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Amtsgericht Neuss·48 F 316/10·20.10.2019

Unterhalt nach Scheidung: Begrenzung nachehelichen Unterhalts und Ausgleich für Kindesunterhalt

ZivilrechtFamilienrechtUnterhaltsrechtTeilweise stattgegeben

KI-Zusammenfassung

Die Beteiligten stritten nach Trennung und Scheidung über Trennungs-, nachehelichen und Kindesunterhalt sowie Rückstände. Das Gericht verpflichtete den Antragsgegner zu erheblichen Nachzahlungen und zu laufendem Unterhalt, wies die weitergehenden Anträge aber teilweise ab. Eine Verwirkung wegen verfestigter Lebensgemeinschaft (§ 1579 Nr. 2 BGB) oder wegen illoyaler Untätigkeit wurde verneint, u.a. mangels substantiierten Vortrags. Nachehelicher Unterhalt wurde wegen fehlender ehebedingter Nachteile und nach § 1578b BGB zeitlich und der Höhe nach begrenzt; für Minderjährigenunterhalt der inzwischen volljährigen Kinder wurde ein familienrechtlicher Ausgleich zugesprochen.

Ausgang: Unterhalts- und Ausgleichsansprüche überwiegend zugesprochen, weitergehende Anträge teilweise abgewiesen; Kosten dem Antragsgegner auferlegt.

Abstrakte Rechtssätze

1

Ein nachehelicher Unterhaltsanspruch ist nicht nach § 1579 Nr. 2 BGB verwirkt, wenn eine verfestigte Lebensgemeinschaft nicht hinreichend substantiiert dargelegt und beweisbar ist; bloße Indizbehauptungen ohne Zeit- und Intensitätsangaben genügen nicht.

2

Die Verwirkung von Unterhaltsrückständen kann auch bei rechtshängigen Ansprüchen in Betracht kommen; sie setzt jedoch neben einem Zeitmoment ein Umstandsmoment voraus und ist im Stufenverfahren unter Berücksichtigung beiderseitiger Verfahrensförderung zu würdigen.

3

Ehebedingte Nachteile sind darzulegen und zu substantiieren; schicksalhafte Erkrankungen begründen für sich genommen keine ehebedingten Nachteile, wenn ein konkreter Kausalzusammenhang zur ehebedingten Rollenverteilung nicht nachvollziehbar aufgezeigt wird.

4

Besteht ein erhöhter Betreuungsbedarf eines minderjährigen Kindes, kann die Erwerbsobliegenheit des betreuenden Elternteils in zeitlichem Umfang herabgesetzt werden; nach Wegfall der Betreuungstatbestände ist eine (ggf. fiktive) Vollzeittätigkeit zumutbar.

5

Unterhaltsrückstände eines minderjährigen Kindes können vom betreuenden Elternteil im Wege des familienrechtlichen Ausgleichsanspruchs geltend gemacht werden, wenn dieser den Barunterhalt im Innenverhältnis anstelle des anderen Elternteils erbracht hat und dies in Ersatzabsicht erfolgte.

Zitiert von (1)

1 neutral

Relevante Normen
§ 1579 Nr. 5 BGB§ 1360 BGB§ 1569, 1570, 1573, 1578, 1578 b BGB§ 1579 Ziff. 2 BGB§ 1579 BGB§ 1585 b Abs. 3, 1613 Abs. 2 Nr. 1 i.V.m. §§ 1360 a Abs. 3, 1361 Abs. 4 Satz 4 BGB

Vorinstanzen

Oberlandesgericht Düsseldorf, II-/ UF 189/19 [NACHINSTANZ]

Tenor

hat das Amtsgericht Neuss

auf die mündliche Verhandlung vom 05.07.2019

durch die Richterin am Amtsgericht

beschlossen:

1.

Der Antragsgegner wird verpflichtet, an die Antragstellerin zu 1.) einen Unterhaltsrückstand für die Zeit vom 01.11.2009 – 01.07.2013 in Höhe von 78.653,80 EUR nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 20.02.2014 zu zahlen.

Der Antragsgegner wird weiterhin verpflichtet, an die Antragstellerin zu 1.) nachehelichen Unterhalt monatlich ab dem 01.12.2013 in Höhe von 1.300,00 EUR, ab dem 01.01.2015 in Höhe von 648,56 EUR und ab dem 01.01.2015 bis zum 31.12.2016 in Höhe von 300,00 EUR zu zahlen und den jeweiligen monatlichen Unterhaltsbetrag jeweils ab dem Zweiten eines jeden Monats mit fünf Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz zu verzinsen.

Der Antragsgegner wird weiterhin verpflichtet, an die Antragstellerin zu 1.) einen Betrag in Höhe von 10.856,30 EUR als familiengerichtlichen Ausgleich für den Antragsteller zu 2.) neben dem Antragsteller zu 2.) als Gesamtgläubiger nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 20.02.2014 zu zahlen.

Der Antragsgegner wird weiterhin verpflichtet, an die Antragstellerin zu 1.) einen Betrag in Höhe von 13.676,30 EUR als familiengerichtlichen Ausgleich für die Antragstellerin zu 3.) neben der Antragstellerin zu 3.) als Gesamtgläubigerin nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 20.02.2014 zu zahlen.

Der Antragsgegner wird verpflichtet, an den Antragsteller zu 4.) rückständigen Unterhalt für die Zeit vom 01.11.2009 bis 31.12.2015 in Höhe von 18.045,09 EUR nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 30.06.2016 zu zahlen.

Der Antragsgegner wird weiterhin verpflichtet, an den Antragsteller zu 4.) Mehraufwand für die Zeit vom 01.12.2012 bis 31.07.2014 Mehrbedarf in Höhe von 11.200,00 EUR zu zahlen.

Der Antragsgegner wird weiterhin verpflichtet, an den Antragsteller zu 4.) ab dem 01.01.2016 laufenden Unterhalt  in Höhe von 144 % des Regelsatzes für die vierte Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle abzüglich des vollen Kindergeldes,  und ab dem 01.2.2016 ab dem 01.01.2016 laufenden Unterhalt  in Höhe von 160 % des Regelsatzes für die vierte Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle abzüglich des vollen Kindergeldes zu zahlen.

Die weitergehenden Anträge werden abgewiesen.

2.

Die Kosten des Verfahrens trägt der Antragsgegner.

3.

Die Verfahrenswerte werden wie folgt festgesetzt:

Betreffend die Antragstellerin zu 1.):              44.364,00 EUR

Betreffend den Antragsteller zu 2.)/

Familienrechtlicher Ausgleichspruch:              12.528,00 EUR

Betreffend den Antragsteller zu 3.)/

Familienrechtlicher Ausgleichspruch:              12.528,00 EUR

Betreffend den Antragsteller zu 4.):              20.508,00 EUR

Gründe

2

I.

3

Die Antragsteller begehren mit diesem Verfahren die Zahlung von Trennungsunterhalt, nachehelichem Unterhalt und Kindesunterhalt.

4

Die Antragstellerin zu 1.) und der Antragsgegner heirateten am 24.11.1988. Aus der Ehe sind der am 21.10.1994 geborene Antragsteller zu 2.), die am 06.01.1996 geborene Antragstellerin zu 3.) und der am 14.10.1997 geborene Antragsteller zu 4.) hervorgegangen.

5

Die Antragstellerin zu 1.) und der Antragsgegner schlossen am 18.06.2007 eine notarielle Scheidungsfolgenvereinbarung.

6

Sie trennten sich im Januar 2009; die Ehe wurde am 20.04.2010 geschieden.

7

Die Antragstellerin zu 1.) verblieb mit den Antragstellern zu 2.) – 4.) in der ehemaligen Ehewohnung.

8

In der Zeit vom 15.05.2011 bis zum 31.08.2012 lebte der Antragsteller zu 4.) beim Antragsgegner.

9

Dier Antragsgegner schloss am 08.06.2013 eine zweite Ehe. Am 12.03.2014 sind aus dieser Ehe der Sohn F. und am 23.01.2017 die Tochter O.N. hervorgegangen.

10

Mit außergerichtlichem Schreiben vom 16.11.2009 wurde der Antragsgegner von den Antragstellern zur Auskunftserteilung im Hinblick auf die Geltendmachung von Ehegatten- und Kindesunterhalt aufgefordert. Weiterhin wurde der Antragsgegner mit anwaltlichem Schreiben vom 22.04.2010 zur Zahlung von nachehelichem Unterhalt aufgefordert.

11

Die Antragstellerin zu 1.) trägt im Wesentlichen Folgendes vor:

12

Sie habe einen Freund gehabt, der sie am Wochenende oder auch im Urlaub besucht habe. Es seien getrennte Kassen geführt und keine Einkäufe füreinander erbracht worden. Es habe sich nicht um eine verfestigte Lebensgemeinschaft gehandelt.

13

In N habe sie ein in ihrem Eigentum stehendes Grundstück veräußert.

14

Sie habe ehebedingte Nachteile erlitten.

15

Sie habe einen Realschulabschluss und ist – unstreitig - ausgebildete Hotelkauffrau. Bis zur Geburt des ersten Kindes habe sie in diesem Beruf gearbeitet. Im Anschluss daran hätten sie sich selbständig gemacht und zusammen ein Hotel geführt. Wegen der Versorgung des Haushalts und der Kinderbetreuung habe sie – im Gegensatz zum Antragsgegner - auf diverse Fortbildungen verzichten müssen.  Auch wenn es ihrem offiziellen Berufsabschluss nicht entspreche, sei sie in der Lage ein Hotel zu führen. Da sie jedoch keine formelle Ausbildung nachweisen könne, bestehe für sie nun keine Möglichkeit entsprechende Einkünfte zu erzielen.

16

Die Kosten für die Privatschule, die der Antragsteller zu 4.) besuchte, habe der Antragsteller lediglich für 2 Monate übernommen, sie hingegen habe 11.727,35 EUR für die Privatschule ausgegeben.

17

Der Antragsgegner habe lediglich Mindestunterhalt gezahlt.

18

Einkünfte aus ihrem  Vermögen seien aufgrund der notariellen Vereinbarung nicht bei der Berechnung des Unterhalts zu berücksichtigen.

19

Sie leide noch immer unter psych. Problemen und sei zuletzt vom 19.04.2018 bis 19.06.2018 in stationärer Behandlung gewesen.

20

Die Antragsteller haben ursprünglich mit der Antragsschrift vom 25.10.2010 im Wege von Stufenanträgen ursprünglich zunächst die Erteilung von Auskünften beantragt. Am 02.12.2011 ist hierzu ein Teil-Anerkenntnisbeschluss ergangen, wegen der Einzelheiten des Beschluss wird auf Bl. 359 ff. der Gerichtskate Bezug genommen.

21

Sodann haben die Antragsteller zu 1. – 4.) mit Schriftsatz vom 11.07.2013 beantragt,

22

dem Antragsgegner aufzugeben,

23

1.)

24

der Antragstellerin zu 1.) einen Unterhaltsrückstand i.H.v. 83.108,00 € nebst Zinsen i.H.v. 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz ab Rechtshängigkeit zu zahlen;

25

2.)

26

an die Antragstellerin zu 1.) monatlichen Unterhalt i.H.v. 1.744 € monatlich jeweils im Voraus bis zum ersten eines jeden Monats, beginnend mit Dezember 2013, zahlen;

27

3.)

28

an den Antragsteller zu 2.) einen Unterhaltsrückstand i.H.v. 11.912,57 € nebst Zinsen i.H.v. 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz ab Rechtshängigkeit zu zahlen;

29

4.)

30

an den Antragsteller zu 2.) monatlichen Unterhalt jeweils im Voraus bis zum ersten eines jeden Monats beginnend mit Dezember 2013 i.H.v. 523,00 € zu zahlen;

31

5.)

32

an die Antragstellerin zu 3.) einen Unterhaltsrückstand i.H.v. 11.455,36 € nebst Zinsen i.H.v. 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz ab Rechtshängigkeit zu zahlen;

33

6.)

34

an die Antragstellerin zu 3.) monatlichen Kindesunterhalt i.H.v. 522,00 € monatlich jeweils im Voraus bis zum ersten eines jeden Monats beginnend mit Dezember 2013 zu zahlen;

35

7.)

36

an den Antragsteller zu 4.) einen Unterhaltsrückstand i.H.v. 12.397,93 € nebst Zinsen i.H.v. 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz ab Rechtshängigkeit zu zahlen;

37

8.)

38

an den Antragsteller zu 4.) laufenden Unterhalt i.H.v. 519 € monatlich jeweils im Voraus bis zum Ersten jeden Monats beginnend mit Dezember 2013 zu zahlen;

39

9.)

40

an den Antragsteller zu 4.) monatlichen Mehrbedarf i.H.v. 560 € sowie Rückstände darauf i.H.v. 7370 € zu zahlen.

41

Mit Schriftsatz vom 09.04.2015 hat die Antragstellerin zu 1.) beantragt,

42

dem Antragsgegner aufzugeben, an sie einen familienrechtlichen Ausgleich für den vormaligen Antragsteller zu 2.) in Höhe von 27.127,07 EUR nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz ab Rechtshängigkeit und für die vormalige Antragstellerin zu 3.) einen familienrechtlichen Ausgleich in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz ab Rechtshängigkeit an die Antragstellerin zu zahlen.

43

Sodann sind die Antragstellerin zu 1.) und der Antragsteller zu 4.) mit Schriftsatz vom 04.11.2015 wieder in die Auskunftsstufe zurückgekehrt.

44

Mit Schriftsatz vom 23.11.2015 hat der Antragsteller zu 4.) beantragt,

45

1.

46

den Antragsgegner zu verpflichten, ihn laufenden Unterhalt in Höhe von 114 Prozent des Regelsatzes der vierten Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle abzüglich des vollen Kindergeldes, d.h. 542,00 EUR monatlich jeweils im Voraus zum Ersten eines jeden Monats beginnend ab November 2015 zu zahlen.

47

2.

48

den Antragsgegner zu verpflichten, an ihn einen Unterhaltsrückstand in Höhe von 23.271,09 EUR sowie einen monatlichen Mehrbedarf in Höhe von 560,00 EUR bis einschließlich Juli 2014 zu zahlen.

49

Sodann hat der Antragsteller zu 4.) mit Schriftsatz vom 22.01.2016 beantragt,

50

1.

51

den Antragsgegner zu verpflichten, an ihn laufenden Unterhalt in Höhe von 144 Prozent des Regelsatzes der 4. Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle abzüglich des vollen Kindergeldes, d.h. 554,00 EUR monatlich jeweils im Voraus zum Ersten eines jeden Monats beginnend ab Februar 2016 zu zahlen.

52

2.

53

den Antragsgegner zu verpflichten, an den Antragsteller zu 4.) einen Unterhaltsrückstand in Höhe von 24.909,09 EUR zu zahlen.

