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BGH·VIII ZR 281/09·13.07.2010

Preisgebundener Wohnraum: Erhöhung der Kostenmiete bei unwirksamer Schönheitsreparaturklausel

ZivilrechtMietrechtWohnraumförderungsrecht/PreisbindungVerworfen

KI-Zusammenfassung

Die Klägerin legte Revision gegen die Zulässigkeit einer Mieterhöhung ein, die aufgrund einer unwirksamen Schönheitsreparaturklausel in preisgebundenem, öffentlich gefördertem Wohnraum vorgenommen wurde. Der Senat hält die Frage durch seine Rechtsprechung (VIII ZR 177/09) für geklärt: Der Vermieter kann die Kostenmiete um den Zuschlag nach § 28 Abs. 4 II. BV erhöhen. Die Revision hat keine Aussicht auf Erfolg; neues Vorbringen im Revisionsverfahren bleibt unberücksichtigt. Das Revisionsverfahren wurde schließlich durch Rücknahme erledigt.

Ausgang: Zugelassene Revision der Klägerin als unbegründet/verworfen, da keine Aussicht auf Erfolg und neues Vorbringen im Revisionsverfahren unberücksichtigt blieb

Abstrakte Rechtssätze

1

Bei preisgebundenem, öffentlich gefördertem Wohnraum berechtigt die Unwirksamkeit einer Klausel zur Überwälzung von Schönheitsreparaturen den Vermieter, die Kostenmiete um den Zuschlag nach § 28 Abs. 4 II. BV einseitig zu erhöhen.

2

Eine Revision ist nicht erfolgreich, wenn das Berufungsgericht die Rechtslage in Übereinstimmung mit vorhandener höchstrichterlicher Rechtsprechung zutreffend angewandt hat.

3

Neues Parteivorbringen im Revisionsverfahren ist grundsätzlich unberücksichtigbar und kann die Erfolgsaussichten der Revision nicht begründen (§ 559 Abs. 1 ZPO).

4

Eine Mieterhöhung, die den Grundsätzen der einschlägigen Senatsrechtsprechung entspricht, verletzt nicht von vornherein Treu und Glauben (§ 242 BGB).

Zitiert von (2)

2 zustimmend

Relevante Normen
§ 10 WoBindG§ 28 Abs 4 BVO 2§ 242 BGB§ 535 BGB§ 552a ZPO§ 28 Abs. 4 II. BV

Vorinstanzen

vorgehend LG Karlsruhe, 25. September 2009, Az: 9 S 232/09

vorgehend AG Karlsruhe, 24. März 2009, Az: 1 C 50/09

Tenor

Der Senat beabsichtigt, die zugelassene Revision der Klägerin durch Beschluss gemäß § 552a ZPO zurückzuweisen.

Gründe

1

Ein Grund für die Zulassung der Revision besteht nicht mehr. Die vom Berufungsgericht für klärungsbedürftig gehaltene Frage nach der Berechtigung einer Mieterhöhung im Falle einer unwirksamen Schönheitsreparaturklausel bei preisgebundenem Wohnraum ist durch das Senatsurteil vom 24. März 2010 (VIII ZR 177/09, NJW 2010, 1590) dahin beantwortet worden, dass der Vermieter bei öffentlich gefördertem, preisgebundenem Wohnraum berechtigt ist, die Kostenmiete einseitig um den Zuschlag nach § 28 Abs. 4 II. BV zu erhöhen, wenn die im Mietvertrag enthaltene Klausel über die Abwälzung der Schönheitsreparaturen auf den Mieter unwirksam ist.

2

Die Revision hat auch keine Aussicht auf Erfolg, weil das Berufungsgericht die Mieterhöhung in Übereinstimmung mit dem Senatsurteil vom 24. März 2010 (aaO) zutreffend für wirksam gehalten hat. Die Mieterhöhung verstößt auch nicht gegen Treu und Glauben (§ 242 BGB). Es kann dahingestellt bleiben, ob die Wirksamkeit einer Erhöhung der Kostenmiete, wie die Revision meint, davon abhängt, dass dem Mieter vom Vermieter angeboten worden ist, die unwirksame Schönheitsreparaturklausel durch eine neue, den rechtlichen Anforderungen standhaltende Vereinbarung zu ersetzen. Diese Frage wäre im vorliegenden Fall nur dann entscheidungserheblich, wenn die Kläger in den Tatsacheninstanzen vorgebracht hätten, dass die Beklagte zu 2 es versäumt habe, ihnen ein solches Angebot zu unterbreiten. Dies ist jedoch nach dem Berufungsurteil nicht geschehen; übergangenen Sachvortrag zeigt die Revision nicht auf. Erstmals im Revisionsverfahren berufen sich die Kläger darauf, dass die Mieterhöhung nach Treu und Glauben unwirksam sei, weil die Beklagte zu 2 ihnen kein Angebot zur Vertragsänderung gemacht habe. Hierbei handelt es sich um neues Parteivorbringen, das im Revisionsverfahren nicht zu berücksichtigen ist (§ 559 Abs. 1 ZPO).

3

Die Kläger erhalten Gelegenheit zur Stellungnahme innerhalb von drei Wochen ab Zugang dieses Beschlusses.

Ball Dr. Frellesen Dr. Milger

Dr. Achilles Dr. Fetzer

Hinweis:

Das Revisionsverfahren ist durch Revisionsrücknahme erledigt worden.

BallDr. MilgerDr. Fetzer
Dr. FrellesenDr. AchillesHinweis: