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BGH·EnVR 31/22·21.11.2023

Einstellung nach Rücknahme: Beschwerde und Rechtsbeschwerde nicht anhängig

Öffentliches RechtEnergierechtVerwaltungsverfahrensrechtEingestellt

KI-Zusammenfassung

Die Betroffene hat die Beschwerde im Einvernehmen mit der Bundesnetzagentur zurückgenommen. Dadurch sind Beschwerde- und Rechtsbeschwerdeverfahren als nicht anhängig geworden einzustufen und wurden eingestellt. Die Kosten des Verfahrens trägt die Betroffene nach § 90 Satz 1 EnWG; die Erstattung außergerichtlicher Auslagen wurde aus Billigkeitsgründen angeordnet. Der Gegenstandswert für die Rechtsbeschwerde wurde auf 250.000 € festgesetzt.

Ausgang: Beschwerde und Rechtsbeschwerde nach Rücknahme als nicht anhängig angesehen und eingestellt; Kosten der Betroffenen auferlegt, Gegenstandswert 250.000 €

Abstrakte Rechtssätze

1

Die Rücknahme einer Beschwerde bewirkt, dass das Verfahren als nicht anhängig geworden anzusehen ist.

2

Durch die Rücknahme einer Beschwerde begibt sich die zurücknehmende Partei in die Lage der Unterlegenen, so dass die Gerichtskosten gemäß einschlägiger Vorschriften aufzuerlegen sind.

3

Die Erstattung außergerichtlicher Auslagen kann aus Billigkeitsgründen angeordnet werden, wenn die Beschwerde zurückgenommen wird und die zurücknehmende Partei damit als unterlegen gilt.

4

Der auf die Beschwerde ergangene Beschluss der Vorinstanz ist bei Rücknahme der Beschwerde wirkungslos.

5

Die Festsetzung des Gegenstandswerts für das Rechtsbeschwerdeverfahren richtet sich nach § 50 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 GKG i.V.m. § 3 ZPO.

Relevante Normen
§ 90 Satz 1 EnWG§ 50 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 GKG§ 3 ZPO

Vorinstanzen

vorgehend OLG Düsseldorf, 16. März 2022, Az: VI-3 Kart 392/19 (V)

Tenor

Das Beschwerdeverfahren und das Rechtsbeschwerdeverfahren werden eingestellt. Diese Verfahren sind als nicht anhängig geworden anzusehen. Der auf die Beschwerde ergangene Beschluss des 3. Kartellsenats des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 16. März 2022 - VI-3 Kart 392/19 (V) - ist wirkungslos.

Die Betroffene trägt die Kosten des Beschwerde- und des Rechtsbeschwerdeverfahrens einschließlich der notwendigen Auslagen der Bundesnetzagentur.

Der Gegenstandswert für das Rechtsbeschwerdeverfahren wird auf 250.000 € festgesetzt. Im Übrigen verbleibt es bei der Wertfestsetzung des Beschwerdegerichts.

Gründe

1

Die Betroffene hat die Beschwerde im Einvernehmen mit der Bundesnetzagentur zurückgenommen. Die Rücknahme der Beschwerde bewirkt, dass das Verfahren als nicht anhängig geworden anzusehen ist (BGH, Beschlüsse vom 27. August 2013 - EnVR 19/10, juris Rn. 1; vom 23. April 2013 - EnVR 47/12, juris Rn. 2 mwN).

2

Die Kosten des Beschwerde- und des Rechtsbeschwerdeverfahrens waren gemäß § 90 Satz 1 EnWG der Antragstellerin/Betroffenen aufzuerlegen. Durch die Rücknahme ihrer Beschwerde hat sie sich in die Rolle der Unterlegenen begeben. Es entspricht der Billigkeit, die Erstattung der außergerichtlichen Auslagen der Bundesnetzagentur anzuordnen (BGH, Beschluss vom 12. November 2019 - EnVR 38/18, juris Rn. 2 mwN).

3

Die Festsetzung des Gegenstandswerts beruht auf § 50 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 GKG und § 3 ZPO.

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