54

3.

55

den Antragsgegner zu verpflichten, einen Mehrbedarf von 11.757,35 EUR zu zahlen.

56

Mit Schriftsatz vom 03.03.2016 hat der Antragsteller zu 4.) den Antrag zu 2.) und 3.) aus dem Schriftsatz vom 22.01.2016 dahingehend abgeändert, dass er beantragt hat,

57

2.)

58

Den Antragsgegner zu verpflichten, an ihn einen Unterhaltsrückstand in Höhe von 19.539,05 EUR zu zahlen:

59

3.)

60

Den Antragsgegner als Gesamtgläubiger zu verpflichten, einen Mehrbedarf von 11.757,35 EUR zu zahlen.

61

Mit Schriftsatz vom 30.06.2016 hat der Antragsteller zu 4.) beantragt,

62

1.

63

den Antragsgegner zu verpflichten, an ihn laufenden Unterhalt in Höhe von 160 Prozent des Regelsatzes der 4 Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle abzüglich des vollen Kindergeldes, d.h. 623,00 EUR monatlich jeweils im Voraus zum Ersten eines jeden Monats beginnend ab Februar 2016 zu zahlen;

64

2.

65

den  Antragsgegner zu verpflichtet, an ihn einen Unterhaltsrückstand in Höhe von 24.909,09 EUR zu zahlen;

66

3.

67

Den Antragsgegner zu verpflichten, einen Mehrbedarf von 11.757,35 EUR zu zahlen.

68

Mit Schriftsatz vom 18.07.2016 hat der Antragsteller zu 4.) beantragt,

69

2.

70

den Antragsgegner zu verpflichten, an ihn einen Unterhaltsrückstand in Höhe von 20.106,09 EUR zu zahlen.

71

3.

72

den Antragsgegner zu verpflichten, an ihn einen Mehrbedarf von 13.214,34 EUR zu zahlen.

73

Mit Schriftsatz vom 04.05.2017 ist die Antragstellerin zu 1.) wieder in die Leistungsstufe gewechselt.

74

Mit Schriftsatz vom 29.08.2017 hat der Antragsteller zu 2.) den Antrag zu rückgenommen.

75

Mit Schriftsatz vom 05.09.2017 hat die Antragstellerin zu 3.) den Antrag zurückgenommen.

76

Die Antragstellerin zu 1.) beantragt nunmehr,

77

1.)

78

der Antragstellerin zu 1.) einen Unterhaltsrückstand i.H.v. 83.108,00 € nebst Zinsen i.H.v. 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz ab Rechtshängigkeit zu zahlen;

79

2.)

80

an die Antragstellerin zu 1.) monatlichen Unterhalt i.H.v. 1.744 € monatlich jeweils im Voraus bis zum ersten eines jeden Monats, beginnend mit Dezember 2013  zu zahlen und den laufenden monatlichen Unterhalt ab Dezember2013 jeweils ab dem Zweiten eines jeden Monats mit 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz zu verzinsen;

81

3.

82

dem Antragsgegner aufzugeben, an sie einen familienrechtlichen Ausgleich für den vormaligen Antragsteller zu 2.) in Höhe von 27.127,07 EUR nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz ab Rechtshängigkeit und für die vormalige Antragstellerin zu 3.) einen familienrechtlichen Ausgleich in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz ab Rechtshängigkeit an die Antragstellerin zu zahlen.

83

Der Antragsteller zu 4.) beantragt,

84

1.

85

den Antragsteller zu verpflichten, an ihn laufenden Unterhalt in Höhe von 160 Prozent des Regelsatzes der vierten Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle abzüglich des vollen Kindergeldes, d.h. 623,00 EUR monatlich jeweils im Voraus zum Ersten eines jeden Monats beginnend ab Februar 2016 zu zahlen mit der Maßgabe, dass der laufende monatliche Unterhalt beginnend ab dem 30.06.2015 mit 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz zu verzinsen;

86

2.

87

den Antragsgegner zu verpflichten, an ihn einen Unterhaltsrückstand in Höhe von 24.909,09 EUR zu zahlen mit der Maßgabe, dass Unterhaltsrückstand beginnend ab dem 30.06.2016 mit 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz zu verzinsen ist;

88

3.

89

den Antragsgegner zu verpflichten, einen Mehrbedarf von 13.214,35 EUR zu zahlen mit der Maßgabe, dass der laufende monatliche Unterhalt beginnend ab dem 30.06.2016 mit 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz zu verzinsen ist.

90

Der Antragsgegner beantragt,

91

die Anträge abzuweisen.

92

Der Antragsgegner trägt im Wesentlichen das Folgende vor:

93

Bei der ehemaligen Ehewohnung handele es sich um ein luxuriöses Einfamilienhaus. Er habe sämtliche mit dem Haus verbundenen verbrauchsabhängigen  und – unabhängigen Kosten getragen. Weiterhin sei er für sämtliche Kosten für schulische und außerschulische Aktivitäten der Antragsteller zu 2.) – 4.) einschließlich Klassenfahrten, Kosten für kieferorthopädischen Maßnahmen,  Taschengeld, Versicherungen usw. aufgekommen.

94

Außerdem habe der Antragstellerin zu 1.) ein Fahrzeug VW Touran zur Verfügung, für dessen sämtliche Kosten er aufgekommen sei. Weiterhin habe der Antragstellerin zu 1.) eine Metrokarte zur Verfügung gestanden, diese sei monatlich mit durchschnittlich 1200 € für Lebensmitteleinkäufe usw. für die Antragsteller zu 1.) – 4.) verwendet worden.

95

Die Ansprüche der Antragsteller seien verwirkt, da er unter dem 24.01.2012 seine Auskunftspflicht unter dem 24.01.2012 vollständig erfüllt habe und die Antragsgegner erst mit Schreiben vom 18.09.2012 reagiert hätten. Verwirkung sei auch bei Rechtshängigkeit einer Stufenklage möglich, wenn der Unterhaltsgläubiger den Rechtsstreit über einen längeren Zeitraum nicht betreibe.

96

Die Antragstellerin 1.) habe über drei Jahre mit denselben Partnern einer verfestigten Lebensgemeinschaft gelebt. Sie sei mit ihrem Lebenspartner nach außen wie ein Ehepaar aufgetreten,  insbesondere bei kulturellen Anlässen, Freizeitveranstaltungen usw.

97

Weiterhin ergebe sich eine Verwirkung bezüglich des nachehelichen Unterhalts aus § 1579 Nr. 5 BGB. Denn die Antragstellerin zu 1.) habe ohne sein  Wollen und Wissen und ohne jegliche Absprache ein ihm zugehöriges Grundstück in N an einen Dritten veräußert, und zwar zu einem Kaufpreis von 230.000 €. Dies stelle eine schwerwiegende Verletzung der Loyalitätspflicht dar.

98

Im Übrigen sei der nacheheliche Unterhaltsanspruch der Antragstellerin zu 1.) nicht schlüssig dargelegt. Es komme allenfalls ein sogenannter Aufstockungsunterhalt in Betracht. Es werde diesem Zusammenhang in Abrede gestellt, dass die Antragstellerin zu 1.) durch die Ehe eheliche Nachteile erlitten habe. Sie habe lediglich die Hauptschule besucht und danach eine Ausbildung zur Hotelfachfrau absolviert. Es könne daher keine Rede davon sein ist sie auf eine wie auch immer geartete Karriere durch Ehe und Kindererziehung verzichtet habe. Die von ihm mit notariellem Vertrag übernommenen Verpflichtungen würden eine vollständige Kompensation darstellen. Die Antragstellerun zu 1.) habe durch die von ihm übernommenen Verpflichtungen eine Lebensstellung erlangt, die sie ohne die Ehe niemals hätte erreichen können.

99

Zumindest sei der nacheheliche Unterhaltsanspruch der Antragstellerin zu 1.) bis zum 31.12.2012 zu befristen.

100

Bei der Bewertung seiner Einkünfte seien die Investitionen in die Immobilien als Altersvorsorge zu berücksichtigen.

101

Die Antragstellerin zu 1.)  komme ihrer Verpflichtung zur vollschichtigen Tätigkeit nicht nach, außerdem müsste im Hinblick auf die volljährigen Kinder die Berechnung eines Quotenunterhalts erfolgen.

102

Hilfsweise erklärt er die Aufrechnung mit von der Antragstellerin zu 1.) nicht ausgeglichener Nebenkosten für das von ihr bewohnte Haus.

103

Er habe ab  November 2010 monatlich 334,00 EUR pro Kind Unterhalt geleistet, für den Antragsteller zu 4.) lediglich im Zeitraum 15.5.11-31.8.12 nicht.

104

II.

105

Die Anträge haben in dem aus dem Tenor ersichtlichen Umfang Erfolg.

106

Die Antragstellerin zu 1.) hat bis zur Rechtskraft der Scheidung einen Anspruch auf Trennungsunterhalt gemäß § 1360 BGB

107

Danach hat sie einen Anspruch auf Zahlung von nachehelichen Unterhalt, der sich aus §§ 1569, 1570, 1573, 1578, 1578 b BGB ergibt.

108

Angesichts der sich aus dem Vortrag der Beteiligten ergebenden Schulproblematik des Antragstellers zu 4.) (vgl. hierzu beispielsweise die Anlagen zum Schriftsatz des Antragstellers zu 4.) vom 22.01.2016 (Bl.756 ff. GA) ist ein erhöhter Betreuungsbedarf dieses Kindes bis zu dessen Volljährigkeit anzunehmen, so dass eine dreißigstündige Erwerbstätigkeit in diesem Zeitraum angemessen ist.

109

Ehebedingte Nachteile durch Erkrankungen der Antragstellerin sind nicht gegeben, sowohl die Brustkrebserkrankung als auch die psychische Erkrankung sind als schicksalshaft einzuordnen. Die Antragstellerin zu 1.) trägt in ihrem Schriftsatz vom 27.09.2018 (Bl. 2391 GA) vor, dass die psychischen Erkrankungen unter anderem Folge der Trennung bzw. Scheidung seien. Sie geht mithin selbst nicht davon aus, dass die Trennung und Scheidung alleinursächlich, für die Erkrankungen sind. Worin die konkreten Verursachungsanteile liegen sollen, ist nicht ersichtlich, der Vortrag ist unsubstantiiert, eine Beweisaufnahme würde auf eine unzulässige Ausforschung hinauslaufen.

110

Auch ehebedingte Nachteile im Hinblick auf ihre berufliche Qualifikation sind nicht ersichtlich. Zwar trägt die Antragstellerin zu 1.) insofern vor, dass sie aufgrund der ehelichen Aufgabenaufteilungen – insbesondere wegen der Kinderbetreuung - nicht an Fortbildungsmaßnahmen habe teilnehmen können. Daher sei ihr es nunmehr nicht möglich, eine im Vergleich zu ihrem Berufsabschluss höher dotierte Arbeitsstellen anzunehmen. Bei der Prüfung eines insofern gegebenen ehebedingten Nachteils ist jedoch zu berücksichtigen, dass die die Geburt des ersten Kindes erst sechs Jahre nach Eheschließung erfolgte. Es ist nicht ersichtlich, dass dieser Zeitraum nicht für Fortbildungsmaßnahmen genutzt werden konnte. Auch erfolgte die Trennung der Beteiligten bereits 2009, mithin vor zehn Jahren. Es ist nicht ersichtlich, dass es der Antragstellerin zu1.) seitdem durchgehend nicht möglich war, Fortbildungsmaßnahmen durchzuführen.

111

Der Bedarf der Antragstellerin zu 1.) orientiert sich daher  an dem durchschnittlichen Einkommen einer Hotelkaufrau. Dieses beträgt ausweislich des Entgeltatlas der Bundesarbeitsagentur für Nordrhein-Westfalen Mittleres Entgelt(Meridian)] 2.498,00 EUR brutto.

112

Der Unterhaltsanspruch der Antragsgegnerin ist nicht verwirkt.

113

Das Vorliegen einer verfestigten Lebensgemeinschaft im Sinne des § 1579 Ziff. 2 BGB ist nicht gegeben.

114

Die vorgenannte Vorschrift berücksichtigt, dass eine dauerhafte Unterhaltsleistungen des geschiedenen Ehegatten als  unzumutbar erscheint, wenn sich der andere Ehegatte endgültig aus der ehelichen Solidarität löst und zu erkennen gegeben hat, dass er dieser nicht mehr bedarf. Es müssen Umstände vorliegen, die eine fortwirkende Unterhaltsbelastung als unzumutbar erscheinen lassen. Es kommt darauf an, ob die Partner ihre Lebensverhältnisse so aufeinander eingestellt haben, dass diese wechselseitig füreinander einstehen,  sich gegenseitig Hilfe und Unterstützung gewähren und damit das Zusammenleben ähnlich gestalten wie Ehegatten. Die Vorschrift knüpft an rein objektive Gegebenheiten an und ist keine Sanktion für vorwerfbares Fehlverhalten des Unterhaltsberechtigten. Verschuldensgesichtspunkte sind unerheblich. Wann eine verfestigte Lebensgemeinschaft anzunehmen ist, normiert das Gesetz nicht, da aufgrund der Vielfalt der denkbaren Lebenssachverhalte der Einzelfall maßgeblich ist.  Der Bundesgerichtshof hat in seiner Rechtsprechung gebilligt, dass die Voraussetzungen  für die Anwendung der Vorschrift in der Regel erst nach einer Dauer von 2-3 Jahren angenommen werden können, wenn nicht sonst Umstände, etwa die Geburt eines gemeinsamen Kindes, für eine verfrühte Verfestigung sprechen. Ein räumliches Zusammenleben mit gemeinsamen Haushalt  ist nicht Voraussetzung. Die Vorschrift kann auch zur Anwendung kommen, wenn die Partner getrennten Wohnungen leben. Ohne räumliches Zusammenleben und gemeinsamen Haushalt ist eine verfestigte Lebensgemeinschaft erst dann anzunehmen, wenn die Partner seit fünf Jahren nach außen als Paar auftreten. Es kommt auf den Einzelfall und insbesondere auf die wirtschaftliche Verflechtung der Partner an. Halten die Partner ihre Lebensbereiche getrennt und ihre Beziehung bewusst auf Distanz, ist diese in eigener Verantwortung getroffene Entscheidung über die Lebensgestaltung grundsätzlich auch unterhaltsrechtlich zu akzeptieren. Es kommt auf die Intensität der Gemeinschaft an. Bloße wechselseitige Besuche der in verschiedenen Wohnungen leben Partner lassen, auch wenn sie sich bei der täglichen Hausarbeit unterstützen, noch nicht auf eine Verfestigung schließen. Allein das Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit kann zur Annahme einer verfestigten Gemeinschaft führen, dafür spricht vor allem das Auftreten als Lebenspartner. Indizien dafür sind insbesondere gemeinsame Freizeitgestaltung und Urlaube, zusammen mit Familienangehörigen verbrachte Feiertage und Feste sowie ein gemeinsames Erscheinen in öffentlichen Anzeigen, vergleiche zum Ganzen Palandt, BGB 76 der Auflage 2017, § 1579 Rn. 11 ff., (OLG Düsseldorf, Beschluss vom 13. September 2010 – II-7 UF 69/10 –, Rn. 7, juris)

115

Der Antragsgegner trotz des hat  trotz des Bestreiten der Antragstellerin 1.) lediglich den Vortrag im Schriftsatz vom 26.04.2014 unter Beweis gestellt. Dieser ist jedoch nicht hinreichend konkret und ausreichend, um eine verfestigte Lebenspartnerschaft anzunehmen. Insbesondere wurde zum Zeitmoment nicht hinreichend bestimmt vorgetragen. Es mag sein, dass die Lebensgemeinschaft, die nach dem unbestrittenen Vortrag der Antragstellerin zu 1.) zwischenzeitlich beendet wurde, auf dem Weg der Verfestigung war. Ob tatsächlich ein ausreichender Zeitraum des intensiven Zusammenlebens wie oben dargestellt vorlag, nachdem eine Verfestigung zu bejahen ist, kann nicht geprüft werden, da von dem Antragsgegner keine Daten genannt werden. Nicht ersichtlich ist, ab wann der Lebensgefährte der Antragstellerin zu 1.) jedes Wochenende bei ihr wohnen soll. Auch ist nicht ersichtlich, wie oft konkret Feiertage miteinander verbracht wurden oder wie häufig tatsächlich gemeinsame Unternehmungen durchgeführt werden.  Es ist auch beispielsweise nicht ersichtlich, wie häufig tatsächlich Wäsche des Lebensgefährten bei der Antragstellerin zu 1.) gewaschen und gebügelt wird. Eine Vernehmung der Antragsteller zu 2.) bis 4.) als Zeugen würde daher auf eine unzulässige Ausforschung hinauslaufen. Gerade aufgrund des Umstandes, dass ein räumliches Zusammenleben mit gemeinsamen Haushalt nicht vorliegt, haben die Aspekte der Dauer der Beziehung der sowie das Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit ein besonderes Gewicht.

116

Auch der Verkauf eines nn Grundstücks durch die Antragstellerin zu 1.) führt zu keiner Beschränkung oder Versagung des Unterhaltsanspruchs gemäß § 1579 BGB. Das Grundstück wurde unstreitig auf den Namen der Antragstellerin zu 1.) gekauft und entsprechend beurkundet. Der Antragsgegner hat trotz des Bestreitens der Antragstellerin zu 1.) nicht substantiiert dargelegt, wann auf welche konkrete Weise eine Vereinbarung mit dem Inhalt  zustande gekommen sei, dass dem Antragsgegner das Grundstück wirtschaftlich zustehen solle.

117

Die geltend gemachten Unterhaltsansprüche sind nicht verwirkt.

118

Eine Verwirkung kommt nach allgemeinen Grundsätzen in Betracht, wenn der Berechtigte ein Recht längere Zeit nicht geltend macht, obwohl er dazu in der Lage wäre, und der Verpflichtete sich mit Rücksicht auf das gesamte Verhalten des Berechtigten darauf einrichten durfte und eingerichtet hat, dass dieser sein Recht auch in Zukunft nicht geltend machen werde. Gerade bei Unterhaltsansprüchen spricht vieles dafür, an das so genannte Zeitmoment der Verwirkung keine strengen Anforderungen zu stellen. Von einem Unterhaltsgläubiger, der auf laufende Unterhaltsleistungen angewiesen ist, muss eher als von einem Gläubiger anderer Forderungen erwartet werden, dass er sich zeitnah um die Durchsetzung des Anspruchs bemüht. Anderenfalls können Unterhaltsrückstände zu einer erdrückenden Schuldenlast anwachsen. Auf dieser Grundlage kann das Zeitmoment der Verwirkung regelmäßig schon dann erfüllt sein, sobald die Rückstände Zeitabschnitte betreffen, die ein Jahr oder länger zurückliegen. Denn nach den gesetzlichen Bestimmungen der §§ 1585 b Abs. 3, 1613 Abs. 2 Nr. 1 i.V.m. §§ 1360 a Abs. 3, 1361 Abs. 4 Satz 4 BGB verdient der Gesichtspunkt des Schuldnerschutzes bei mindestens ein Jahr zurückliegenden Unterhaltsrückständen besondere Beachtung (BGH FamRZ 2007, 453 m.w.N.). Diese Grundsätze gelten auch für bereits rechtshängige Unterhaltsansprüche. Die Rechtshängigkeit als solche steht der Annahme einer Anspruchsverwirkung nicht entgegen (vgl. BGH FamRZ 2007, 453; OLG Düsseldorf FamRZ 1989, 776), ebenso wie eine bereits erfolgte Titulierung von Unterhaltsansprüchen eine Verwirkung nicht ausschließt. Auch von einem Unterhaltsgläubiger, dessen Ansprüche bereits vor ihrer Fälligkeit tituliert sind, kann erwartet werden, dass er seine Ansprüche zeitnah durchsetzt. Denn auch in diesen Fällen können ansonsten Unterhaltsrückstände zu einer erdrückenden Schuldenlast anwachsen. Der Schuldnerschutz verdient es somit auch im Falle der Titulierung künftig fällig werdender Unterhaltsforderungen, besonders beachtet zu werden, weshalb auch in diesen Fällen das Zeitmoment bereits nach dem Verstreichen Lassen einer Frist von etwas mehr als einem Jahr als erfüllt anzusehen sein kann (BGH FamRZ 2004, 531). Wenn aber schon bereits titulierte Ansprüche nach Ablauf eines Jahres wegen illoyaler Untätigkeit verwirkt sein können, muss dies erst recht für zwar rechtshängige, aber noch nicht titulierte Ansprüche gelten; vgl. OLG Düsseldorf, Beschluss vom 13. Juni 2018 – II-8 UF 217/17 –, Rn. 13 - 14, juris).

119

Im vorliegenden Stufenverfahren ist zu berücksichtigen, dass es auch der Antragsgegner durch einen Terminierungsantrag in der Hand gehabt hätte, dem Verfahren Fortgang zu geben.Abgesehen davon würde, da die Beteiligten bis Dezember 2012 korrespondierten, ohne dass es zuvor zu einer einjährigen Unterbrechung kam und der Zahlungsantrag im Februar 2014 rechtshängig wurde, von einer Verwirkung lediglich ein geringer Zeitraum betroffen sein.

120

Weiterhin kann die Antragstellerin Unterhaltsrückstände für die Antragsteller zu 2.) und 3.) für die Zeit der Minderjährigkeit der Kinder mit dem Institut des familienrechtlichen Ausgleichsanspruchs geltend machen.

121

Die Voraussetzungen des familienrechtlichen Ausgleichsanspruchs (vgl. hierzu bspw. Liceni-Kierstein in: Rahm/Künkel, Handbuch Familien- und Familienverfahrensrecht, 79. Lieferung 04.2019, Kindesunterhalt, Rn. 1612 mit weiteren Nachweisen) sind gegeben. Die Antragstellerin zu 1.) hat den Unterhalt zumindest in der Differenz zwischen den von dem Antragsgegner getätigten Zahlungen bis zur Höhe des tatsächlich nach der Düsseldorfer Tabelle bestehenden Anspruchs geleistet und damit zugleich eine Verpflichtung erfüllt, die im Innenverhältnis dem anderen Elternteil oblag. Es ist aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse der Antragstellerin, wie sie sich zum einen aus der vorgelegten notariellen Vereinbarung, der aus der Akte ersichtlichen Einkommensverhältnisse und des vorgetragenen Verkaufs der nn Grundstücks ergibt, davon auszugehen, dass sie über ausreichende finanzielle Mittel verfügte, um die die Kinder entsprechend zu unterhalten und dies auch tat. Die Unterhaltsleistung wurde auch in der Absicht erbracht, von dem anderen barunterhaltspflichtigen Elternteil Ersatz zu verlangen, wie das vorliegende seit 2010 rechtshängige Verfahren zeigt.

122

Für die verschiedenen Berechnungszeiträume ergibt sich das Folgende:

123

Die Beteiligten wurden – konkret mit Beschluss vom 13.11.2015 (Bl. 737 GA) und auch nochmals im Termin vom 24.11.2017 (Bl. 1278 GA) – ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Berechnungsgrundlagen für die bezifferten Ansprüche konkret schriftsätzlich darzulegen sind und das Gericht nur den Sachvortrag in Schriftsätzen nebst konkreter Anlagen berücksichtigt, sofern auf diese Anlagen ausdrücklich Bezug genommen wird. Es wurde weiterhin darauf hingewiesen, dass das bloße Überreichen nicht durchnummerierter Anlagenkonvolute nicht ausreichend ist. Hiervon ausgehend ergibt sich die nachfolgende Unterhaltsberechnung. Dementsprechend wurden der nachfolgenden Berechnung lediglich die aus den Einkommenssteuererklärungen ersichtlichen Einkommen sowie der schriftsätzliche Vortrag berücksichtigt.

124

01.11.2009 - 31.12.2009

125

Die Antragstellerin erzielte in den Monaten November und Dezember 2009 insgesamt ein Einkommen aus nichtselbständiger Tätigkeit in Höhe von 2597,15 EUR, wie sich aus den vorgelegten Abrechnungen (Bl. 882 f. GA) ergibt. Es ist daher ein Monatsbruttogehalt in Höhe von 1.298,57 EUR einzusetzen. Da die Antragstellerin zu 1.) diese Tätigkeit erst zum 01.08.2009 aufnahm, ist eine Umrechnung auf einen Jahreswert nicht angemessen. Wie sich aus dem Einkommensteuerbescheid für das Jahr 2009 (Bl. 1292 f GA) ergibt, ist für das Jahr 2009 keine Einkommenssteuer angefallen.  Ein Wohnwert für die von den Antragstellern zu 1.) – 4.) genutzte Immobilie ist nicht zu berücksichtigen. Die Beteiligten vereinbarten in der notariellen Vereinbarung vom 18.06.2007 vor der Notarin I. unter Ziff. XV. (Bl. 592 GA) ausdrücklich, dass Leistungen die die Antragstellerin zu 1.) aus diesem Vertrag erhält – auch das kostenfreie Wohnen – bei Unterhaltszahlungen bzw. Unterhaltszahlungen der Antragstellerin zu 1.) gegen den Antragsgegner nicht zu berücksichtigen sind.  Eine zusätzliche Altersversorgung ist nicht zu berücksichtigen, da nicht substantiiert vorgetragen wurde, ab wann hierauf Zahlungen vorgenommen werden.

126

Es ergibt sich mithin das folgende Einkommen der Antragstellerin zu 1.):

127

Bruttolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.298,57 Euro

128

Rentenversicherung (19,9 % / 2)               .              .              .              .              .              .              -129,21 Euro

129

Arbeitslosenversicherung (2.8 % / 2)               .              .              .              .              .              -18,18 Euro

130

Krankenversicherung: (14,0%/2 + 0.9%)               .              .              .              -102,59 Euro

131

Pflegeversicherung mit Zuschlag (AN-Anteil 1,225 %)               -15,91 Euro

132

              ––––––––––––––––––

133

Nettolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.032,68 Euro

134

abzüglich pauschaler berufsbedingter Aufwendungen                  -51,63 Euro

135

              ––––––––––––––––––

136

unterhaltsrechtliches Einkommen               .              .              .              .              .              .              981,05  Euro

137

Auf Seiten des Antragsgegners ist für das Jahr 2009 ein Einkommen aus nichtselbständiger Tätigkeit in Höhe von 69.234,00 EUR aus dem Einkommenssteuerbescheid (Bl. 1292 GA) ersichtlich. Dass die Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung in diesem Jahr 15.024,00 EUR betrugen, hat der Antragsgegner nicht bestritten. Konkreter Vortrag zu Abschreibungen für Abnutzung erfolgten trotz des Hinweises im Beschluss vom 13.11.2015 (Bl. 737 GA) nicht. Die negativen Einnahmen aus Gewerbebetrieb lassen die Antragsteller gegen sich gelten. Der Wohnwert des von dem Antragsgegner bewohnten Hauses wird aufgrund der von den Antragstellern im Schriftsatz vom 11.07.2013 (Bl. 371 GA) gemachten Angaben (150-160 qm, Grundstücksgröße 308 qm, Baujahr 2007) gemäß § 287 ZPO auf 1200, EUR geschätzt, zu aus dem Haus resultierenden Belastungen wurde von dem Antragsgegner nicht hinreichend schriftsätzlich unter Bezugnahme auf konkrete Anlagen vorgetragen.

138

Hieraus ergibt sich das folgende unterhaltsrechtliche Einkommen des Antragsgegners:

139

Aus Erwerbstätigkeit

140

Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit:                                            69.234,00 Euro

141

Rentenversicherung (19,9 % / 2)                                                                                                                  - 6.447,60 Euro

142

Arbeitslosenversicherung (2.8 % / 2)               .              .              .              .                                 - 907,20 Euro

143

Krankenversicherung: (14,0 %/2 + 0.9 %)*44.100,00 Euro                 - 3.483,90 Euro

144

Pflegeversicherung (AN-Anteil 0,975 %)               .              .              .                                 - 429,98 Euro

145

Einkünfte aus Gewerbebetrieb:                                                                      - 17.646,00 Euro

146

Steuerlast gem. des ESTB vom 30.06.2011 für 2009                                       0,00 Euro

147

Zwischenergebnis:                                                                                                    40.319,32 Euro

148

Monatlich (/12):                                                                          3.359,94 Euro

149

Aus Nichterwerbstätigkeit:

150

Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung                                            15.024,00 Euro

151

Einkünfte aus Kapitalvermögen:                                                                               99,00 Euro

152

Steuerlast gem. des ESTB vom 30.06.2011 für 2009                                       0,00 Euro

153

Zwischensumme:                                                                                                    15.123,00 Euro

154

Monatlich (/12):                                                                                                       1.260,25 Euro

155

abzüglich pauschaler berufsbedingter Aufwendungen:                -150,00 Euro

156

Schulden, Belastungen

157

Direktversicherung               .              .              .              168,81 Euro

158

Deutscher Ring LV               .              .              .              .              25,56 Euro

159

              ––––––––––––––

160

insgesamt:               .              .              .              .              .              194,37 Euro

161

Schulden, Belastungen               .              .              .              .              .              .              .              .                                  -194,37 Euro

162

Wohnwert                                                                                                                      1200,00 Euro

163

unterhaltsrechliches Einkommen:                                                              5475,82 Euro

164

Für die Antragsteller zu 2.) - 4.) ergibt sich ein Unterhaltsanspruch nach der 10. Einkommensstufe, es ist jedoch unter Berücksichtigung der Anzahl der Unterhaltsberechtigten ein Abschlag von einer Einkommensstufe zu machen, so dass sich folgende Unterhaltsbeträge ergeben:

165

gegenüber L. B.

