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Amtsgericht Essen-Borbeck·12 F 236/14·11.02.2016

Kindes- und Trennungsunterhalt: Erwerbsobliegenheit nach Trennungsjahr und Darlehensabzug

ZivilrechtFamilienrechtTeilweise stattgegeben

KI-Zusammenfassung

Die getrenntlebende Ehefrau verlangte Kindes- und Trennungsunterhalt sowie Rückstände. Das Gericht berechnete die Leistungsfähigkeit des Ehemanns u.a. unter Berücksichtigung eheprägender Schulden, Wohnkosten und Mehrbedarfs (Kita-Essensgeld) und rechnete der Ehefrau nach Ablauf des Trennungsjahres fiktives Erwerbseinkommen zu. Rückstände und weitergehender Trennungsunterhalt wurden wegen Erfüllung bzw. fehlender Bedürftigkeit abgewiesen. Zugesprochen wurde lediglich Kindesunterhalt (teilweise aufgrund Anerkenntnis) in konkret bezifferter Höhe, u.a. für Nov./Dez. 2015 und ab Jan. 2016.

Ausgang: Kindesunterhalt wurde in Teilen (u.a. Nov./Dez. 2015 und ab Jan. 2016) zugesprochen, weitergehende Anträge auf Rückstände und Trennungsunterhalt abgewiesen.

Abstrakte Rechtssätze

1

Für die Bemessung von Kindes- und Trennungsunterhalt sind das unterhaltsrechtlich bereinigte Einkommen des Pflichtigen und die ehelichen Lebensverhältnisse maßgeblich; dabei können neben Erwerbseinkommen auch Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung zu berücksichtigen sein.

2

Einkünfte aus früherer selbstständiger Tätigkeit sind dem Unterhaltspflichtigen nicht allein wegen höherer Vergangenheitseinkünfte fiktiv zuzurechnen, wenn die Aufgabe der Tätigkeit aus nachvollziehbaren beruflichen Gründen erfolgt und keine treuwidrige Einkommensminderung feststellbar ist.

3

Eheprägende, während der Ehe eingegangene Verbindlichkeiten können bei der Einkommensbereinigung als abzugsfähige Belastungen berücksichtigt werden; der Ausgleich vermögensbildender Effekte kann dem Zugewinnausgleich vorbehalten bleiben.

4

Nach Ablauf des Trennungsjahres kann dem unterhaltsberechtigten Ehegatten bei zumutbarer Betreuungsorganisation eine Erwerbsobliegenheit treffen; bei fehlenden ausreichenden Erwerbsbemühungen ist ein fiktives Einkommen jedenfalls auf Mindestlohnbasis anrechenbar.

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Kosten eines regelmäßigen Kindesbedarfs außerhalb des Tabellenunterhalts (Mehrbedarf) sind gesondert zu berücksichtigen und grundsätzlich nach den verfügbaren Einkommensanteilen der Eltern zu quoteln.

Relevante Normen
§ 113 Abs. 2 FamfG iVm § 307 ZPO§ 1602 ff. BGB in Verbindung mit § 1612a Abs. 1 BGB§ 1361 Abs. 1 BGB§ 1581 BGB§ 243 Nr. 1 und Nr. 4 FamfG in Verbindung mit § 93 ZPO§ 116 Abs. 3 S. 2 FamfG

Tenor

Der Antragsgegner wird verpflichtet, an die Antragstellerin für das gemeinsame Kind P, geb. 00.00.00, für die Monate November und Dezember 2015 Kindesunterhalt in Höhe von 120 % des Mindestunterhalts der Düsseldorfer Tabelle zuzüglich eines Mehrbedarfs von 59,00 € und abzüglich anteiligen Kindergeldes in Höhe von 92,00 €, mithin in Höhe von jeweils 316,00 € zu zahlen.

Der Antragsgegner wird weiter verpflichtet, an die Antragstellerin für das gemeinsame Kind P, geb. 00.00.00, ab Januar 2016 Kindesunterhalt in Höhe von 120 % des Mindestunterhalts der Düsseldorfer Tabelle zuzüglich eines Mehrbedarfs von 59,00 € und abzüglich anteiligen Kindergeldes in Höhe von 95,00 €, mithin in Höhe von jeweils 387,00 € zu zahlen.

Im Übrigen werden die Anträge zurückgewiesen.

Die Kosten des Verfahrens trägt die Antragstellerin.

Die sofortige Wirksamkeit wird angeordnet.

