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BVerfG·1 BvR 721/17, 1 BvR 760/17, 1 BvR 761/17, 1 BvR 762/17, 1 BvR 763/17, 1 BvR 779/17, 1 BvR 780/17·20.11.2017

Nichtannahme einer Verfassungsbeschwerde ohne weitere Begründung - Verwerfung eines offensichtlich unzulässigen Ablehnungsgesuchs unter Mitwirkung einer abgelehnten Richterin

Öffentliches RechtVerfassungsrechtVerfassungsprozessrechtVerworfen

KI-Zusammenfassung

Der Beschwerdeführer beantragte die Ablehnung mehrerer BVerfG-Richter und rügte die Unrichtigkeit einer früheren Entscheidung. Das Gericht verwirft die Ablehnungsgesuche als unzulässig, weil es an konkreten Tatbestandsangaben fehlt, die Befangenheit begründen könnten; bloße Unzufriedenheit mit der Entscheidung reicht nicht aus. Die Verfassungsbeschwerden werden nicht zur Entscheidung angenommen; eine ausführlichere Begründung erfolgt nicht (§ 93d Abs.1 Satz3 BVerfGG).

Ausgang: Ablehnungsgesuche als unzulässig verworfen; Verfassungsbeschwerden nicht zur Entscheidung angenommen

Abstrakte Rechtssätze

1

Ein Ablehnungsgesuch wegen Besorgnis der Befangenheit setzt substantiierten Vortrag zu konkreten Tatsachen voraus, die Anhaltspunkte für die Befangenheit der benannten Richter geben; bloße Meinungsverschiedenheit mit einer Entscheidung genügt nicht.

2

Pauschale oder unsachliche Angriffe gegen die Richterschaft begründen die Besorgnis der Befangenheit nicht.

3

Ein Ablehnungsgesuch, das keine zur Begründung der Besorgnis der Befangenheit geeigneten Ausführungen enthält, ist unzulässig und kann verworfen werden.

4

Nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG kann das Bundesverfassungsgericht auf eine weitergehende Begründung verzichten; die Entscheidung über Nichtannahme ist unanfechtbar.

Relevante Normen
§ 19 Abs 1 BVerfGG§ 19 Abs 2 S 1 BVerfGG§ 93d Abs 1 S 3 BVerfGG§ 19 BVerfGG§ 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG

Vorinstanzen

vorgehend BSG, 16. Februar 2017, Az: B 4 AS 14/17 C, Beschluss

vorgehend BSG, 11. Januar 2017, Az: B 4 AS 81/16 BH (B 4 AS 72/16 BH), Beschluss

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 SF 417/16 G, Beschluss

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 AS 1900/16 RG, Beschluss

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 16. Juni 2016, Az: L 6 AS 111/16, Beschluss

vorgehend SG Dortmund, 14. Dezember 2015, Az: S 31 AS 3089/15, Urteil

vorgehend SG Dortmund, 2. Oktober 2015, Az: S 31 AS 3089/15, Beschluss

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 SF 416/16 G, Beschluss

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 AS 1899/16 RG, Beschluss

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 16. Juni 2016, Az: L 6 AS 110/16, Urteil

vorgehend SG Dortmund, 14. Dezember 2015, Az: S 31 AS 2797/15, Urteil

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 17. September 2015, Az: L 6 AS 1564/15 B ER RG, Beschluss

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 7. August 2015, Az: L 6 AS 979/15 B ER, Beschluss

vorgehend SG Dortmund, 3. Juni 2015, Az: S 31 AS 2002/15 ER, Beschluss

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 SF 414/16 G, Beschluss

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 AS 1913/16 B, Beschluss

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 AS 1897/16 RG, Beschluss

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 16. Juni 2016, Az: L 6 AS 108/16, Urteil

vorgehend SG Dortmund, 14. Dezember 2015, Az: S 31 AS 2608/15, Urteil

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 SF 412/16 G, Beschluss

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 AS 1895/16 RG, Beschluss

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 16. Juni 2016, Az: L 6 AS 105/16, Urteil

vorgehend SG Dortmund, 14. Dezember 2015, Az: S 31 AS 2888/14, Urteil

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 AS 1914/16 B, Beschluss

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 AS 1898/16 RG, Beschluss

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 SF 415/16 G, Beschluss

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 16. Juni 2016, Az: L 6 AS 109/16, Urteil

vorgehend SG Dortmund, 14. Dezember 2015, Az: S 31 AS 2617/15, Urteil

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 SF 413/16 G, Beschluss

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 AS 1896/16 RG, Beschluss

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 16. Juni 2016, Az: L 6 AS 107/16, Urteil

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 14. Juni 2016, Az: L 6 As 2230/15 B, Beschluss

vorgehend SG Dortmund, 14. Dezember 2015, Az: S 31 AS 4764/14, Urteil

vorgehend SG Dortmund, 2. Dezember 2015, Az: S 31 AS 4764/14, Beschluss

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 26. März 2015, Az: L 2 AS 2350/14 B ER, Beschluss

vorgehend SG Dortmund, 28. November 2014, Az: S 31 AS 4763/14 ER, Beschluss

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 2. November 2016, Az: L 6 AS 1894/16 RG, Beschluss

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 16. Juni 2016, Az: L 6 AS 104/16, Urteil

vorgehend SG Dortmund, 14. Dezember 2015, Az: S 31 AS 1426/14, Urteil

vorgehend Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 15. Oktober 2014, Az: L 12 AS 1149/14 B ER, Beschluss

vorgehend SG Dortmund, 14. Mai 2014, Az: S 31 AS 1410/14 ER, Beschluss

Tenor

Die Ablehnungsgesuche gegen den Vizepräsidenten Kirchhof, den Richter Masing sowie die Richterin Baer werden als unzulässig verworfen.

Die Verfassungsbeschwerden werden nicht zur Entscheidung angenommen.

Gründe

1

Der Beschwerdeführer begründet Gesuche auf Ablehnung dreier Richter des Bundesverfassungsgerichts mit der Unrichtigkeit der Entscheidung des Ersten Senats (hier: 1 BvR 371/11; BVerfGE 142, 353). Doch ist ein Ablehnungsgesuch, das lediglich Ausführungen enthält, die zur Begründung der Besorgnis der Befangenheit nach § 19 BVerfGG gänzlich ungeeignet sind, unzulässig (vgl. BVerfGK 8, 59 <60>). Es fehlt - unabhängig von unsachlich-pauschalen Vorwürfen gegenüber der Richterschaft insgesamt - an jedem Vortrag zu Anhaltspunkten dafür, Misstrauen gegen die Unparteilichkeit der benannten Personen zu rechtfertigen (vgl. BVerfGE 20, 1 <5>). Die Darlegungen des Beschwerdeführers beschränken sich in einer rechtsschutzfreundlichen Auslegung darauf, mit der Entscheidung des Gerichts über eine nicht vom Beschwerdeführer erhobene Verfassungsbeschwerde im Ergebnis nicht einverstanden zu sein. Daraus können jedoch keine Rückschlüsse auf eine Voreingenommenheit einzelner Mitglieder des damals zuständigen Senats gezogen werden.

2

Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

3

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.