166

Tabellenunterhalt DT 9/3               .              .              .              574,00 Euro

167

abzüglich Kindergeld               .              .              .              .              -82,00 Euro

168

              ––––––––––––––––––

169

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              492,00 Euro

170

gegenüber O. B.

171

Tabellenunterhalt DT 9/3               .              .              .              574,00 Euro

172

abzüglich Kindergeld               .              .              .              .              -82,00 Euro

173

              ––––––––––––––––––

174

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              492,00 Euro

175

gegenüber K. B.

176

Tabellenunterhalt DT 9/3               .              .              .              574,00 Euro

177

abzüglich Kindergeld               .              .              .              .              -85,00 Euro

178

              ––––––––––––––––––

179

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              489,00 Euro

180

              ––––––––––––––––––

181

insgesamt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.473,00 Euro

182

Für die Antragstellerin zu 1.) ergibt sich sodann ein Trennungsunterhaltsanspruch in Höhe von 1.096,00 EUR:

183

Einkommen von Antragstellerin zu 1.) (E. I.)               981,00 Euro

184

Erwerbstätigenbonus: 981*981,05/981*1/7               .              .              .              -140,00 Euro

185

              ––––––––––––––––––

186

Bonusbereinigtes Einkommen von Antragstellerin zu 1.) (E. I.)

187

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              841,00 Euro

188

Durch Vermögensbildung dem Konsum entzogen               0,00 Euro

189

Einkommen von Antragsgegner (N. B.)               5.476,00 Euro

190

prg. Kindesunterhalt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              -1.473,00 Euro

191

Erwerbstätigenbonus:  (5476 - 1473)*3209,94/(5476 + 194)*1/7

192

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              -324,00 Euro

193

              ––––––––––––––––––

194

Bonusbereinigtes Einkommen von Antragsgegner (N. B.)

195

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              3.679,00 Euro

196

Voller Unterhalt von Antragstellerin zu 1.) (E. I.): (3679 + 841)/2 - 841

197

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.419,00 Euro

198

Der Unterhalt ist gemäß § 1361 Abs. 4 S.1 BGB bzw. § 1612 Abs.1 S.1 BGB durch Entrichtung einer Geldrente zu gewähren. Es mag sein, dass der Antragsgegner weitreichende anderweitige Zahlungen erbracht hat, diese führen jedoch nicht zur Erfüllung des Unterhaltsanspruchs.

199

Dass der Antragsgegner diesen Unterhaltsanspruch über den von der Antragstellerin zu 1.) vorgetragenen Betrag von 334,00 monatlich hinaus für die Antragsteller zu 2.) und 3.) (teilweise) erfüllt hat, hat er trotz des Bestreitens der Gegenseite nicht unter Beweis gestellt.

200

Zusammenfassend bestehen für das Jahr 2009 die folgenden Ansprüche:

201

Antragstellerin zu 1.): 2 x 1419,00 EUR = 2.838,00 EUR

202

Antragsteller zu 2.) (familienrechtl. Ausgleichsanspruch: 2 x 492,00 EUR= 984,00 EUR

203

Antragsteller zu 3.) (familienrechtl. Ausgleichsanspruch: 2 x 492,00 EUR= 984,00 EUR

204

Antragsteller zu 4.): 2 x 489,00 EUR = 978,00 EUR.

205

01.01.2010 – 31.12.2010

206

Für das Jahr 2010 wurde lediglich von dem Antragsteller zu 4.) zum Einkommen der Antragsgegnerin vorgetragen, hieraus ergibt sich, dass die Antragstellerin zu 1.) ein Jahresgesamtbrutto in Höhe von 18.343,73 EUR und ein Jahressteuerbrutto in Höhe von 18.189,23 EUR erzielte.

207

Für das Jahr 2010 wurde trotz der o.g. erfolgten Hinweise weder von der Antragstellerseite zu den Einkommensverhältnissen des Antragsgegners noch von dem Antragsgegners zu den AfA und seinen sonstigen Belastungen schriftsätzlich substantiiert vorgetragen. Es werden daher lediglich die Angaben aus dem vorgelegten Einkommensteuerbescheid für 2010 (Bl. 1338 GA) übernommen. Hieraus ergibt sich das folgende Einkommen des Antragsgegners:

208

Aus Erwerbstätigkeit

209

Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit:                                                        73.748,00 Euro

210

Einkünfte aus Gewerbebetrieb:                                                                                    56.472,00 Euro

211

Rentenversicherung (19,9 % / 2)               .              .              .              .              .              .                                          -6.567,00 Euro

212

Arbeitslosenversicherung (2.8 % / 2)               .              .              .              .                                              -924,00 Euro

213

Krankenversicherung:                                          -6.435,00 Euro

214

Pflegeversicherung (AN-Anteil 0,975 %)               .              .              .                                              -877,00 Euro

215

Steuerlast gemäß des ESTB für 2010:                                                                              - 25.914,95 Euro

216

Zwischenergebnis:                                                                                    89.502,05 Euro

217

Monatlich (/12):                                                                                      7.458,50 Euro

218

Aus Nichterwerbstätigkeit:

219

Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung:                                                        -

220

Einnahmen aus Kapitalvermögen:                                                                           643,00 Euro   Monatlich (/12):                                                                                                                       53,58 Euro

221

Abzüglich pauschaler berufsbedingter Aufwendungen:                                -150,00 Euro

222

Schulden/Belastungen wurden für dieses Jahr nicht

223

mehr schriftsätzlich vorgetragen.

224

Wohnwert:                                                                                                                                1.200,00 Euro

225

Unterhaltsrechtliches Einkommen:                                                                        8.562,08 Euro

226

Für die Antragstellerin ergibt sich  aufgrund der vorgelegten Abrechnungen und dem Einkommenssteuerbescheids für 2010 (Bl. 1323 GA) das folgende unterhaltsrechtliche Einkommen:

227

Bruttolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              18.343,73 Euro

228

Steuerbrutto (vor Freibetrag)               .              .              .              .              .              .              .              18.189,23 Euro

229

Sozialversicherungsbrutto               18.189,23 Euro

230

              LSt-Klasse 2

231

              Kinderfreibeträge 1,5

232

Lohnsteuer:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .                   0,00 Euro

233

Kirchensteuer 9 %               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              0,00 Euro

234

Rentenversicherung (19,9 % / 2)               .              .              .              .              .              .              -1.809,83 Euro

235

Arbeitslosenversicherung (2.8 % / 2)               .              .              .              .              -254,65 Euro

236

Krankenversicherung: (14,0%/2 + 0.9%)               .              .              .              -1.436,95 Euro

237

Pflegeversicherung (AN-Anteil 0,975 %)               .              .              .              -177,34 Euro

238

              ––––––––––––––––––

239

Nettolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              14.664,96 Euro

240

14664,96 / 12 =               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.222,00 Euro

241

abzüglich pauschaler berufsbedingter Aufwendungen               -61,10 Euro

242

              ––––––––––––––––––

243

unterhaltsrechtliches Einkommen               .              .              .              .              .              1.161,00 Euro

244

Aufgrund des Umstandes, dass die Trennung der Beteiligten im Jahr 2009 erfolgte, genügte die Antragsteller ihrer Erwerbsobliegenheit im Jahr 2010 durch die Erzielung dieses Einkommens.

245

Aufgrund des unterhaltsrechtlichen Einkommens des Antragstellers für dieses Jahr ist eine Abstufung der Einkommensstufe aufgrund der Anzahl der Unterhaltsberechtigten unangemessen, so dass Kindesunterhaltsansprüche der Antragsteller zu 2.) – 4.) in folgender Höhe bestehen:

246

gegenüber L. B.

247

Tabellenunterhalt DT 10/3               682,00 Euro

248

abzüglich Kindergeld               .              .              .              .              -92,00 Euro

249

              ––––––––––––––––––

250

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              590,00 Euro

251

gegenüber O. B.

252

Tabellenunterhalt DT 10/3               682,00 Euro

253

abzüglich Kindergeld               .              .              .              .              -92,00 Euro

254

              ––––––––––––––––––

255

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              590,00 Euro

256

gegenüber K. B.

257

Tabellenunterhalt DT 10/3               682,00 Euro

258

abzüglich Kindergeld               .              .              .              .              -95,00 Euro

259

              ––––––––––––––––––

260

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              587,00 Euro

261

Gegenüber der Antragstellerin bestehen Ansprüche auf Zahlung von Trennungsunterhalt bzw. nachehelichen Unterhalt aus den o.g. Vorschriften in der nachfolgenden Höhe, wobei im Scheidungsjahr noch keine Begrenzung in Betracht kommt:

262

Verpflichtungen von Antragsgegner (N. B.)

263

Einkommen von Antragstellerin zu 1.) (E. I.)               1.161,00 Euro

264

Erwerbstätigenbonus: 1161*1160,98/1161*1/7               -166,00 Euro

265

              ––––––––––––––––––

266

Bonusbereinigtes Einkommen von Antragstellerin zu 1.) (E. I.)

267

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              995,00 Euro

268

Durch Vermögensbildung dem Konsum entzogen               0,00 Euro

269

Einkommen von Antragsgegner (N. B.)               8.562,00 Euro

270

prg. Kindesunterhalt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              -1.767,00 Euro

271

Erwerbstätigenbonus:  (8562 - 1767)*7309/8562*1/7               -829,00 Euro

272

              ––––––––––––––––––

273

Bonusbereinigtes Einkommen von Antragsgegner (N. B.)

274

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              5.966,00 Euro

275

Voller Unterhalt von Antragstellerin zu 1.) (E. I.): (5966 + 995)/2 - 995

276

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              2.485,50 Euro

277

Von dem Unterhaltsanspruch macht die Antragstellerin zu 1.) einen Betrag in Höhe von 1.744,00 EUR für sich geltend.

278

Für die Antragstellerin zu 2.) und 3.) macht sie jeweils 522,00 EUR geltend (vgl. Seite 5 des Schriftsatzes vom 11.07.2013 (Bl. 375 GA).

279

Der Antragsteller zu 4.) macht für diesen Zeitraum monatlich 522,00 EUR geltend (vgl. den Schriftsatz vom 03.03.2019 (Bl. 849 GA)), wobei der Antragsgegner auf den Anspruch des Antragstellers zu 4.) für November 2010 89,07 EUR und für Dezember 2010 334,00 EUR zahlte

280

Es ergeben sich mithin für das Jahr 2010 nachfolgende Unterhaltsansprüche:

281

Antragsteller zu 1.): 12 x 1.744,00 EUR = 20.928,00 EUR; hiervon werden monatlich 1.738,00 EUR geltend gemacht (vgl. den Vortrag auf Seite 5 des Schriftsatzes vom 11.07.2013 (Bl. 375 GA), mithin: 12x 1.738,00 EUR = 20.856,00 EUR

282

Antragsteller zu 2.) (famrechtl. Ausgleichsanspr.): 12 x 522,00 EUR = 6.264,00 EUR

283

Antragsteller zu 3.) (famrechtl. Ausgleichsanspr.): 12 x 522,00 EUR = 6.264,00 EUR

284

Antragsteller zu 4.): Es wird ein monatlicher Unterhalt von 519,00 EUR verlangt. Zu den durch den Antragsgegner erfolgten Unterhaltszahlungen wird – auf für die folgenden Zeitabschnitte -  auf die Auflistung des Antragstellers zu 4.) Bezug genommen, die dem Schriftsatz vom 03.03.2016 (Bl. 849 GA) beigefügt war: 12 x 519,00 EUR = 6.228,00 EUR – 89,07 EUR – 334,00 EUR = 5.804,93 EUR.

285

01.01.2011 – 30.06.2011

286

Auch für dieses Jahr wurde  lediglich, von dem Antragsteller zu 4.) zum Einkommen der Antragsgegnerin vorgetragen, hieraus ergibt sich, dass die Antragstellerin zu 1.) ein Jahresgesamtbrutto in Höhe von 18.906,70 EUR und ein Jahressteuerbrutto in Höhe von 18.670,70 EUR erzielte.

287

Es wurde trotz der o.g. erfolgten Hinweise weder von der Antragstellerseite zu den Einkommensverhältnissen des Antragsgegners noch von dem Antragsgegners zu den AfA und seinen sonstigen Belastungen vorgetragen. Es werden daher lediglich die Angaben aus dem vorgelegten Einkommensteuerbescheid für 2011 (Bl. 1401 GA) übernommen. Hieraus ergibt sich das folgende Einkommen des Antragsgegners:

288

Aus Erwerbstätigkeit

289

Einkünfte aus Gewerbebetrieb:                                                                                                      104.399,00 Euro

290

Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit:               .              ..              .                    74.230,00 Euro

291

Rentenversicherung (19,9 % / 2)               .              .              .              .              .              .            -6.567,00 Euro

292

Arbeitslosenversicherung (3,0 % / 2)               .              .              .              .               -990,00 Euro

293

Krankenversicherung:                     -6638,00 Euro

294

Pflegeversicherung (AN-Anteil 0,975 %)               .              .                    .         -869,00 Euro

295

Steuerlast gem. des EStB für 2011:                                                     -57.557.93 Euro

296

              ––––––––––––––––––

297

Zwischenergebnis:                                                                                                                                                              105.947,07 Euro

298

Monatlich (/12):                                                                                                                                                                               8.828,92 Euro

299

Aus Nichterwerbstätigkeit:

300

Einkünfte aus Kapitalvermögen:                                                                                                                 944,00 Euro

301

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung                                                             30.740,00 Euro

302

(15.992,00 + 14.748,00)

303

Monatlich (/12):                                                                                                                                                                       2.640,33 Euro

304

Abzüglich pauschaler berufsbedingter Aufwendungen:                             -150,00 Euro

305

Wohnwert                                                                                                                                                                                 1200,00 Euro

306

Das unterhaltsrechtliche Einkommen der Antragstellerin zu 1.) errechnet sich wie folgt:

307

Bruttolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              18.906,70 Euro

308

Steuerbrutto (vor Freibetrag)               .              .              .              .              .              .              .              18.670,70 Euro

309

Lohnsteuer:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .                      0,00 Euro

310

Kirchensteuer 9 %               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              0,00 Euro

311

Rentenversicherung (19,9 % / 2)               .              .              .              .              .              .              -1.857,73 Euro

312

Arbeitslosenversicherung (3,0 % / 2)               .              .              .              .              -280,06 Euro

313

Krankenversicherung: (14,6%/2 + 0.9%)               .              .              .              -1.531,00 Euro

314

Pflegeversicherung (AN-Anteil 0,975 %)               .              .              .              -182,04 Euro

315

              ––––––––––––––––––

316

Nettolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              15.053,87 Euro

317

13965,87 / 12 =               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.254,49 Euro

318

abzüglich pauschaler berufsbedingter Aufwendungen               -62,72 Euro

319

              ––––––––––––––––––

320

unterhaltsrechtliches Einkommen               .              .              .              .              .              1.192,00 Euro

321

Auch hier ist es angesichts der Einkommenshöhe des Antragsgegners unangemessen, eine Abstufung angesichts der Anzahl der Unterhaltsberechtigten vorzunehmen. Es verbleibt daher bei der 10. Einkommensstufe:

322

gegenüber L. B.