Rubrum

1

12 F 236/14Erlassen am 12.02.2016durch Verlesen der BeschlussformelJustizobersekretärals Urkundsbeamter der Geschäftsstelle
Amtsgericht Essen-Borbeck Familiengericht Beschluss
2

In der Familiensache

3

der Frau B,

4

Antragstellerin,

5

Verfahrensbevollmächtigte:              Rechtsanwältin N

6

g e g e n

7

Herrn P,

8

Antragsgegner,

9

Verfahrensbevollmächtigte:              Rechtsanwälte M

10

hat das Amtsgericht - Familiengericht - Essen-Borbeckim schriftlichen Verfahren am 12.02.2016durch die Richterin beschlossen:

11

Der Antragsgegner wird verpflichtet, an die Antragstellerin für das gemeinsame Kind P, geb. 00.00.00, für die Monate November und Dezember 2015 Kindesunterhalt in Höhe von 120 % des Mindestunterhalts der Düsseldorfer Tabelle zuzüglich eines Mehrbedarfs von 59,00 € und abzüglich anteiligen Kindergeldes in Höhe von 92,00 €, mithin in Höhe von jeweils 316,00 € zu zahlen.

12

Der Antragsgegner wird weiter verpflichtet, an die Antragstellerin für das gemeinsame Kind P, geb. 00.00.00, ab Januar 2016 Kindesunterhalt in Höhe von 120 % des Mindestunterhalts der Düsseldorfer Tabelle zuzüglich eines Mehrbedarfs von 59,00 € und abzüglich anteiligen Kindergeldes in Höhe von 95,00 €, mithin in Höhe von jeweils 387,00 € zu zahlen.

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Im Übrigen werden die Anträge zurückgewiesen.

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Die Kosten des Verfahrens trägt die Antragstellerin.

15

Die sofortige Wirksamkeit wird angeordnet.

Gründe

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I.

18

Die Antragstellerin macht gegen den Antragsgegner rückständigen und laufenden Kindes- und Trennungsunterhalt geltend.

19

Die Beteiligten sind getrennt lebende Eheleute. Aus der Ehe ist die gemeinsame Tochter P, geboren am 00.00.00, hervorgegangen, die seit der Trennung bei der Antragstellerin lebt und von dieser betreut wird. Die Beteiligten lebten bis zur Trennung in einer gemeinsamen Wohnung, in der die Antragstellerin mit dem gemeinsamen Kind nach dem Auszug des Antragsgegners verblieb.

20

Die Antragstellerin verfügt über einen akademischen Abschluss als Master of Petroleum Geology, den sie in Abu Dhabi erlangt hat. Sie arbeitete bis 2009 in Abu Dhabi bei der größten Ölförderungsfirma in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Vor ca. vier Jahren kam sie nach Deutschland.

21

Nach dem Besuch zweier Sprachkurse im Jahr 2013 schloss sie den Integrationstest für Zuwanderer im Juli 2013 erfolgreich ab. Seit dem 01.10.2015 ist sie als unbezahlte Doktorandin an der Ruhruniversität Bochum beschäftigt.

22

Der Antragsgegner ist Arzt. Bis Juli 2014 war er teils abhängig, teils auf Honorarbasis tätig. Seit Juli 2014 ist der Antragsgegner ausschließlich abhängig beschäftigt im Rheumazentrum in Herne. Er führt dort seine Facharztausbildung im Bereich der Inneren Medizin zum Rheumatologen fort.

23

Der Antragsgegner zahlt seit der Trennung monatlich die Miete für die Wohnung, die die Antragstellerin mit der Tochter bewohnt, in Höhe von 735,00 € sowie Nebenkosten in Höhe von 141,00 € zweimonatlich.

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Bis einschließlich Juni 2014 zahlte der Antragsgegner zusätzlich 800,00 € in bar an die Antragsgegnerin. Im Juli 2014 zahlte er zusätzlich 700,00 €. Für August bis Oktober 2014 zahlte er jeweils 800,00 €, in November und Dezember 2014 500,00 €. Die Höhe der Zahlungen im Zeitraum Januar 2014 bis Mai 2015 ist zwischen den Beteiligten streitig. In der Zeit von Juni bis Oktober 2015 zahlte der Antragsgegner unstreitig unstreitig neben den Mietkosten weitere 500,00 €.

25

Zum Januar 2015 wechselte der Antragsgegner aus der Steuerklasse III in die Steuerklasse I.

26

Der Steuerbescheid für das Jahr 2013 vom 17.04.2015 ergab eine Nachzahlungsverpflichtung des Antragsgegners von 14.109,51 €.

27

Das gemeinsame Kind der Beteiligten wurde bis Juni 2015 täglich von 7:30 Uhr bis 14:00 Uhr in einer Kindertagesstätte betreut (entspricht 35 Stunden/Woche). Seit August 2015 wird es dort täglich von 7:30 Uhr bis 16:00 Uhr betreut (entspricht 45 Stunden/Woche).

28

Der Antragsgegner bedient monatliche Kredite bei der Targobank in Höhe von 290,00 € und bei der Commerzbank in Höhe von 380,33 € monatlich und in Höhe von 399,00 € zweimonatlich. Er hat eigene Wohnkosten in Höhe von 490,00 € zuzüglich Nebenkosten- und Stromkostenvorauszahlungen in Höhe von 120,00 € und 151,00 €. Für das Jahr 2012 erhielt er eine Nebenkostenabrechnung, die einen Nachzahlungsbetrag von insgesamt 973,30 € auswies. Zudem zahlt er monatlich einen Betrag von 300,00 € an die Ärzteversorgung Nordrhein zur Rückzahlung eines Rückstands von insgesamt 11.132,16 €.

29

Der Antragsteller erzielt monatliche Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung in Höhe von 460,00 €.

30

Die Antragstellerin forderte den Antragsgegner mit Schreiben vom 03.04.2014 auf, Auskunft über seine Einkünfte zu erteilen.

31

Die Antragstellerin behauptet, der Antragsgegner verfüge aus abhängiger Beschäftigung als Arzt sowie aus Honorararzttätigkeiten – unter Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen und der Steuerlast – über ein monatliches bereinigtes Nettoeinkommen von 6.244,45 €.

32

Der Antragsgegner habe lediglich im Hinblick auf die erfolgte Trennung und die Unterhaltsverpflichtung seine erfolgreiche und gewinnbringende Tätigkeit als Honorararzt eingestellt und somit sein Einkommen um 50 % reduziert. Sie ist der Ansicht, dies sei mutwillig. Es bestehe keine Notwendigkeit, die Facharztausbildung derzeit zu absolvieren.

33

Sie ist der Ansicht, sie habe einen Anspruch darauf, den gesamten Unterhaltsbetrag in bar zu erhalten und hiervon ihre Kosten zu decken, wobei sie sich für die Vergangenheit die geleisteten Zahlungen an den Vermieter ebenso wie die freiwilligen Barunterhaltszahlungen anrechnen lässt.

34

Sie behauptet, der Antragsgegner unterstütze seine Eltern in der Heimat mit 1.100,00 € monatlich.

35

Sie ist der Ansicht, die Raten, die der Antragsgegner auf die Darlehen bei der Commerzbank zahle, seien nicht abzugsfähig.

36

Sie behauptet, trotz erheblicher Bemühungen nicht über ausreichende Deutschkenntnisse zu verfügen, um in einem akademisch geprägten Berufsfeld in Deutschland Fuß fassen zu können. Sie behauptet weiter, mit ihren akademischen Abschlüssen in Deutschland nichts anfangen zu können. Ihr Tätigkeitsbereich setze zudem einen vollschichtigen Arbeitseinsatz voraus, den sie aufgrund der Betreuung der 5-jährigen Tochter nicht leisten könne. Die Aufnahme einer adäquaten und ihrer Ausbildung entsprechenden Tätigkeit sei ihr in Deutschland nicht möglich, aber auch nicht zumutbar.

37

Sie behauptet, der Antragsgegner habe ab Januar 2015 bis einschließlich Mai 2015 zusätzlich zu den Mietkosten für die von ihr bewohnte Wohnung 500,00 € an sie gezahlt.

38

Die Antragstellerin beantragt,

39

1. den Antragsgegner zu verpflichten, an sie für den Zeitraum April 2014 bis Juni 2014 einen Kindes- und Trennungsunterhaltsrückstand in Höhe von 4.437,00 € zu zahlen,

40

2. den Antragsgegner zu verpflichten, an sie ab Juli 2014 für das gemeinsame Kind P, geb. 00.00.00, einen monatlichen Kindesunterhalt in Höhe von 160 % der Düsseldorfer Unterhaltstabelle abzüglich des anteiligen staatlichen Kindergeldes in Höhe von derzeit 92,00 €, mithin monatlich 416,00 € zu zahlen,

41

3. den Antragsgegner zu verpflichten, an sie ab Juli 2014 einen monatlichen Trennungsunterhalt von 2.498,00 € zu zahlen.

42

Der Antragsgegner hat unter Verwahrung gegen die Kostenlast eine laufende Kindesunterhaltsverpflichtung ab Januar 2015 in Höhe von 100 % des Mindestbedarfs der Düsseldorfer Tabelle anerkannt und beantragt im Übrigen,

43

              das Unterhaltsbegehren zurückzuweisen.

44

Der Antragsgegner behauptet, seine Einkünfte aus nichtselbstständiger Tätigkeit beliefen sich monatliche auf 3.360,19 € aus nichtselbstständiger Tätigkeit.

45

Von der Kaltmiete der vermieteten Wohnung in Höhe von 460,00 € müssten die jährliche Grundsteuer von 227,69 €, die monatliche Finanzierungsrate bei der Commerzbank von 380,33 € sowie die Quartalszahlung von 399,00 € in Abzug gebracht werden, sodass ein Verlust aus Vermietung und Verpachtung bleibe.

46

Weiterhin müsste die Rate für den Kredit bei der Targobank von 290,00 € abgezogen werden.

47

Auch seine eigenen Wohnkosten von insgesamt 731,00 € (460,00 € + 120,00 € + 151,00 €) zuzüglich eines Betrages von 81,02 € für die anteilige Jahresnebenkostenabrechnung für 2012 müssten vollständig berücksichtigt werden.

48

Weiterhin habe er im Januar 2015 bei seiner in Abu Dhabi lebenden Schwester ein Darlehen in Höhe von 20.000,00 € zur Deckung seiner laufenden Kosten und zur Zahlung der Steuernachzahlung aus dem Jahr 2013 aufgenommen. Dieses Darlehen zahle er in monatlichen Raten von 500,00 € an diese zurück.

49

Auch müssten berufsbedingte Aufwendungen von 275,00 € monatlich sowie das für die Kindertagesstätte der gemeinsamen Tochter gezahlte Essensgeld von 59,00 € monatlich in Ansatz gebracht werden.

50

Hinsichtlich der von ihm angetretenen Facharztstelle behauptet der Antragsgegner, dass es sich dabei um eine einzigartige Möglichkeit handele, seine Facharztausbildung fortzuführen und zu Ende zu bringen.

51

Der Antragsgegner ist der Ansicht, der Antragstellerin sei ein Erwerbseinkommen von bereinigt 1.500,00 € ab April 2014 anzurechnen. Die Antragstellerin verfüge jedenfalls über ausreichende Englisch-Kenntnisse, was für ihr Berufsbild ausreichend sei. Sie verfüge über die Fähigkeit, in dem Fach Petroleum Geologie Lehrtätigkeiten auszuüben, was sie an der Universität Aachen auch bereits getan habe. Sie habe zudem bereits mehrere Deutschkurse besucht.

52

Er behauptet, seine Eltern zuletzt im Juli 2014 mit einem Betrag von 600,00 € unterstützt zu haben.

53

Der Antragsgegner behauptet, im Januar und Februar 2015 zusätzlich zu den Mietkosten der Antragstellerin an diese jeweils 600,00 €, im März 650,00 €, im April 600,00 € und im Mai 550,00 € gezahlt zu haben.

54

Insgesamt ist der Antragsgegner nach seiner Berechnung der Ansicht, dass nicht der Antragstellerin, sondern vielmehr ihm ein Unterhaltsanspruch in Höhe von 633,37 € zustehe.

55

Das Gericht hat die Beteiligten persönlich angehört. Insoweit wird auf das Sitzungsprotokoll vom 16.10.2015 verwiesen.

56

Im Übrigen wird vollumfänglich Bezug genommen auf die wechselseitigen Schriftsätze der Beteiligten nebst Anlagen.

57

II.

58

1.

59

Der Antragsgegner war aufgrund seines Anerkenntnisses vom 26.02.2015 gemäß § 113 Abs. 2 FamfG iVm § 307 ZPO zu verpflichten, an die Antragstellerin ab dem Monat Januar 2015 einen monatlichen Kindesunterhalt für das gemeinsame Kind in Höhe von 100 % des Mindestbedarfs der Düsseldorfer Tabelle zu zahlen.

60

2.

61

Im Übrigen ist die zulässige Klage teilweise begründet.

62

a) Rückständiger Kindes- und Trennungsunterhalt (Antrag 1)

63

Der Antragstellerin stehen gegen den Antragsgegner für die Zeit von April 2014 bis Juni 2014 keine rückständigen Kindes- und Trennungsunterhaltsansprüche gemäß § 1602 ff. BGB in Verbindung mit § 1612a Abs. 1 BGB bzw. gemäß § 1361 Abs. 1 BGB zu.

64

(1) April 2014

65

Maßgebend für den Unterhaltsbedarf des Kindes sowie die Leistungsfähigkeit des Antragsgegners ist dessen Einkommen. Auch der Bedarf der Klägerin richtet sich nach den ehelichen Lebensverhältnissen der Parteien, die insbesondere durch das Arbeitseinkommen des Antragsgegners geprägt worden sind.

66

Ausgehend von der Verdienstabrechnung des Monats Dezember 2014 (Bl. 192 d. A.) ergibt sich für das Jahr 2014 ein durchschnittliches Nettoeinkommen des Antragsgegners aus nichtselbstständiger Beschäftigung von monatlich 4.246,49 €.

67

Hinzuzurechnen ist ein monatlicher Betrag von 200,00 €, der sich aus den vom Antragsgegner an seine Eltern geleisteten Unterstützungszahlungen von insgesamt 2.400,00 € im Jahr 2014 ergibt. Der Antragsgegner hat auch nach dem Hinweis vom 16.10.2015 nicht dargelegt, aus welchem Grund seine Eltern vorrangig leistungsbedürftig gewesen sein sollen.

68

Weiterhin ist anzurechnen ein monatlicher Betrag von 460,00 € aus Vermietung und Verpachtung für die im Eigentum des Antragsgegners stehende und fremdvermietete Wohnung in Oelde.

69

Weitere Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit, insbesondere aus ärztlichen Tätigkeiten auf Honorararztbasis sind nicht zu berücksichtigen. Der Antragsgegner verfügt ab Juli 2014 lediglich über sein Einkommen aus abhängiger Beschäftigung als angestellter Arzt im Rheumazentrum in Herne. Da die Unterhaltsberechnung stets eine Prognose der Leistungsfähigkeit für die Zukunft darstellt und der Antragsgegner durch Vorlage seines Arbeitsvertrages dargelegt hat, sei Juli 2014 bis einschließlich Juni 2016 ausschließlich abhängig beschäftigt zu sein, sind frühere Honorararzttätigkeiten nicht anzurechnen.

70

Vergleichbare Einkünfte aus Honorararzttätigkeiten in der Vergangenheit sind dem Antragsgegner auch nicht fiktiv hinzuzurechnen. Es ist – wie auch schon im einstweiligen Anordnungsverfahren 12 F 82/14 festgestellt – nicht davon auszugehen, dass der Antragsgegner seine frühere Tätigkeit aufgegeben und die Beschäftigung im Rheumazentrum Herne aufgenommen hat, um damit bewusst eine Verringerung seiner Leistungsfähigkeit herbeizuführen. Wie auch die Antragstellerin im Laufe des Verfahrens eingeräumt hat, verfügt der Antragsgegner derzeit noch über keine abgeschlossene Facharztausbildung, die er im Rahmen seiner nunmehr eingegangen Beschäftigung als Internist mit Schwerpunkt Rheumatologie fortsetzen kann. Auch wenn der Zeitpunkt zur Fortsetzung dieser Weiterbildung aus Sicht der Antragstellerin ungünstig gewählt sein mag, ist dem Antragsgegner zuzubilligen, seine Facharztausbildung, die bei Medizinern nach der Grundausbildung üblich ist und keineswegs eine nicht erforderliche Zusatzqualifikation darstellt, zu beenden. Auch im Rahmen der bestehenden Ehe hätte die Antragstellerin damit rechnen müssen, dass der Antragsgegner sich hierzu entscheidet, um künftig eine gute Chance auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Eine Treuwidrigkeit des Antragsgegners ist jedenfalls nicht erkennbar.

71

Somit ergibt sich zunächst ein anrechenbares monatliches Nettoeinkommen von 4.906,49 €.

72

Hiervon als monatliche Belastungen abzuziehen sind zum einen die Kredite bei der Commerzbank, die der Antragsgegner – unstreitig – in Höhe von monatlich 380,00 € und zweimonatlich in Höhe von 399,00 € zur Finanzierung der (fremdvermieten) Eigentumswohnung bedient. Die geleisteten Zins- und Tilgungsraten sind vollständig in Abzug zu bringen, da es sich bei diesen Verbindlichkeiten um während der Ehezeit aufgenommene Verpflichtungen handelt, die – unabhängig davon, wer die Raten gezahlt und in wessen Eigentum der Gegenstand übergeht – auch schon während der Ehe dazu geführt haben, dass die entsprechenden Barmittel nicht zur Verfügung standen. Im Übrigen kann die Antragstellerin einen entsprechenden Ausgleich über den Zugewinnausgleich erreichen.

73

Auch bei dem Kredit bei der Targobank, den der Antragsgegner monatlich mit 290,00 € bedient, handelt es sich um ein eheprägendes und ehebedingtes Darlehen, welches während der Ehe dazu diente, verschiedene Haushaltsgegenstände anzuschaffen.

