Revisionszulassungsbeschränkung auf die Schadenshöhe
KI-Zusammenfassung
Das Berufungsgericht hat die Revision auf die Klärung der Schadenshöhe zugelassen; der BGH bestätigt diese Beschränkung. Die Zulassung kann auf einen rechtlich selbständigen, abtrennbaren Teil des Streitstoffs beschränkt werden. Beschwerden gegen die teilweise Nichtzulassung werden zurückgewiesen. Revisionen, die über die beschränkte Zulassung hinausgehen, sind unzulässig verworfen.
Ausgang: Revision insoweit zugelassen, als sie auf die Schadenshöhe beschränkt ist; darüber hinaus als unzulässig verworfen, Beschwerden zurückgewiesen
Abstrakte Rechtssätze
Erteilt das Berufungsgericht die Zulassung der Revision wegen einer Rechtsfrage, die nur für einen eindeutig abgrenzbaren Teil des Streitstoffs Bedeutung hat, kann die Zulassung auf diesen Teil beschränkt werden.
Die Zulassung der Revision kann auf einen rechtlich selbständigen und abtrennbaren Teil des Gesamtstreitstoffs beschränkt werden, etwa auf einen Teilanspruch oder die Schadenshöhe.
Eine Beschränkung der Revisionszulassung auf die Anspruchshöhe ist zulässig, wenn die zu klärende Rechtsfrage ausschließlich die Bemessung dieses Anspruchs betrifft.
Beschwerden gegen eine teilweise Nichtzulassung der Revision sind unbegründet, wenn sie nicht geeignet sind, zur Klärung der Voraussetzungen der Revisionszulassung beizutragen.
Vorinstanzen
vorgehend OLG Düsseldorf, 19. Januar 2017, Az: I-5 U 30/15
vorgehend LG Düsseldorf, 30. Januar 2015, Az: 10 O 265/09
nachgehend BGH, 22. Februar 2018, Az: VII ZR 46/17, Urteil
nachgehend OLG Düsseldorf, 11. April 2019, Az: I-5 U 30/15, Urteil
Tenor
Die Zulassung der Revision durch das Berufungsgericht ist auf die Höhe des gegen die Beklagten zu 1 und 5 bestehenden Zahlungsanspruchs der Klägerin wirksam beschränkt.
Die vorsorglich eingelegten Beschwerden der Beklagten zu 1 und 5 gegen die teilweise Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 5. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 19. Januar 2017 werden zurückgewiesen.
Die Revisionen der Beklagten zu 1 und 5 gegen das Urteil des 5. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 19. Januar 2017 werden insoweit als unzulässig verworfen, als sie über die beschränkt zugelassene Revision hinausgehen.
Die Kostenentscheidung bleibt der Schlussentscheidung vorbehalten.
Gegenstandswert für die Nichtzulassungsbeschwerden/unzulässige Revisionen: 103.238,95 € (Beklagte zu 1 und 5 als Gesamtschuldner 77.429,21 €; Beklagter zu 5 weitere 25.809,74 €)
Gründe
Die Revisionen der Beklagten zu 1 und 5 sind nach § 552 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 ZPO als teilweise unzulässig zu verwerfen, weil sie unstatthaft sind, § 542 Abs. 1, § 543 Abs. 1 ZPO. Die Revision ist nur in dem im vorstehenden Tenor genannten Umfang vom Berufungsgericht zugelassen (§ 543 Abs. 1 Nr. 1 ZPO); die vorsorglich eingelegten Beschwerden gegen die teilweise Nichtzulassung der Revision haben keinen Erfolg (§ 543 Abs. 1 Nr. 2 ZPO).
1. Das Berufungsgericht hat, wie sich aus den Entscheidungsgründen ausdrücklich ergibt, die Revision ausschließlich zur Schadenshöhe zugelassen. Es hat dies damit begründet, dass die Bemessung des Schadens zu klären sei, wenn der Besteller auf die Beseitigung des Werkmangels verzichte.
a) Hat das Berufungsgericht die Revision wegen einer Rechtsfrage zugelassen, die nur für einen eindeutig abgrenzbaren Teil des Streitstoffs von Bedeutung ist, kann die gebotene Auslegung der Entscheidungsgründe ergeben, dass die Zulassung der Revision auf diesen Teil des Streitstoffs beschränkt ist. Die Zulassung der Revision kann nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs auf einen tatsächlich und rechtlich selbständigen Teil des Gesamtstreitstoffs beschränkt werden, der Gegenstand eines Teil- oder Zwischenurteils sein oder auf den der Revisionskläger selbst seine Revision beschränken könnte (BGH, Urteil vom 21. Mai 2015 - VII ZR 190/14, BauR 2015, 1515 Rn. 12 f. = NZBau 2015, 477).
b) Die zur Klärung gestellte Rechtsfrage betrifft ausschließlich die Höhe des eingeklagten Anspruchs. Eine Beschränkung der Revisionszulassung auf die Anspruchshöhe ist möglich. Es handelt sich dabei um einen rechtlich selbständigen und abtrennbaren Teil des Streitstoffs, auf den die Beklagten zu 1 und 5 ihre Revision hätten begrenzen können (vgl. BGH, Urteil vom 27. September 2011 - II ZR 221/09, MDR 2011, 1494 m.w.N.)
Damit ist die Zulassung der Revision auf diese Teile des Streitstoffs beschränkt.
2. Die für den Fall der beschränkten Revisionszulassung vorsorglich von den Beklagten zu 1 und 5 eingelegten Beschwerden gegen die Nichtzulassung der Revision sind unbegründet. Von einer Begründung wird abgesehen, weil sie nicht geeignet wäre, zur Klärung der Voraussetzungen beizutragen, unter denen eine Revision zuzulassen ist (§ 544 Abs. 4 Satz 2, 2. Halbsatz ZPO).
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