323

Tabellenunterhalt DT 10/3               682,00 Euro

324

abzüglich Kindergeld               .              .              .              .              -92,00 Euro

325

              ––––––––––––––––––

326

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              590,00 Euro

327

gegenüber O. B.

328

Tabellenunterhalt DT 10/3               682,00 Euro

329

abzüglich Kindergeld               .              .              .              .              -92,00 Euro

330

              ––––––––––––––––––

331

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              590,00 Euro

332

gegenüber K. B.

333

Tabellenunterhalt DT 10/3               682,00 Euro

334

abzüglich Kindergeld               .              .              .              .              -95,00 Euro

335

              ––––––––––––––––––

336

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              587,00 Euro

337

Für die Antragstellerin zu 1.) ergibt sich der folgende Unterhaltsanspruch:

338

Einkommen von Antragstellerin zu 1.) (E. I.)               1.192,00 Euro

339

Erwerbstätigenbonus: 1192*1191,77/1192*1/7               -170,00 Euro

340

              ––––––––––––––––––

341

Bonusbereinigtes Einkommen von Antragstellerin zu 1.) (E. I.)

342

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.022,00 Euro

343

Durch Vermögensbildung dem Konsum entzogen               0,00 Euro

344

Einkommen von Antragsgegner (N. B.)               12.519,00 Euro

345

prg. Kindesunterhalt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              -1.767,00 Euro

346

Erwerbstätigenbonus:  (12519 - 1767)*8679/12519*1/7               -1.065,00 Euro

347

              ––––––––––––––––––

348

Bonusbereinigtes Einkommen von Antragsgegner (N. B.)

349

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              9.687,00 Euro

350

Voller Unterhalt von Antragstellerin zu 1.) (E. I.): (9687 + 1022)/2 - 1022

351

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              4.332,50 Euro

352

Von dem Unterhaltsanspruch macht die Antragstellerin zu 1.) einen Betrag in Höhe von 1.744,00 EUR für sich geltend, was unter dem Gesichtspunkt der nachehelichen Solidarität zumindest für das Jahr 2011 noch angemessen ist.

353

Für die Antragstellerin zu 2.) und 3.) macht sie jeweils 522,00 EUR geltend (vgl. Seite 5 des Schriftsatzes vom 11.07.2013 (Bl. 375 GA).

354

Der Antragsteller zu 4.) macht für diesen Zeitraum monatlich 522,00 EUR geltend (vgl. den Schriftsatz vom 03.03.2019 (Bl. 849 GA)).

355

Der Antragsgegner zahlte von Januar bis Mai 2011 insgesamt Kindesunterhalt in Höhe von 6.279,20 EUR, mithin für die Antragsteller zu 2.) bis 4.) jeweils 2093,06 EUR und für die Antragsteller zu 2.) und 3.) zusammen 501,00 EUR, mithin jeweils 250,50 EUR (Vgl. hierzu den Schriftsatz vom 11.07.2013, Bl. 376 GA).

356

Es ergeben sich mithin für das erste Halbjahr 2011 nachfolgende Unterhaltsansprüche, wobei zu berücksichtigen ist, dass die Antragstellerin zu 1.) ab Juni 2011 1.959,00 EUR geltend macht:

357

Antragsteller zu 1.): 5 x 1.744,00 EUR + 1 x 1959,00 EUR= 10.679,00 EUR

358

Antragsteller zu 2.) (famrechtl. Ausgleichsanspr.): 6 x 522,00 EUR – 2093,20 EUR- 250,50 EUR = 788,30 EUR

359

Antragsteller zu 3.) (famrechtl. Ausgleichsanspr.): 6 x 522,00 EUR – 2093,20 EUR- 250,50 EUR = 788,30 EUR

360

Antragsteller zu 4.) Es wird monatlicher Unterhalt in Höhe von 519,00 EUR verlangt. 6 x 519,00 EUR – 4x334,00 EUR – 167,00 EUR = 1.611,00 EUR.

361

01.07.2011 – 31.12.2011

362

In der zweiten Jahreshälfte 2011 zog der Antragsteller zu 4.) zum Antragsgegner, was bei ansonsten gleichbleibenden Ansprüchen der übrigen Beteiligten zu einem Wegfall des Unterhaltsanspruchs des Antragstellers zu 4.) gegen den Antragsgegner führt, da dieser seine Unterhaltspflicht nunmehr durch die Pflege und Erziehung des Kindes erfüllt (§ 1606 Abs. 3 S. 2 BGB).

363

Für die Antragsteller zu 2.) und 3.) zahlte der Antragsgegner in diesem Zeitraum monatlich 334,00 EUR.

364

Es bestehen daher folgende Unterhaltsrückstände, die in dieser Höhe streitgegenständlich sind:

365

Antragsteller zu 1.): 6 x 1.959,00 EUR = 11.754,00 EUR

366

Antragsteller zu 2.) (famrechtl. Ausgleichsanspr.): 6 x 522,00 EUR – 6x334,00 EUR = 1128,00 EUR

367

Antragsteller zu 3.) (famrechtl. Ausgleichsanspr.): 6 x 519,00 EUR – 6x334,00 EUR = 1.110,00 EUR

368

01.01.2012 – 31.07.2012

369

In diesem Zeitraum wohnte der Antragsteller zu 4.) weiterhin beim Antragsgegner.

370

Der Antragstellerin zu1.) ist ab 2012 eine Tätigkeit in ihrem erlernten Beruf zuzumuten. Eine angemessene Orientierungsfrist ist seit der Trennung im Jahr 2009 abgelaufen. Angesichts des Alters der Antragsteller zu 2.) und 3.) und des Umstandes, dass der Antragsteller zu 4.) beim Antragsgegner wohnt, ist ihr auch eine vollschichtige Tätigkeit fiktiv zuzurechnen. Dieses beträgt ausweislich des Entgeltatlas der Bundesarbeitsagentur für Nordrhein-Westfalen Mittleres Entgelt(Meridian) 2.498,00 EUR brutto im Hotelfach.

371

Dies führt zur nachfolgenden Berechnung:

372

Einkommen der Antragstellerin zu 1.):

373

Bruttolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              29.976,00 Euro

374

(12*2498,00 = 29.976)

375

Steuerbrutto (vor Freibetrag)               .              .              .              .              .              .              .              29.976,00 Euro

376

(12*2498,00 = 29.976)

377

              LSt-Klasse 2

378

              Kinderfreibeträge 1,5

379

Lohnsteuer:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              -3.690,00 Euro

380

Kirchensteuer 9 %               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              -84,42 Euro

381

Rentenversicherung (19,6 % / 2)               .              .              .              .              .              .              -2.937,65 Euro

382

Arbeitslosenversicherung (3,0 % / 2)               .              .              .              .              -449,64 Euro

383

Krankenversicherung: (14,6%/2 + 0.9%)               .              .              .              -2.458,03 Euro

384

Pflegeversicherung (AN-Anteil 0,975 %)               .              .              .              -292,27 Euro

385

              ––––––––––––––––––

386

Nettolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              20.063,99 Euro

387

20063,99 / 12 =               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.672,00 Euro

388

abzüglich pauschaler berufsbedingter Aufwendungen               -83,60 Euro

389

              ––––––––––––––––––

390

unterhaltsrechtliches Einkommen               .              .              .              .              .              1.588,00 Euro

391

Der Antragsgegner erzielte in diesem Jahr ein Bruttoeinkommen aus nichtselbständiger Arbeit in Höhe von 71.533,00 EUR, aus selbständiger Tätigkeit in Höhe von 36.263,00 EUR sowie aus Kapital in Höhe von 1.493,00 EUR, wie sich dem Einkommenssteuerbescheid für das Jahr 2012 (Bl. 1763 GA) entnehmen lässt. Dies führt zu der nachfolgenden Berechnung, wobei die Kosten der Kranken- und Pflegeversicherung dem Einkommenssteuerbescheid zu entnehmen waren:

392

Aus Erwerbstätigkeit:

393

Einkünfte aus Gewerbebetrieb:                                                                                    36.263,00 EUR

394

Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit:                                                        71.533,00 EUR

395

Rentenversicherung (19,6 % / 2)               .              .              .              .              .              .                                          -6.585,60 EUR

396

Arbeitslosenversicherung (3,0 % / 2)               .              .              .              .                                          -1.008,00 EUR

397

Krankenversicherung: (14,6 %/2 + 0.9 %)*45.900,00 Euro                             -6.270,00 EUR

398

Pflegeversicherung (AN-Anteil 0,975 %)               .              .              .                                              -821,00 EUR

399

Steuerlast gem. des EStB für 2012:                                                                       -16.340,94 EUR

400

                                                                                                                                            ----------------------

401

Zwischenergebnis:                                                                                                                76.770,46 EUR

402

Monatlich (/12):                                                                                                                  6.397,54 EUR

403

Aus Nichterwerbstätigkeit:

404

Einkünfte aus Kapitalvermögen:                                                                                       1.493,00 EUR

405

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung:                                                           5.569,00 EUR

406

(1.152,00+1+4416)

407

Zwischenergebnis:                                                                                                                   7.062,00 EUR

408

Monatlich (/12):                                                                                                                      588,50 EUR

409

Abzügl pauschaler berufsbedingter Aufwendungen:                                               -150,00 EUR

410

Wohnwert:                                                                                                                                 1.200,00 EUR

411

Monatliches unterhaltsrechtliches Einkommen:                                                                        8.036,04  EUR

412

Auch hier ist es angesichts der Einkommensverhältnisse des Antragsgegners angemessen, ihn in die 10. Einkommensstufe einzuordnen, was zu den folgenden Kindesunterhaltsansprüchen der Antragsgegner zu 2.) und 3.) gegen den Antragsgegner führt:

413

gegenüber L. B.

414

Tabellenunterhalt DT 10/3               682,00 Euro

415

abzüglich Kindergeld               .              .              .              .              -92,00 Euro

416

              ––––––––––––––––––

417

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              590,00 Euro

418

gegenüber O. B.

419

Tabellenunterhalt DT 10/3               682,00 Euro

420

abzüglich Kindergeld               .              .              .              .              -92,00 Euro

421

              ––––––––––––––––––

422

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              590,00 Euro

423

Die Antragstellerin ihrerseits war dem Antragsteller zu 4.) gegenüber zum Unterhalt nach der ersten Einkommensstufe verpflichtet:

424

gegenüber K. B.

425

Tabellenunterhalt DT 1/3               .              .              .              426,00 Euro

426

abzüglich Kindergeld               .              .              .              .              -95,00 Euro

427

              ––––––––––––––––––

428

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              331,00 Euro

429

Der nacheheliche Unterhalt errechnet sich wie folgt:

430

Einkommen von Antragstellerin zu 1.) (E. I.)               1.588,00 Euro

431

abz. eheprägender Kindesunterhalt               .              .              .              .              .              -331,00 Euro

432

Erwerbstätigenbonus: (1588 - 331)*1588/1588*1/7               -180,00 Euro

433

              ––––––––––––––––––

434

Bonusbereinigtes Einkommen von Antragstellerin zu 1.) (E. I.)

435

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.077,00 Euro

436

Durch Vermögensbildung dem Konsum entzogen               0,00 Euro

437

Einkommen von Antragsgegner (N. B.)               8.036,00 Euro

438

prg. Kindesunterhalt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              -1.180,00 Euro

439

Erwerbstätigenbonus:  (8036 - 1180)*6248/8036*1/7               -762,00 Euro

440

              ––––––––––––––––––

441

Bonusbereinigtes Einkommen von Antragsgegner (N. B.)

442

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              6.094,00 Euro

443

Voller Unterhalt von Antragstellerin zu 1.) (E. I.): (6094 + 1077)/2 - 1077

444

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              2.508,50 Euro

445

Von dem nachehelichen Unterhalt macht die Antragstellerin zu 1.) weiterhin 1.959,00 EUR geltend (vgl. Seite 5 des Schriftsatzes vom 11.07.2013 (Bl. 375 GA) sowie jeweils 522,00 EUR für die Antragteller zu 2.) und 3.) als familienrechtlichen Ausgleichsanspruch. Auf den Kindesunterhalt zahlte der Antragsgegner monatlich jeweils 334,00 EUR, so dass sich die folgenden Rückstände ergeben:

446

Antragstellerin zu 1.): 7 x 1.959,00 EUR = 13.713,00 EUR

447

Antragsteller zu 2.): 7 x (522-334) EUR = 1.316,00 EUR

448

Antragsteller zu 3.): 7 x (522-334) EUR = 1.316,00 EUR

449

01.08.2012 – 30.09.2012

450

In diesem Zeitraum lebte der Antragsteller zu 4.) wieder bei der Antragstellerin zu 1.), so dass wieder ein Barunterhaltsanspruch des Antragstellers zu 4.) gegen den Antragsgegner besteht. Mehrbedarf besteht für diesen Zeitraum nicht. Die Kosten für das Schokoticket in Höhe von 65,00 EUR sind, wie sich aus der Zahlungsaufstellung im Schriftsatz vom 14.07.2016 (Bl. 1095 ff. GA) ergibt, nur einmal jährlich fällig, mithin fallen auf den Monat umgerechnet ca. 5,00 EUR an, ein derartig geringer Fahrtkostenanteil ist aus dem Unterhaltsbetrag nach der Düsseldorfer Tabelle zu begleichen. Die im Vergleich zur Unterhaltsanspruchshöhe relativ geringen Klassenfahrtkosten in Höhe von 135,00 EUR sind ebenfalls bereits mit dem Unterhaltsbetrag in Höhe von 519,00 EUR abgegolten. Ebenso mit dem Kindesunterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle sind die Schulverpflegungskosten (Frühstück/Mittagessen).