74

Der Rückstand bei der Ärzteversorgung NRW in Höhe von ehemals 11.132,16 €, den der Antragsgegner monatlich mit 300,00 € abzahlt, ist ebenfalls eine zu berücksichtigende Belastung. Die Rückzahlung dient letztlich gerade der Sicherung der weiteren Berufsausübung und stellt somit das Einkommen des Antragsgegners sicher.

75

Die vom Antragsgegner in Abzug gebrachten Fahrtkosten von monatlich 275,00 € können hingegen nicht abgezogen werden. Der Antragsgegner hat insoweit die übliche Kilometerpauschale für die veranschlagten 25km für die einfache Wegstrecke zu seiner Arbeitsstelle angesetzt, ohne dargelegt zu haben, diese Strecke überhaupt mit einem Pkw zurückzulegen. Vor dem Hintergrund, dass nach Ermittlung des Gerichts ein Monatsticket des öffentlichen Nahverkehrs für die betreffende Strecke mit ca. 175,00 € anzusetzen ist und dies darüber hinaus in etwa dem pauschalen Abzug von 5 % des Nettoeinkommens des Antragsgegners entspricht, ist vielmehr dieser Betrag in Ansatz zu bringen.

76

Auch die Grundsteuer in Höhe von 227,69 € pro Jahr für die fremdvermiete Wohnung kann der Antragsgegner nicht zum Abzug bringen, da es sich hierbei um umlagefähige Nebenkosten handelt, die der Antragsgegner seinen Mietern gegenüber geltend machen kann.

77

Der Betrag von 59,00 €, den der Antragsgegner als Essensgeld an die Kindertagesstätte zahlt, in der seine Tochter betreut wird, kann zwar nicht zur Verringerung seines Einkommens und damit seiner Leistungsfähigkeit, jedoch im Rahmen des Mehrbedarfs der Tochter berücksichtigt werden.

78

Die Wohnkosten des Antragsgegners, die mit 490,00 € zzgl. 120,00 € Neben- und 151,00 € Stromkosten monatlich veranschlagt werden sowie einer prognostizierten Betriebskostennachzahlung in Höhe von 81,03 € pro Monat sind lediglich insoweit als Belastung anzusetzen als diese Kosten den im Selbstbehalt des Antragsgegners für die Warmmiete berücksichtigten Betrag von 480,00 € übersteigen. Dies entspricht einem Betrag von 362,03 €.

79

Auf Seite der Antragstellerin ist Einkommen aus Beschäftigung im Monat April 2014 weder vorhanden noch fiktiv zu berücksichtigen. Eine Erwerbsobliegenheit ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht anzunehmen, da das Trennungsjahr noch nicht abgelaufen ist. Insoweit hat der Antragsgegner schlüssig und glaubhaft dargelegt, dass sich die Beteiligten im Mai 2013 getrennt haben. Auch die Antragstellerin ist dem nicht weiter entgegen getreten.

80

Die Antragstellerin muss sich jedoch einen Wohnwert in Höhe von 535,00 € anrechnen lassen. Dies stellt – nach Aussage der Antragstellerin und ohne qualifiziertes Bestreiten des Antragsgegners – den Betrag der Nettokaltmiete der von der Antragstellerin und der gemeinsamen Tochter bewohnten Wohnung dar. Die Antragstellerin hat insoweit schlüssig und glaubhaft erklärt, die Nettomiete betrage 535,00 €. Hinzu komme eine Pauschale für 200,00 €. Dem ist der Antragsgegner nicht weiter – bspw. durch Vorlage des Mietvertrages – entgegengetreten. Mangels entgegenstehendem Vortrag ist davon auszugehen, dass es sich hierbei auch um den angemessenen Wohnwert im Sinne der Rechtsprechung des OLG Hamm handelt (vgl. Leitlinien des OLG Hamm zum Unterhaltsrecht, Ziff. 5.2). Zu diesem Zeitpunkt war das Trennungsjahr noch nicht abgelaufen, sodass von einem endgültigen Scheitern der Ehe noch nicht auszugehen war.

