
Pauschale oder unsachliche Angriffe gegen die Richterschaft begründen die Besorgnis der Befangenheit nicht.
Ein Ablehnungsgesuch, das keine zur Begründung der Besorgnis der Befangenheit geeigneten Ausführungen enthält, ist unzulässig und kann verworfen werden.
Nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG kann das Bundesverfassungsgericht auf eine weitergehende Begründung verzichten; die Entscheidung über Nichtannahme ist unanfechtbar.
Vorinstanzen
vorgehend BSG, 16. Februar 2017, Az: B 4 AS 14/17 C, Beschluss
vorgehend BSG, 11. Januar 2017, Az: B 4 AS 81/16 BH (B 4 AS 72/16 BH), Beschluss
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 SF 417/16 G, Beschluss
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 AS 1900/16 RG, Beschluss
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 16. Juni 2016, Az: L 6 AS 111/16, Beschluss
vorgehend SG Dortmund, 14. Dezember 2015, Az: S 31 AS 3089/15, Urteil
vorgehend SG Dortmund, 2. Oktober 2015, Az: S 31 AS 3089/15, Beschluss
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 SF 416/16 G, Beschluss
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 AS 1899/16 RG, Beschluss
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 16. Juni 2016, Az: L 6 AS 110/16, Urteil
vorgehend SG Dortmund, 14. Dezember 2015, Az: S 31 AS 2797/15, Urteil
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 17. September 2015, Az: L 6 AS 1564/15 B ER RG, Beschluss
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 7. August 2015, Az: L 6 AS 979/15 B ER, Beschluss
vorgehend SG Dortmund, 3. Juni 2015, Az: S 31 AS 2002/15 ER, Beschluss
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 SF 414/16 G, Beschluss
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 AS 1913/16 B, Beschluss
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 AS 1897/16 RG, Beschluss
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 16. Juni 2016, Az: L 6 AS 108/16, Urteil
vorgehend SG Dortmund, 14. Dezember 2015, Az: S 31 AS 2608/15, Urteil
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 SF 412/16 G, Beschluss
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 AS 1895/16 RG, Beschluss
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 16. Juni 2016, Az: L 6 AS 105/16, Urteil
vorgehend SG Dortmund, 14. Dezember 2015, Az: S 31 AS 2888/14, Urteil
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 AS 1914/16 B, Beschluss
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 AS 1898/16 RG, Beschluss
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 SF 415/16 G, Beschluss
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 16. Juni 2016, Az: L 6 AS 109/16, Urteil
vorgehend SG Dortmund, 14. Dezember 2015, Az: S 31 AS 2617/15, Urteil
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 SF 413/16 G, Beschluss
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 AS 1896/16 RG, Beschluss
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 16. Juni 2016, Az: L 6 AS 107/16, Urteil
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 14. Juni 2016, Az: L 6 As 2230/15 B, Beschluss
vorgehend SG Dortmund, 14. Dezember 2015, Az: S 31 AS 4764/14, Urteil
vorgehend SG Dortmund, 2. Dezember 2015, Az: S 31 AS 4764/14, Beschluss
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 26. März 2015, Az: L 2 AS 2350/14 B ER, Beschluss
vorgehend SG Dortmund, 28. November 2014, Az: S 31 AS 4763/14 ER, Beschluss
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 AS 1894/16 RG, Beschluss
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 16. Juni 2016, Az: L 6 AS 104/16, Urteil
vorgehend SG Dortmund, 14. Dezember 2015, Az: S 31 AS 1426/14, Urteil
vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 15. Oktober 2014, Az: L 12 AS 1149/14 B ER, Beschluss
vorgehend SG Dortmund, 14. Mai 2014, Az: S 31 AS 1410/14 ER, Beschluss
Tenor
Die Ablehnungsgesuche gegen den Vizepräsidenten Kirchhof, den Richter Masing sowie die Richterin Baer werden als unzulässig verworfen.
Die Verfassungsbeschwerden werden nicht zur Entscheidung angenommen.
Gründe
Der Beschwerdeführer begründet Gesuche auf Ablehnung dreier Richter des Bundesverfassungsgerichts mit der Unrichtigkeit der Entscheidung des Ersten Senats (hier: 1 BvR 371/11; BVerfGE 142, 353). Doch ist ein Ablehnungsgesuch, das lediglich Ausführungen enthält, die zur Begründung der Besorgnis der Befangenheit nach § 19 BVerfGG gänzlich ungeeignet sind, unzulässig (vgl. BVerfGK 8, 59 <60>). Es fehlt - unabhängig von unsachlich-pauschalen Vorwürfen gegenüber der Richterschaft insgesamt - an jedem Vortrag zu Anhaltspunkten dafür, Misstrauen gegen die Unparteilichkeit der benannten Personen zu rechtfertigen (vgl. BVerfGE 20, 1 <5>). Die Darlegungen des Beschwerdeführers beschränken sich in einer rechtsschutzfreundlichen Auslegung darauf, mit der Entscheidung des Gerichts über eine nicht vom Beschwerdeführer erhobene Verfassungsbeschwerde im Ergebnis nicht einverstanden zu sein. Daraus können jedoch keine Rückschlüsse auf eine Voreingenommenheit einzelner Mitglieder des damals zuständigen Senats gezogen werden.
Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.
Diese Entscheidung ist unanfechtbar.