451

Es verbleibt betreffend den Antragsgegner bei der Einkommensvermittlung wie im vorherigen Berechnungszeitraum. Das Einkommen der Antragstellerin zu 1.) ist wieder auf 30 Stunden ausgehend von dem o.g. Durchschnittsgehalts einer Hotelkauffrau herunterzurechnen. Angesichts der unstreitigen Schulprobleme des Antragsgegners zu 4.) ist weiterhin von einem erhöhten Betreuungsbedarf auszugehen:

452

Es ergibt sich daher für die Antragstellerin zu 1.) das folgende Einkommen:

453

Bruttolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              22.482,00 Euro

454

((12*2498,00)*3/4 = 22.482)

455

Steuerbrutto (vor Freibetrag)               .              .              .              .              .              .              .              29.976,00 Euro

456

(12*2498,00 = 29.976)

457

Sozialversicherungsbrutto               29.976,00 Euro

458

              LSt-Klasse 2

459

              Kinderfreibeträge 1,5

460

Lohnsteuer:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              -3.690,00 Euro

461

Kirchensteuer 9 %               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              -84,42 Euro

462

Rentenversicherung (19,6 % / 2)               .              .              .              .              .              .              -2.937,65 Euro

463

Arbeitslosenversicherung (3,0 % / 2)               .              .              .              .              -449,64 Euro

464

Krankenversicherung: (14,6%/2 + 0.9%)               .              .              .              -2.458,03 Euro

465

Pflegeversicherung (AN-Anteil 0,975 %)               .              .              .              -292,27 Euro

466

              ––––––––––––––––––

467

Nettolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              12.569,99 Euro

468

12569,99 / 12 =               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.047,50 Euro

469

abzüglich pauschaler berufsbedingter Aufwendungen               -52,38 Euro

470

              ––––––––––––––––––

471

unterhaltsrechtliches Einkommen               .              .              .              .              .              .              995,00 Euro

472

Im Ergebnis bleibt es aber zumindest bei den errechneten Unterhaltsansprüchen der Antragstellerin zu 1.) in Höhe von monatlich zumindest der geltend gemachten 1.959,00 EUR und im Hinblick auf den Antragstellern zu 2.) und 3.) in Höhe von 522,00 EUR. Auch gegen den von dem Antragsteller zu 4.) geltend gemachten Unterhaltsanspruch in Höhe von 519,00 EUR bestehen angesichts der Einordnung des Verdienstes des Antragsgegners in die 10. Einkommensstufe keine Bedenken.

473

Es bestehen für diesen Zeitraum mithin folgende Ansprüche unter Berücksichtigung erfolgter Unterhaltszahlungen:

474

Antragstellerin zu 1.): 2 x 1.959,00 EUR = 3.918,00 EUR

475

Antragsteller zu 2.): 2 x (522-334) EUR = 376,00 EUR

476

Antragsteller zu 3.): 2 x (522-334) EUR =376,00 EUR

477

Antragsteller zu 4.): 2 x 519,00 EUR = 1.038,00 EUR

478

01.10.2012 – 30.11.2012

479

Der Antragsteller zu 2.) wurde im Oktober 2012 volljährig. Ab diesem Zeitpunkt ist der familienrechtliche Ausgleichsanspruch nicht mehr gegeben, da das volljährige Kind den künftigen Unterhalt alleine gegen den pflichtigen Elternteil geltend machen kann. Der Antragsteller ist jedoch weiterhin als privilegiertes Kind gemäß § 1603 Abs. 2 S. 2 BGB in der Unterhaltsberechnung zu berücksichtigen. Nach dem Akteninhalt – es wurde vorgetragen, dass er auf das Gymnasium ging und Abitur machte – ist davon auszugehen, dass er bis zum 31.07.2013 eine allgemeinbildende Schule besuchte (ausgehend vom Geburtsdatum ist von einer Einschulung im Jahr 2001 auszugehen, der Antragsgegner zu 2.) gehörte dem ersten G8-Jahrgang an).Es verbleibt daher bei der vorherigen Unterhaltsberechnung, wobei Unterhaltsansprüche des Antragstellers zu 2.) ab diesem Zeitpunkt in diesem Verfahren nicht mehr zu titulieren sind:

480

Antragstellerin zu 1.), die ab Oktober 2012 noch einen monatlichen Unterhaltsbetrag in Höhe von 1.918,40 EUR geltend macht (vgl. Seite 6 des Schriftsatzes vom 11.07.2013 (Bl. 6 GA):  1.959,00 EUR + 1.918,40 EUR = 3.877,40 EUR

481

Antragsteller zu 3.): 2 x (522-334) EUR =188,00 EUR

482

Antragsteller zu 4.): 2 x 519,00 EUR = 1.038,00 EUR

483

01.12.2012 – 31.12.2012

484

Ab diesem Monat zahlte die Antragstellerin das monatliche Schulgeld für den Antragsteller zu 4.) (vgl. hierzu die Bestätigung der Schule vom 10.07.2014, Bl. 1100 GA)

485

Der Betrag in Höhe von 560,00 EUR ist als Mehrbedarf zu berücksichtigen. Der Antragsteller kann nicht damit gehört werden, dass die Wahl dieser Schule nicht einvernehmlich getroffen worden sei. Es ist nicht ersichtlich, welche schulische Alternative angesichts der übereinstimmend geschilderten Schulprobleme er gesehen hat. Im Übrigen hätte er gegebenenfalls eine Entscheidung gemäß § 1628 BGB herbeiführen können. Weitergehender Mehrbedarf wurde hingegen nicht vorgetragen. Essensgeld ist aus dem laufenden Unterhalt bezahlen, ebenso  Kosten für Einzellektüren und Ausflüge. Dass alle Schulbücher von der Antragstellerin zu 1.) gezahlt wurden, wurde nicht substantiiert vorgetragen.

486

Das der Antragstellerin zuzurechnende Einkommen beträgt 995,00 EUR (vgl. Zeitraum 01.08.2012 – 30.09.2012). Dieses Einkommen liegt unterhalb des Selbstbehalts in Höhe von 1.050,00 EUR, so dass der Mehrbedarf vom Antragsgegner alleine zu tragen ist.

487

Der Antragsgegner ist weiterhin den Antragstellern zu 3.) und 4.) zur Zahlung von Unterhalt in Höhe der 10. Einkommensstufe verpflichtet, so dass Ansprüche in Höhe der geltend gemachten Höhe abzüglich erfolgter Zahlung bestehen. Auch der Anspruch der Antragstellerin zu 1.) besteht in der geltend gemachten Höhe fort:

488

Antragstellerin zu 1.), die ab Oktober 2012 noch einen monatlichen Unterhaltsbetrag in Höhe von 1.918,40 EUR geltend macht (vgl. Seite 6 des Schriftsatzes vom 11.07.2013 (Bl. 6 GA):  1.918,40 EUR

489

Antragsteller zu 3.): 522,00 EUR – 334,00 EUR = 188,00 EUR

490

Antragsteller zu 4.): 519,00 EUR zuzüglich 560,00 EUR Mehrbedarf

491

01.01.2013 – 31.05.2013

492

Das Bruttoeinkommen der Antragstellerin zu 1.) weiterhin wie für Dezember 2012 dargelegt einzusetzen. Es errechnet sich für das Jahr 2013 das folgende Nettoeinkommen:

493

Bruttolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              22.482,00 Euro

494

((12*2498,00)*3/4 = 22.482)

495

Steuerbrutto (vor Freibetrag)               .              .              .              .              .              .              .              29.976,00 Euro

496

(12*2498,00 = 29.976)

497

Sozialversicherungsbrutto               29.976,00 Euro

498

              LSt-Klasse 2

499

              Kinderfreibeträge 1,5

500

Lohnsteuer:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              -3.643,00 Euro

501

Kirchensteuer 9 %               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              -80,64 Euro

502

Rentenversicherung (18,9 % / 2)               .              .              .              .              .              .              -2.832,73 Euro

503

Arbeitslosenversicherung (3,0 % / 2)               .              .              .              .              -449,64 Euro

504

Krankenversicherung: (14,6%/2 + 0.9%)               .              .              .              -2.458,03 Euro

505

Pflegeversicherung (AN-Anteil 1,025 %)               .              .              .              -307,25 Euro

506

              ––––––––––––––––––

507

Nettolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              12.710,71 Euro

508

12710,71 / 12 =               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.059,23 Euro

509

abzüglich pauschaler berufsbedingter Aufwendungen               -52,96 Euro

510

              ––––––––––––––––––

511

unterhaltsrechtliches Einkommen               .              .              .              .              .              1.006,00 Euro

512

Die Angaben zum Einkommen des Antragsgegners ist dem Einkommenssteuerbescheid für 2013 (Bl. 1766 ff GA) zu entnehmen. Hieraus errechnet sich das folgende unterhaltsrechtliche Einkommen des Antragsgegners, wobei die Steuerlast angesichts der relativ geringen Einkünfte der zweiten Ehefrau dem Antragsgegner alleine anteilig den Einkünften aus Erwerbstätigkeit und Nichterwerbstätigkeit zugerechnet wird:

513

Aus Erwerbstätigkeit:

514

Einkünfte aus Gewerbebetrieb:                                                                                     26.653,00 EUR

515

Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit:                                                         68.910,00 EUR

516

Rentenversicherung (18,9 % / 2)               .              .              .              .              .              .                                          -6.512,00 EUR

517

Arbeitslosenversicherung (3,0 % / 2)               .              .              .              .                                          -1.033,65 EUR

518

Krankenversicherung:                                                                                                  -7.024,00 EUR

519

Pflegeversicherung:                                                                                                                    -963,00 EUR

520

Anteilige Steuerlast gemäß EStB für 2013:                                                        -24.932,12 EUR

521

(26653+68910)*100/(3.197+128.342+26.653+68.910)*59.250,28/100

522

                                                                                                                                            -----------------------

523

Zwischenergebnis:                                                                                                                 55.098,23 EUR

524

Monatlich (/12):                                                                                                                  4.591,52 EUR

525

Aus Nichterwerbstätigkeit:

526

Einkünfte aus Kapitalvermögen:                                                                                     3.197,00 EUR

527

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung:                                                         128.342,00 EUR

528

(114.720,00 + 13.622)

529

Anteilige Steuerlast gemäß EStB für 2013:                                                        -34.318,22 EUR

530

(3.197+128.342)*100/(3.197+128.342+26.653+68.910)*59.250,28/100

531

                                                                                                                                            ------------------------

532

Zwischenergebnis:                                                                                                                  97.220,78 EUR

533

Monatlich (/12):                                                                                                                    8.101,73 EUR

534

Abzüglich pauschaler berufsbedingter Aufwendungen:                            -150,00 EUR

535

Wohnwert.                                                                                                                              1.200,00 EUR

536

Der Antragsteller ist weiterhin in der 10. Einkommensstufe der Düsseldorfer Tabelle einzuordnen, ohne dass eine Abstufung geboten ist. Am Mehrbedarf des Antragstellers ist die Antragsgegnerin nicht zu beteiligen, da ihr unterhaltsrechtliches Einkommen unterhalb des Selbstbehalts in Höhe von 1.200,00 EUR liegt.

537

Es ergeben sich folgende Kindesunterhaltsverpflichtungen:

538

gegenüber L. B.

539

fiktiv bei alleiniger Unterhaltspflicht

540

Bedarf               .              .              .              .              .              .              .              .              781,00 Euro

541

abzüglich Kindergeld               .              .              .              .              -184,00 Euro

542

              ––––––––––––––––––

543

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              597,00 Euro

544

Restbedarf des Kindes nach beiderseitigem Einkommen               597,00 Euro

545

gegenüber O. B.

546

Tabellenunterhalt DT 10/3               682,00 Euro

547

abzüglich Kindergeld               .              .              .              .              -92,00 Euro

548

              ––––––––––––––––––

549

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              590,00 Euro

550

gegenüber K. B.

551

Tabellenunterhalt DT 10/3               682,00 Euro

552

zuzüglich Mehrbedarf               .              .              .              560,00 Euro

553

              ––––––––––––––––––

554

Gesamtbedarf               .              .              .              .              .              .              1.242,00 Euro

555

abzüglich Kindergeld               .              .              .              .              -95,00 Euro

556

              ––––––––––––––––––

557

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.147,00 Euro

558

Der Unterhaltsanspruch der Antragstellerin zu 1.) beträgt rechnerisch  2.962,50 EUR:

559

Einkommen von Antragstellerin zu 1.) (E. I.)               1.006,00 Euro

560

Erwerbstätigenbonus: 1006*1/7               .              .              .              .              .              .              -144,00 Euro

561

              ––––––––––––––––––

562

Bonusbereinigtes Einkommen von Antragstellerin zu 1.) (E. I.)

563

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              862,00 Euro

564

Durch Vermögensbildung dem Konsum entzogen               0,00 Euro

565

Einkommen von Antragsgegner (N. B.)               13.743,00 Euro

566

prg. Kindesunterhalt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              -2.334,00 Euro

567

Erwerbstätigenbonus:  (13743 - 2334)*4442/13743*1/7               -527,00 Euro

568

              ––––––––––––––––––

569

Bonusbereinigtes Einkommen von Antragsgegner (N. B.)

570

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              10.882,00 Euro

571

Voller Unterhalt von Antragstellerin zu 1.) (E. I.): (10882 + 862)/2 - 862

572

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              5.010,00 Euro

573

Er ist jedoch angesichts des Umstandes, dass keine ehebedingten Nachteile gegeben sind auf einen Betrag in Höhe von 2.300,00 EUR zu begrenzen. Es ist davon auszugehen, dass die Antragstellerin in ihrem erlernten Beruf bei vollschichtiger Tätigkeit ein Nettogehalt von ca. 1.700,00 EUR erzielen könnte. Aufgrund der Dauer der Ehe und der ehelichen wirtschaftlichen Verhältnisse erscheint es geboten, dass die Antragstellerin zu 1.) zum jetzigen Zeitpunkt einen monatlichen Betrag von ca. 2.300,00 EUR zur Verfügung hat, während der derzeitige anzurechnende Unterhalt ca. 1.000,00 EUR beträgt. Es ist mithin für diesen Zeitraum ein Betrag in Höhe von 1.300,00 EUR zuzusprechen.

574

Er ergeben sich zusammenfassend folgende geltend gemachte Ansprüche:

575

Antragstellerin zu 1.):               5 x 1300,00 EUR = 6500,00 EUR

576

Antragstellerin zu 3.):               5 x (522 - 334) EUR = 940,00 EUR

577

Antragsteller zu 4.):                5 x (519 - 334) EUR = 925,00 EUR

578

              Mehrbedarf: 5 x 560,00 EUR = 2.800,00 EUR

579

01.06.2013 – 31.12.2013

580

Der Antragsgegner heiratete im Juni 2013 erneut. Wie aus dem Einkommenssteuerbescheid für 2013 (vgl. Bl. 1766 GA) ersichtlich, erzielte die zweite Ehefrau des Antragsgegners in diesem Jahr Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit in Höhe von 14.713,00 EUR, mithin ein durchschnittliches monatliche Nettoeinkommen in Höhe von 742,31 EUR:

581

Bruttolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              14.173,00 Euro

582

              LSt-Klasse 5

583

Lohnsteuer:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              -1.836,00 Euro

584

Solidaritätszuschlag               .              .              .              .              .              .              .              .              .              -100,98 Euro

585

Rentenversicherung (18,9 % / 2)               .              .              .              .              .              .              -1.339,35 Euro

586

Arbeitslosenversicherung (3,0 % / 2)               .              .              .              .              -212,60 Euro

587

Krankenversicherung: (14,6%/2 + 0.9%)               .              .              .              -1.162,19 Euro

588

Pflegeversicherung (AN-Anteil 1,025 %)               .              .              .              -145,27 Euro

589

              ––––––––––––––––––

590

Nettolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              9.376,61 Euro

591

9376,61 / 12 =               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              781,38 Euro

592

Es handelt sich um eine Teilzeitbeschäftigung.