81

Vor dem Hintergrund der zuvor Dargestellten stellt sich die Einkommens- bzw. Bedarfsberechnung wie folgt dar:

82

Frau B

83

Einkommen von Frau B               .              .              .              .              .              .              0,00 Euro

84

Naturaleinkommen (Wohnwert)               .              .              .              .              .              .              .              535,00 Euro

85

              ––––––––––––––––––

86

insgesamt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              535,00 Euro

87

Herr P

88

Einkommen von Herr P               4.906,49 Euro

89

davon aus Erwerbstätigkeit               4.246,49 Euro

90

berufsbedingte Aufwendg.               175,00 Euro

91

berufsbedingte Aufwendg.               .              .              .              .              .              .              .              -175,00 Euro

92

              ––––––––––––––––––

93

bleibt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              4.731,49 Euro

94

              ––––––––––––––––––

95

insgesamt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              4.731,49 Euro

96

Schulden, Belastungen

97

Zuästzliche Mietkosten               361,03 Euro

98

Kredit Targo Bank               .              .              .              290,00 Euro

99

Commerzbank               .              .              .              .              380,00 Euro

100

Commerzbank               .              .              .              .              .              99,75 Euro

101

Rückstand Ärzteversorgung               300,00 Euro

102

              ––––––––––––––

103

insgesamt:               .              .              .              .              .              1.430,78 Euro

104

Schulden, Belastungen               .              .              .              .              .              .              .              .              -1.430,78 Euro

105

              ––––––––––––––––––

106

unterhaltsrechtliches Einkommen               .              .              .              .              .              3.301,00 Euro

107

Kinder

108

P, 4 Jahre

109

P lebt bei Frau B.

110

Frau B erfüllt die Unterhaltspflicht durch Pflege und Erziehung.

111

Frau B erhält das Kindergeld von

112

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              184,00 Euro

113

sonstiger Mehrbedarf über DT hinaus               .              .              .              .              .              59,00 Euro

114

Berechnung des Kindesunterhalts

115

Unterhaltspflichten von Herr P

116

aus dem Einkommen von Herr P in Höhe von

117

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              3.301,00 Euro

118

ergibt sich

119

Kindesunterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle, Stand 13

120

Gruppe 6: 3101-3500, BKB: 1500

121

gegenüber P

122

Tabellenunterhalt DT 6/1               .              .              .              406,00 Euro

123

zuzüglich Mehrbedarf               .              .              .              .              59,00 Euro

124

              ––––––––––––––––––

125

Gesamtbedarf               .              .              .              .              .              .              465,00 Euro

126

abzüglich Kindergeld               .              .              .              .              -92,00 Euro

127

              ––––––––––––––––––

128

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              373,00 Euro

129

(nur von Herr P zu zahlen: 314,00 Euro)

130

Unterhaltspflichten von Frau B

131

gegenüber P

132

Frau B erfüllt die Unterhaltspflicht durch Pflege und Erziehung.

133

Mehrbedarf, für den der Betreuende neben dem Barunterhaltspflichtigen haftet:

134

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              59,00 Euro

135

Frau B ist zur Entlastung von Herr P nicht leistungsfähig.

136

Berechnung des Gatten/Partnerunterhalts

137

Verpflichtungen von Herr P

138

Einkommen von Herr P               3.301,00 Euro

139

prg. Kindesunterhalt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              -373,00 Euro

140

Erwerbtätigenbonus:  (3301. - 373.)*1/7               .              .              .              .              -418,00 Euro

141

              ––––––––––––––––––

142

Bonusbereinigtes Einkommen von Herr P

143

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              2.510,00 Euro

144

Voller Unterhalt von Frau B: (2510.+535.)/2-535.               988,00 Euro

145

Kontrolle nach § 1581 BGB

146

Verpflichtungen von Herr P

147

Summe der Einkommen insgesamt: 3301.+535.-373.               3.463,00 Euro

148

Unterhalt von Frau B nach Kontrollquote: 1732.-535. =

149

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.197,00 Euro

150

Der volle Unterhalt von Frau B in Höhe von 988,00 Euro unterschreitet die Kontrollquote und ist maßgebend.

151

Unterhalt von Frau B               .              .              .              .              .              .              .              988,00 Euro

152

Prüfung auf Leistungsfähigkeit

153

Herr P

154

Herr P bleibt

155

3301 - 373 - 988 =               .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.940,00 Euro

156

Das Resteinkommen unterschreitet nicht den Ehegattenselbstbehalt von

157

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.100,00 Euro

158

Verteilungsergebnis

159

Herr P               .              .              .              .              .              1.940,00 Euro

160

Frau B               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.615,00 Euro

161

davon Kindergeld               .              .              .              .              .              92,00 Euro

162

P               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              465,00 Euro

163

davon Kindergeld               .              .              .              .              .              92,00 Euro

164

              ––––––––––––––––––

165

insgesamt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              4.020,00 Euro

166

Zahlungspflichten

167

Herr P zahlt an

168

Frau B               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              988,00 Euro

169

P                .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              373,00 Euro

170

              ––––––––––––––––––

171

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.361,00 Euro

172

Da der Antragsgegner im Monat April 2014 insgesamt 1.605,50 € (735,00 € Miete + 70,50 € (= 141,00 € : 2) Stromkosten + 800,00 € Barunterhalt zu Händen der Antragstellerin gezahlt ist, hat er seine Unterhaltsverpflichtung für diesen Monat vollständig erfüllt.

