(Zum Antrag auf Änderung einer einstweiligen Anordnung wegen veränderter Umstände entsprechend § 927 ZPO)
KI-Zusammenfassung
Die Antragstellerin begehrte Änderung einer einstweiligen Anordnung (§ 114 FGO i.V.m. § 927 ZPO) nach Ablehnung des einstweiligen Rechtsschutzes durch das FG. Der BFH stellte fest, dass der Änderungsantrag erledigt ist, weil die Hauptsache durch Bestandskraft der angegriffenen Anordnung endgültig entschieden wurde. Vorläufiger Rechtsschutz ist nicht mehr verfügbar, wenn er in der Hauptsache nicht gewährt werden kann. Die Kostenentscheidung beruht auf § 135 Abs. 1 FGO.
Ausgang: Änderungsantrag zur einstweiligen Anordnung als erledigt/abgewiesen, da vorläufiger Rechtsschutz durch Bestandskraft der Hauptsache entfällt.
Abstrakte Rechtssätze
Ein Antrag auf Änderung einer einstweiligen Anordnung gemäß § 927 ZPO ist erledigt, wenn die Hauptsache durch rechtskräftige Entscheidung so entschieden ist, dass vorläufiger Rechtsschutz in der Hauptsache endgültig nicht gewährt werden kann.
Vorläufiger Rechtsschutz kann nicht in Anspruch genommen werden, soweit die Hauptsache derart bestandskräftig geworden ist, dass die Voraussetzungen für eine dauerhafte Gewährung nicht mehr gegeben sind.
Die Bestandskraft einer Hauptsacheentscheidung (z. B. durch Verwerfung einer Nichtzulassungsbeschwerde) führt zur Erledigung korrespondierender Anträge auf einstweiligen Rechtsschutz bzw. deren Änderung.
Die Festsetzung der Verfahrenskosten richtet sich im Verfahren vor dem Finanzgericht nach § 135 Abs. 1 FGO.
Leitsatz
NV: Wird ein Antrag auf Anordnung der Zwangsversteigerung durch Ablehnung der Verpflichtungsklage und Verwerfung der Nichtzulassungsbeschwerde rechtskräftig und kann deshalb vorläufiger Rechtsschutz nicht (mehr) in Anspruch genommen werden, ist damit auch der grundsätzlich entsprechend § 927 ZPO zulässige Antrag auf Änderung aufgrund neuer Erkenntnisse erledigt.
Gründe
Der Antrag hat keinen Erfolg.
Mit Beschluss vom 18. Dezember 2013 1 V 1857/13 hat das Finanzgericht (FG) Rheinland-Pfalz den Erlass einer einstweiligen Anordnung gemäß § 114 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) abgelehnt, mit der der Antragsgegner (das Finanzamt) zur Rücknahme des Antrags auf Anordnung der Zwangsversteigerung des Grundstücks der Antragstellerin verpflichtet werden sollte. Dagegen hat die Antragstellerin "Änderungsantrag zum Beschluss des einstweiligen Rechtsschutzes gem. § 69 Abs. 6 Satz 2 und § 114 Abs. 3 FGO i.V.m. § 927 Abs. 1 ZPO" gestellt.
Mit Beschluss vom 4. Juni 2014 zum Az. VII B 27/14 hat der Senat die Nichtzulassungsbeschwerde der Antragstellerin gegen das Urteil des FG vom 18. Dezember 2013 1 K 1813/13 als unzulässig verworfen. Damit ist der von der Antragstellerin mit der Klage bekämpfte Antrag auf Anordnung der Zwangsversteigerung ihres Grundstücks bestandskräftig geworden. Der Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz --und damit auch der (grundsätzlich zulässige, vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs vom 28. Januar 1988 IV R 68/86, BFHE 152, 314, BStBl II 1988, 449) Änderungsantrag-- hat sich damit erledigt. Vorläufiger Rechtsschutz kann nicht in Anspruch genommen werden, wenn er in der Hauptsache endgültig nicht gewährt werden kann.
Die Kostenentscheidung beruht auf § 135 Abs. 1 FGO.