593

abzüglich pauschaler berufsbedingter Aufwendungen               -39,07 Euro

594

              ––––––––––––––––––

595

bleibt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              742,31 Euro

596

Angesichts des oben errechneten unterhaltsrechtlichen Einkommens des Antragsgegners ist er weiterhin in den folgenden Höhen leistungsfähig:

597

Antragstellerin zu 1.):7 x 1300,00 EUR = 9.100,00 EUR

598

Antragstellerin zu 3.): 7 x (522 - 334) EUR = 1.316,00 EUR

599

Antragsteller zu 4.):  7 x (519 – 334) EUR = 1.295,00 EUR

600

01.01.2014 – 28.02.2014

601

Zu den Einkommensverhältnissen für das Jahr 2014 ergibt sich kein ausreichender Sachvortrag. Hierzu wurde ausdrücklich im Rahmen der am 09.03.2019 erfolgten Anhörung (Bl. 1694 GA) hingewiesen, der Einkommenssteuerbescheid für 2014 wurde nicht zu den Akten gereicht. Die Berechnung wird daher mit den bekannten Daten aus dem Vorjahr fortgesetzt, da kontinuierliche Einkommensverhältnisse zu unterstellen sind.  Die Antragstellerin zu 3.) ist im Januar 2014 volljährig geworden, so dass der Antragstellerin zu 1.) auch für diese nunmehr kein familienrechtlicher  Ausgleichsanspruch mehr geltend machen kann. Sie dürfte aber noch bis zum 31.07.2015 eine allgemeinbildende Schule besucht haben (Einschulung 2002, da sie offenbar zunächst eine Realschule besuchte, sind bis zum Abitur 13 Schuljahre anzusetzen), so dass sie gemäß § 1603 Abs. 2 BGB als privilegierte Volljährige zu behandeln ist.

602

Das unterhaltsrechtliche Einkommen der Antragstellerin zu 1.) errechnet sich wie folgt:

603

Bruttolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              22.482,00 Euro

604

((12*2498,00)*3/4 = 22.482)

605

Steuerbrutto (vor Freibetrag)               .              .              .              .              .              .              .              29.976,00 Euro

606

(12*2498,00 = 29.976)

607

Sozialversicherungsbrutto               29.976,00 Euro

608

              LSt-Klasse 2

609

              Kinderfreibeträge 1,5

610

Lohnsteuer:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              -3.568,00 Euro

611

Kirchensteuer 9 %               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              -74,52 Euro

612

Rentenversicherung (18,9 % / 2)               .              .              .              .              .              .              -2.832,73 Euro

613

Arbeitslosenversicherung (3,0 % / 2)               .              .              .              .              -449,64 Euro

614

Krankenversicherung: (14,6%/2 + 0.9%)               .              .              .              -2.458,03 Euro

615

Pflegeversicherung (AN-Anteil 1,025 %)               .              .              .              -307,25 Euro

616

              ––––––––––––––––––

617

Nettolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              12.791,83 Euro

618

12791,83 / 12 =               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.065,99 Euro

619

abzüglich pauschaler berufsbedingter Aufwendungen               -53,30 Euro

620

              ––––––––––––––––––

621

unterhaltsrechtliches Einkommen               .              .              .              .              .              1.013,00 Euro

622

Einkommen der zweiten Ehefrau des Antragsgegners:

623

Bruttolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              14.173,00 Euro

624

              LSt-Klasse 5

625

Lohnsteuer:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              -1.753,00 Euro

626

Solidaritätszuschlag               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              -96,41 Euro

627

Rentenversicherung (18,9 % / 2)               .              .              .              .              .              .              -1.339,35 Euro

628

Arbeitslosenversicherung (3,0 % / 2)               .              .              .              .              -212,60 Euro

629

Krankenversicherung: (14,6%/2 + 0.9%)               .              .              .              -1.162,19 Euro

630

Pflegeversicherung (AN-Anteil 1,025 %)               .              .              .              -145,27 Euro

631

              ––––––––––––––––––

632

Nettolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              9.464,18 Euro

633

9464,18 / 12 =               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              788,68 Euro

634

Es handelt sich um eine Teilzeitbeschäftigung.

635

abzüglich pauschaler berufsbedingter Aufwendungen               -39,43 Euro

636

              ––––––––––––––––––

637

unterhaltsrechtliches Einkommen               .              .              .              .              .              .              749,00 Euro

638

Einkommen des Antragsgegners:

639

Aus Erwerbstätigkeit:

640

Einkünfte aus Gewerbebetrieb:                                                                                     26.653,00 EUR

641

Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit:                                                         68.910,00 EUR

642

Rentenversicherung (18,9 % / 2)               .              .              .              .              .              .                                          -6.512,00 EUR

643

Arbeitslosenversicherung (3,0 % / 2)               .              .              .              .                                          -1.033,65 EUR

644

Krankenversicherung:                                                                                                  -7.024,00 EUR

645

Pflegeversicherung:                                                                                                                    -963,00 EUR

646

Anteilige Steuerlast gemäß EStB für 2013:                                                        -24.932,12 EUR

647

(26653+68910)*100/(3.197+128.342+26.653+68.910)*59.250,28/100

648

                                                                                                                                            -----------------------

649

Zwischenergebnis:                                                                                                                 55.098,23 EUR

650

Monatlich (/12):                                                                                                                  4.591,52 EUR

651

Aus Nichterwerbstätigkeit:

652

Einkünfte aus Kapitalvermögen:                                                                                     3.197,00 EUR

653

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung:                                                         128.342,00 EUR

654

(114.720,00 + 13.622)

655

Anteilige Steuerlast gemäß EStB für 2013:                                                        -34.318,22 EUR

656

(3.197+128.342)*100/(3.197+128.342+26.653+68.910)*59.250,28/100

657

                                                                                                                                            ------------------------

658

Zwischenergebnis:                                                                                                                  97.220,78 EUR

659

Monatlich (/12):                                                                                                                    8.101,73 EUR

660

Abzüglich pauschaler berufsbedingter Aufwendungen:                            -150,00 EUR

661

Wohnwert.                                                                                                                              1.200,00 EUR

662

Hieraus errechnet sich weiterhin ein Anspruch auf Zahlung von Unterhalt für den Antragsteller zu 4.) in Höhe zumindest der geltend gemachten 519,00 EUR und ein Anspruch auf Zahlung von Mehrbedarf in Höhe von 560,00 EUR.

663

Der nacheheliche Unterhalt für die Antragstellerin zu 1.) beträgt weiterhin 1.300,00 EUR.

664

Antragstellerin zu 1.):               2 x1300,00 EUR = 2600,00 EUR

665

Antragsteller zu 4.):              2 x (519 – 334) = 370,00 EUR

666

              Mehrbedarf: 2 x 560,00 EUR = 1.120,00 EUR

667

01.03.2014 – 31.12.2014

668

Am 12.03.2014 wurde das Kind F. des Antragstellers aus zweiter Ehe geboren.

669

Angesichts der Einkommensverhältnisse des Antragsgegners verbleibt es aber dennoch bei den vorgenannten Zahlbeträgen. Mehrbedarf für den Antragsteller zu 4.) in Form des Schulgeldes besteht jedoch nur bis zum 31.07.2014, da der Antragsteller zu 4.) die Schule verließ.

670

Antragstellerin zu 1.): 10 x1300,00 EUR = 13.00,00 EUR

671

Antragsteller zu 4.):              Unterhalt: 10 x (519 – 334) = 1.850,00 EUR

672

              Mehrbedarf: 5 x 560,00 EUR = 2.800,00 EUR

673

01.01.2015 – 31.07.2015

674

Auf Seiten der Antragstellerin zu 1.) ist weiterhin ein Bruttojahreseinkommen von 22.482,00 EUR einzusetzen. Hieraus errechnet sich das unterhaltsrechtliche Einkommen wie folgt

675

Bruttolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              22.482,00 Euro

676

(12*2498,00*3/4 = 22.482)

677

              LSt-Klasse 2

678

              Kinderfreibeträge 1,5

679

Zusatzbeitrag zu KV (%)               .              .              .              .              .              .              .              .              .              0,9

680

Lohnsteuer:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              -1.804,00 Euro

681

Kirchensteuer 9 %               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              0,00 Euro

682

Rentenversicherung (18,7 % / 2)               .              .              .              .              .              .              -2.102,07 Euro

683

Arbeitslosenversicherung (3,0 % / 2)               .              .              .              .              -337,23 Euro

684

Krankenversicherung: (14,6%/2 + 0.9%)               .              .              .              -1.843,52 Euro

685

Pflegeversicherung (AN-Anteil 1,175 %)               .              .              .              -264,16 Euro

686

              ––––––––––––––––––

687

Nettolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              16.131,02 Euro

688

16131,02 / 12 =               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.344,25 Euro

689

abzüglich pauschaler berufsbedingter Aufwendungen               -67,21 Euro

690

              ––––––––––––––––––

691

bleibt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.277,04 Euro

692

Die Angaben zum Einkommen des Antragsgegners ist dem Einkommenssteuerbescheid für 2015 (Bl. 2151 ff GA) zu entnehmen. Hieraus errechnet sich das folgende unterhaltsrechtliche Einkommen des Antragsgegners, wobei die Steuerlast angesichts der nicht vorhandenen Einkünfte der zweiten Ehefrau dem Antragsgegner alleine anteilig den Einkünften aus Erwerbstätigkeit und Nichterwerbstätigkeit zugerechnet wird:

693

Einkommen des Antragsgegners:

694

Aus Erwerbstätigkeit:

695

Einkünfte aus Gewerbebetrieb:                                                                                     71.280,00 EUR

696

Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit:                                                                         8.706,00 EUR

697

Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit:                                                         66.540,00 EUR

698

Rentenversicherung (18,7 % / 2)                                                                                                                              -6.221,49 EUR

699

Arbeitslosenversicherung (3,0 % / 2)                                                                                                          -998,10 EUR

700

Krankenversicherung:                                                                                                  -7.319,00 EUR

701

Pflegeversicherung:                                                                                                                -1.150,00 EUR

702

Anteilige Steuerlast gemäß EStB für 2015:                                                        -48.962,99 EUR

703

(71280+8706+66540)*100/(71280+8706+66540+220457)*122.630,70/100

704

                                                                                                                                            -----------------------

705

Zwischenergebnis:                                                                                                                 81.874,42 EUR

706

Monatlich (/12):                                                                                                                  6.822,86 EUR

707

Aus Nichterwerbstätigkeit:

708

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung:                                                                      220.457,00 EUR

709

Anteilige Steuerlast gemäß EStB für 2015:                                                        -73.667,71 EUR

710

220.457*100/(71280+8706+66540+220457)*122.630,70/100

711

                                                                                                                                            ------------------------

712

Zwischenergebnis:                                                                                                                                                          146.789,29 EUR

713

Monatlich(/12):                                                                                                                                                            12.232,44 EUR

714

Abzüglich pauschaler berufsbedingter Aufwendungen:                                                -150,00 EUR

715

Wohnwert:                                                                                                                                                              1.200,00 EUR

716

Unterhaltsrechtliches Einkommen:                                                                                                                  20.105,30 EUR

717

Die Antragstellerin zu 1.) und der Antragsgegner leben gerichtsbekannt seit Januar 2009 – mithin nunmehr mehr als sechs Jahre – getrennt. Aus diesem Grunde ist es angemessen, den Unterhaltsanspruch auf den Unterhaltsanspruch gemäß §1570 BGB wegen der Betreuung eines minderjährigen Kindes zuzüglich eines Betrages in Höhe von 300,00 EUR aufgrund der Grundsätze nachehelicher Solidarität  gemäß § 1578 b BGB zu begrenzen.

718

Wäre die Antragstellerin zu 1.) in ihrem erlernten Beruf vollerwerbstätig, würde sie folgendes Einkommen erzielen:

719

Bruttolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              29.976,00 Euro

720

(12*2498,00 = 29.976)

721

              LSt-Klasse 2

722

              Kinderfreibeträge 1,5

723

Zusatzbeitrag zu KV (%)               .              .              .              .              .              .              .              .              .              0,9

724

Lohnsteuer:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              -3.528,00 Euro

725

Kirchensteuer 9 %               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              -71,64 Euro

726

Rentenversicherung (18,7 % / 2)               .              .              .              .              .              .              -2.802,76 Euro

727

Arbeitslosenversicherung (3,0 % / 2)               .              .              .              .              -449,64 Euro

728

Krankenversicherung: (14,6%/2 + 0.9%)               .              .              .              -2.458,03 Euro

729

Pflegeversicherung (AN-Anteil 1,175 %)               .              .              .              -352,22 Euro

730

              ––––––––––––––––––

731

Nettolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              20.313,71 Euro

732

20313,71 / 12 =               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.692,81 Euro

733

Tatsächlich kann sie aufgrund ihrer Teilzeittätigkeit aufgrund Kinderbetreuung lediglich 1.344,25 EUR erzielen; die Differenz beträgt 348,56 (=1692,81-1344,25) EUR.

734

Zuzüglich des o.g. Betrages in Höhe von 300,00 EUR ergibt sich ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt in Höhe von 648,56 EUR in dieser Höhe ist der Antragsgegner auch leistungsfähig.

735

Weiterhin bestehen auch hinsichtlich des Anspruchs des Antragstellers zu 4.) in der geltend gemachten Höhe von 519,00 EUR aufgrund der Einkommensverhältnisse des Antragsgegners keine Bedenken.

736

Es bestehen mithin Ansprüche in folgender Höhe:

737

Antragstellerin zu 1.)              7 x 648,56 EUR = 4.539,92 EUR

738

Antragsteller zu 4.)              7 x (519 – 334) EUR = 1.295,00 EUR

739

01.08.2015 – 30.09.2015

740

Angesichts des vorstehend ermittelten unterhaltsrechtlichen Einkommens des Antragsgegners verbleibt es nach Änderung der Düsseldorfer Tabelle zum 01.08.2015 bei einem Anspruch der Antragstellerin zu 1.) in Höhe der vorgenannten 648,56 EUR und des Antragstellers zu 4.) nach der 10. Einkommens- und 3. Altersstufe für ein drittes kindergeldberechtigtes Kind, von dem 519,00 EUR geltend gemacht werden.

