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BFH·V R 42/16·17.05.2017

Verkauf von Telefonkarten

SteuerrechtUmsatzsteuerrechtAbgabenrechtAbgewiesen

KI-Zusammenfassung

Die Klägerin rügte das Urteil des FG Düsseldorf zur umsatzsteuerlichen Einordnung beim Verkauf von SIM-/Telefonkarten. Streitpunkt war, wer als Leistender anzusehen ist. Der BFH entschied, die Person des Leistenden bestimmt sich nach dem zugrundeliegenden Rechtsverhältnis; wer im eigenen Namen handelt, ist Leistender. Die Revision wurde als unbegründet zurückgewiesen.

Ausgang: Revision der Klägerin gegen das Urteil des FG Düsseldorf als unbegründet abgewiesen; Kosten des Revisionsverfahrens trägt die Klägerin.

Abstrakte Rechtssätze

1

Die Person des Leistenden bestimmt sich nach dem der Leistung zugrundeliegenden Rechtsverhältnis.

2

Handelt eine Partei im eigenen Namen, ist sie als Leistender gegenüber dem Leistungsempfänger anzusehen.

3

Beim Vertrieb von Telefon-/SIM-Karten ist der in eigenem Namen auftretende Verkäufer als Eigenhändler (Leistender) zu qualifizieren; ein Vermittler liegt nur bei Handeln im fremden Namen vor.

4

Kosten des Revisionsverfahrens können der unterliegenden Partei auferlegt werden; die Kostenentscheidung beruht auf § 135 Abs. 2 FGO.

Zitiert von (1)

1 zustimmend

Relevante Normen
§ 126 FGO§ 1 Abs 1 Nr 1 UStG 2005§ UStG VZ 2008§ 126a FGO§ 135 Abs. 2 FGO

Vorinstanzen

vorgehend FG Düsseldorf, 2. Oktober 2015, Az: 5 K 15/13 U, Urteil

Leitsatz

NV: Die Person des Leistenden bestimmt sich nach dem der Leistung zugrundeliegenden Rechtsverhältnis. Bei einem Handeln im eigenen Namen ist danach der Handelnde als Leistender anzusehen .

Tenor

Die Revision der Klägerin gegen das Urteil des Finanzgerichts Düsseldorf vom 2. Oktober 2015 5 K 15/13 U wird als unbegründet zurückgewiesen.

Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Klägerin zu tragen.

Gründe

1

Die Entscheidung ergeht gemäß § 126a der Finanzgerichtsordnung (FGO). Der Senat hält einstimmig die Revision für unbegründet und eine mündliche Verhandlung nicht für erforderlich. Die Beteiligten sind davon unterrichtet worden und hatten Gelegenheit zur Stellungnahme.

2

1. Wie der Bundesfinanzhof (BFH) bereits ausdrücklich entschieden hat, bestimmt sich die Person des Leistenden nach dem der Leistung zugrundeliegenden Rechtsverhältnis. Bei einem Handeln im eigenen Namen ist danach der Handelnde als Leistender anzusehen (BFH-Urteile vom 28. Juni 2000 V R 70/99, BFH/NV 2001, 210, und vom 5. April 2001 V R 5/00, BFH/NV 2001, 1307). Dies gilt auch für die Frage, ob der Unternehmer beim Vertrieb von Telefonkarten als Eigenhändler oder als Vermittler anzusehen ist (BFH-Urteil vom 10. August 2016 V R 4/16, BFHE 254, 458, BStBl II 2017, 135).

3

Im Streitfall handelte die Klägerin und Revisionsklägerin (Klägerin) beim Verkauf der SIM-Karten im eigenen Namen, wie auch die Klägerin selbst bestätigt. Danach war sie als Eigenhändlerin und damit als Leistende in Bezug auf die verkaufte Telekommunikationsleistung --wie bei einem Reihengeschäft-- anzusehen. Eine Vermittlung wäre nur bei einem Handeln im fremden Namen in Betracht gekommen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 254, 458, BStBl II 2017, 135), an dem es im Streitfall aber fehlt.

4

2. Die Kostenentscheidung beruht auf § 135 Abs. 2 FGO.