741

Mithin ergeben sich folgende Rückstände:

742

Antragstellerin zu 1.):              2 x 648,56 EUR = 1.297,12 EUR

743

Antragsteller zu 4.):              2 x (519-334) EUR= 370,00 EUR

744

01.10.2015 – 31.10.2015

745

Im Monat Oktober 2015 ist der Antragsteller volljährig geworden.

746

Dies hat zum einen zur Folge, dass der Unterhaltsanspruch gemäß § 1570 BGB der Antragstellerin zu 1.) entfällt und nur noch der o.g. Betrag in Höhe von 300,00 EUR zu zahlen ist. Zum anderen haftet nunmehr der Antragsgegner und die Antragstellerin zu 1.) gemäß § 1606 Abs. 3 S. 1 BGB anteilig nach ihrer Erwerbs- und Vermögensverhältnissen.

747

Der Antragstellerin zu 1.) ist gemäß § 1603 Abs. 2 BGB ein Einkommen in Höhe von 1.692,81 EUR (s.o.) zuzurechnen. Von dem pauschale berufsbedingte Aufwendungen in Höhe von 84,64 EUR und der notwendige Eigenbedarf in Höhe von 1.080,00 EUR abzuziehen sind, so dass ein Betrag in Höhe von 528,17 EUR verbleibt. Dem steht ein Einkommen des Antragsgegners von 20.105,30 EUR gegenüber, abzüglich des notwendigen Eigenbedarfs in Höhe von 19.025,30 EUR, mithin das 36fache. Daher erscheint es als angemessen, dass der Antragsgegner weiterhin alleinig zur Zahlung des geltend gemachten Betrages in Höhe von 609,00 EUR verpflichtet ist.

748

Der Antragsgegner zahlte als Unterhalt für den Antragsteller zu 4.) für Oktober einen Betrag von 150,84 EUR, danach erfolgten keine Zahlungen mehr,

749

Es bestehen mithin folgende Unterhaltsrückstände:

750

Antragstellerin zu 1.): 300,00 EUR

751

Antragsteller zu 4.): 519,00 EUR – 150,84 EUR = 368,16 EUR

752

01.11.2015 – 31.12.2015

753

Es bleibt bei den vorstehenden Ausführungen. Allerdings beantrag der Antragsteller mit Schriftsatz vom 23.11.2015 (Bl. 746 GA) die Zahlung von Kindesunterhalt in Höhe von 542,00 EUR monatlich.

754

Es bestehen mithin folgende Unterhaltsrückstände:

755

Antragstellerin zu 1.): 2 x 300,00 EUR = 600,00 EUR

756

Antragsteller zu 4.):  2 x 542,00 EUR = 1.084,00 EUR

757

01.01.2016 – 31.12.2016

758

Die Angaben zum Einkommen des Antragsgegners ist dem Einkommenssteuerbescheid für 2016 (Bl. 2148 ff GA) zu entnehmen. Hieraus errechnet sich das folgende unterhaltsrechtliche Einkommen des Antragsgegners, wobei die Steuerlast angesichts der nicht vorhandenen Einkünfte der zweiten Ehefrau dem Antragsgegner alleine anteilig den Einkünften aus Erwerbstätigkeit und Nichterwerbstätigkeit zugerechnet wird:

759

Aus Erwerbstätigkeit:

760

Einkünfte aus Gewerbetrieb:                                                                                                                                             72.726,00 EUR

761

Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit:                                                                                     66.540,00 EUR

762

Rentenversicherung (18,7 % / 2)                                                                                                                              -6.221,49 EUR

763

Arbeitslosenversicherung (3,0 % / 2)                                                                                                         -998,10 EUR

764

Krankenversicherung:                                                                                                    7.319,00 EUR

765

Pflegeversicherung:                                                                                                    1.150,00 EUR

766

Anteilige Steuerlast gemäß EStB für 2016:                                                                                    -40.563,25 EUR

767

(72.726+66.540)*100/(72.726+66540+35+131.535)*78.884,93/100

768

                                                                                                                                                          -----------------------

769

Zwischenergebnis:                                                                                                                                                             83,014,16 EUR

770

Monatlich (/12)                                                                                                                                                               6.917,85 EUR

771

Aus Nichterwerbstätigkeit:

772

Einkünfte aus Kapital:                                                                                                                                                                        35,00 EUR

773

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung:                                                                        131.535,00 EUR

774

Anteilige Steuerlast gemäß EStB für 2016:                                                                                       -38.321,68 EUR

775

(35+131535)*100/(72.726+66540+35+131.535)*78.884,93/100

776

                                                                                                                                                          ------------------------

777

Zwischenergebnis:                                                                                                                                                          93.248,32 EUR

778

Monatlich(/12):                                                                                                                                                            7.770,69 EUR

779

Abzüglich pauschaler berufsbedingter Aufwendungen:                                              -150,00 EUR

780

Zuzüglich Wohnwert:                                                                                                                                                            1.200,00 EUR

781

Unterhaltsrechtliches Einkommen:                                                                                                                15.738,54 EUR

782

Der Antragsteller zu 4.) besucht weiterhin eine allgemeinbildende Schule (vgl. die Bescheinigungen vom 19.10.2015 (Bl. 784 der Akte) und vom 01.09.2016 (Bl. 1194 der Akte). Aufgrund der Einkommensverhältnisse besteht weiterhin ein Anspruch auf Zahlung von Kindesunterhalt nach der 10. Einkommensstufe und der vierten Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle in Höhe von 630,00 EUR.

783

Die Antragstellerin hat weiter aufgrund der vorangehenden Ausführungen einen Anspruch auf Zahlung von 300,00 EUR.

784

Ab 01.01.2017

785

Der Antragsteller zu 4.) besucht weiterhin eine allgemeinbildende Schule, vgl. insofern die Schulbescheinigungen vom 04.09.2018 (vgl. Bl. 2421 GA) damit weiterhin gemäß § 1601 ff. BGB unterhaltsberechtigt.

786

Die Pflicht des Antragsgegners zur Zahlung nachehelichen Unterhalts an die Antragstellerin zu 1.) ist auf den 31.12.2016 gemäß § 1578 b BGB zu begrenzen. Die Antragstellerin zu 1.) und der Antragsgegner lebten etwa zwanzig Jahre als Eheleute zusammen. Mit dieser Entscheidung wird Trennungs-/nachehelicher Unterhalt für 8 Jahre zugesprochen,  Die Kinder sind zwischenzeitlich alle volljährig, ehebedingte berufliche Nachteile sind nicht gegeben.

787

Das Einkommen ab dem Jahr 2017 wurde nicht mehr substantiiert dargetan und nachgewiesen. Der Zeitraum 2017 wurde im Termin vom 08.05.2018 (vgl. Bl. 2085 GA) erörtert, im nachfolgenden Schriftsatz vom 28.06.2018 (Bl. 2142 ff.) wurde lediglich substantiiert zum Einkommen des Antragsgegners aus nichtselbständiger Tätigkeit vorgetragen. Einkommenssteuerbescheide oder- erklärungen für die Jahre 2017 und 2018 wurden nicht nachgereicht; es ist daher weiter von den Einkommensverhältnissen des Jahres 2016 auszugehen. Dies rechtfertigt eine Einordnung in die 10. Einkommensstufe der Düsseldorfer Tabelle; den Schulbesuch hat der Antragsgegner zu 4.) mit Bescheinigung vom 04.09.2018 (Bl. 2421 GA) und vom 20.02.2019 (Bl. 2434 GA) belegt. Angesichts der vorgetragenen problematischen Schullaufbahn des Antragstellers zu 4.) ist der Besuch einer allgemeinbildenden Schule über die Vollendung des 21. Lebensjahrs hinaus unter Berücksichtigung des § 1610 Abs. 2 BGB auch angemessen.

788

Es bestehen zusammenfassend die folgenden von den Antragstellern ausgerechneten Unterhaltsrückstände:

789

Gegenüber der Antragstellerin zu1.)

790

Trennungsunterhalt/nachehelicher Unterhalt

791

01.11.2009 – 31.12.2009:                                                                                                                                2.838,00 EUR

792

01.01.2010 – 31.12.2010:                                                                                                                              20.856,00 EUR

793

01.11.2011 – 30.06.2011:                                                                                                                              10.679,00 EUR

794

01.07.2011 – 31.12.2011:                                                                                                                              11.754,00 EUR

795

01.12.2012 – 31.07.2012:                                                                                                                              13.713,00 EUR

796

01.08.2012 – 30.09.2012:                                                                                                                                3.918,00 EUR

797

01.10.2012 – 30.11.2012:                                                                                                                                3.877,40 EUR

798

01.12.2012 – 31.12.2012:                                                                                                                                1.918,40 EUR

799

01.01.2013 – 31.05.2013:                                                                                                                                6.500,00 EUR

800

01.06.2013 – 01.07.2013:                                                                                                                                 2.600,00 EUR

801

                                                                                                                              ----------------------

802

GESAMT:                                                                                                                              78.653,80 EUR

803

Für den Zeitraum August  2013 bis November 2013 hat die Antragstellerin zu 1.) keine Unterhaltsrückstände geltend gemacht (vgl. den Vortrag auf Seite 5 – 7 des Schriftsatzes vom 11.07.2013 (Bl. 375 ff. GA) in Verbindung mit den im Schriftsatz formulierten Anträge zu 1.) und 2.).)

804

Familienrechtlicher Ausgleichsanspruch betreffend die Antragstellerin zu 2.):

805

01.11.2009 – 31.12.2009:                                                                         984,00 EUR

806

01.10.2010 – 31.12.2010:                                                                      6.264,00 EUR

807

01.01.2011 – 30.06.2011:                                                                         788,30 EUR

808

01.07.2011 – 31.12.2011:                                                                      1.128,00 EUR

809

01.01.2012 – 31.07.2012:                                                                      1.316,00 EUR

810

01.08.2012 – 30.09.2012:                                                                         376,00 EUR

811

                                                                                                                -------------------

812

GESAMT:                                                                                                  10.856,30 EUR

813

Familienrechtlicher Ausgleichsanspruch betreffend die Antragstellerin zu 3.):

814

01.11.2009 – 31.12.2009:                                                                         984,00 EUR

815

01.10.2010 – 31.12.2010:                                                                      6.264,00 EUR

816

01.01.2011 – 30.06.2011:                                                                      1.611,00 EUR

817

01.07.2011 – 31.12.2011:                                                                      1.128,00 EUR

818

01.01.2012 – 31.07.2012:                                                                      1.316,00 EUR

819

01.08.2012 – 30.09.2012:                                                                         376,00 EUR

820

01.10.2012 – 30.11.2012:                                                                                                                       376,00 EUR

821

01.12.2012 – 30.11.2012:                                                                                                                       188,00 EUR

822

01.01.2013 – 31.05.2013:                                                                                                                        940,00 EUR

823

01.06.2013 – 31.12.2013:                                                                                                                     1.316,00 EUR

824

                                                                                                                -------------------------

825

GESAMT                                                                                                                 13.676,30 EUR

826

Antragsteller zu 4.)

827

Kindesunterhalt nach Düsseldorfer Tabelle:

828

01.11.2009 – 31.12.2009:                                                                           978,00 EUR

829

01.10.2010 – 31.12.2010:                                                                        5.804,93 EUR

830

01.01.2011 – 30.06.2011:                                                                           1.110,00 EUR

831

01.07.2011 – 31.12.2011:                                                                                    0 EUR

832

01.01.2012 – 31.07.2012:                                                                                    0 EUR

833

01.08.2012 – 30.09.2012:                                                                        1.038,00 EUR

834

01.10.2012 – 30.11.2012:                                                                                                                       1.038,00 EUR

835

01.12.2012 – 31.12.2012:                                                                                                                          519,00 EUR

836

01.01.2013 – 31.05.2013:                                                                                                                          925,00 EUR

837

01.06.2013 – 31.12.2013:                                                                                                                       1.295,00 EUR

838

01.01.2014 – 28.02.2014:                                                                                                                              370,00 EUR

839

01.03.2014 – 31.12.2014:                                                                                                                       1.850,00 EUR

840

01.01.2015 – 31.07.2015:                                                                                                                      1.295,00  EUR

841

01.08.2015 – 30.09.2015:                                                                                                                              370,00 EUR

842

01.10.2015 – 31.10.2015:                                                                                                                              368,16 EUR

843

01.11.2015 – 31.12.2015:                                                                                                                       1.084,00 EUR

844

                                                                                                                -------------------------

845

GESAMT:                                                                                                                    18.045,09 EUR

846

Mehrbedarf:

847

01.12.2012 – 31.12.2012:                                                                                                                           560,00 EUR

848

01.01.2013 – 31.05.2013:                                                                                                                         2.800,00 EUR

849

01.06.2013 – 31.12.2013:                                                                                                                              3.920,00 EUR

850

01.01.2014 – 28.02.2014:                                                                                                                              1.120,00 EUR

851

01.03.2014 – 31.07.2014:                                                                                                                              2.800,00 EUR

852

                                                                                                                ---------------------------

853

GESAMT                                                                                                                      11.200,00 EUR

854

Der Zinsausspruch beruht auf § 280, 286 ff BGB. Der von dem Antragsteller geltend gemachte Zinsanspruch ist nur teilweise schlüssig. Laufender Unterhalt kann nicht  zu einem Temin in der Vergangenheit (30.06.2016) verzinst werden; der Mehrbedarf aus den Jahren 2012 bis 2014 ist kein laufender Unterhalt.

855

Die Kostenentscheidung beruht auf § 243 FamFG

856

Die Festsetzung des Verfahrenswerts beruht auf § 51 FamGKG:

857

Der geltend gemachte Rückstand für die Zeit von 11/09 bis 10/10 für die Antragstellerin zu 1.) beträgt 12 x 1.738,00 EUR; der höchste laufend geltend gemachte Unterhalt betrug monatlich 1.959,00 EUR.

858

Der geltend gemachte Rückstand für die Zeit von 11/09 bis 10/10 für die Antragsteller zu 2. und 3.) beträgt jeweils  12 x 522,00 EUR; der höchste laufend geltend gemachte Unterhalt betrug monatlich ebenfalls 522,00 EUR.

859

Der geltend gemachte Rückstand für die Zeit von 11/09 bis 10/10 für den Antragstellerin zu 4.) beträgt 12 x 519,00 EUR; der höchste laufend geltend gemachte Unterhalt betrug monatlich  630,00 EUR. Hinzu kommt der Jahreswert des Mehraufwandes in Höhe von monatlich 560,00 EUR.