173

(2) Mai und Juni 2014

174

Es gilt im Wesentlichen das unter Lit. a) (1) Dargestellte.

175

Änderungen in der Berechnung ergeben sich lediglich aus der mit diesem Monat eintretenden Erwerbsobliegenheit der Antragstellerin.

176

Das Trennungsjahr ist mit Ende des Monats April 2014 abgelaufen, sodass grundsätzlich keine Bedenken gegen eine mögliche Erwerbstätigkeit der Antragstellerin sprechen (vgl. Leitlinien des OLG Hamm zum Unterhaltsrecht, Ziff. 17.2). Die Antragstellerin verfügt – wie sie selbst vorträgt – über eine abgeschlossene akademische Hochschulausbildung ist Master of Petroleum Geology. Sie hat in diesem Beruf in ihrem Heimatland bereits anderthalb Jahre gearbeitet und somit auch Berufserfahrung. Entgegen der Auffassung der Antragstellerin ist weder davon auszugehen, dass sie aufgrund ihrer mangelnden Deutschkenntnisse in Deutschland nicht zumindest eine Anstellung finden würde, die ihr ein Einkommen zumindest im Bereich des Mindestlohns einbringen würde noch ist ihr eine solche Tätigkeit unzumutbar. Die Antragstellerin hat bereits im Jahr 2013 zwei Sprachkurse für die deutsche Sprache besucht und den Integrationstest mit beinahe der Höchstzahl an zu erreichenden Punkten absolviert. Die Tatsache, dass sie – nach eigenem Vortrag – bereits im Jahr 2014 die Möglichkeit gehabt hätte, als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Aachen zu arbeiten, was ihr jedoch lediglich aufgrund der Verweigerung des Antragsgegners nicht möglich gewesen sei, zeigt, dass sie durchaus auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt mit den vorhandenen Sprachkenntnissen gute Chancen hat. Von der ausreichenden Sprachkenntnis hat sich das Gericht auch in den mündlichen Verhandlungsterminen überzeugen können. Hier hat sich herausgestellt, dass die Antragstellerin in der Lage war, dem Gespräch zu folgen und – auch ohne vorherige Übersetzung des vorsorglich geladenen Dolmetschers – eigene Stellungnahmen – auch in deutscher Sprache – abzugeben. Eine geringer bezahlte Tätigkeit in einem ihr branchenfremden Bereich ist ihr auch nicht unzumutbar. Nach Ablauf des Trennungsjahres besteht grundsätzlich kein Anspruch des Unterhaltsberechtigten darauf, ausschließlich seiner Ausbildung entsprechend tätig zu sein. Die zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ausgeprägt bestehende Loyalitätsbeziehung der Ehegatten verlangt, dass auch der Unterhaltsberechtigte alles ihm Zumutbare tut, um eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Weshalb der Antragstellerin nicht zumutbar sein soll, beispielsweise einfache Verkäuferinnen- oder Aushilfstätigkeiten auszuüben ist nicht ersichtlich. Vielmehr wäre hierbei zu berücksichtigen, dass sie auch durch solche Tätigkeiten ihre Sprachkenntnisse ausbauen könnte. Die bisherigen Bewerbungsbemühungen der Antragstellerin – zwei Bewerbungen an Energieunternehmen – genügen auch nicht, um davon ausgehen zu können, dass sie alles Erdenkliche getan hätte, um eine Anstellung zu finden.

177

Aufgrund der von beiden Beteiligten gewählten Betreuungssituation der gemeinsamen Tochter, die bis Juli 2015 35 Stunden pro Woche, täglich von 7:30 Uhr bis 14:00 Uhr in einer Kindertagesstätte fremdbetreut wurde, wäre der Antragstellerin die Ausübung einer ¾ - Stelle auf Mindestlohnbasis möglich und zumutbar gewesen. Eine vollschichtige Erwerbstätigkeit scheidet aus, da sich der Antragsteller mit der gewählten Betreuung einverstanden erklärt hat.

178

Mit Ablauf des Trennungsjahres ist zwar grundsätzlich hinsichtlich der Antragstellerin der volle objektive Mietwert der von ihr weiterhin bewohnten Wohnung anzusetzen, dieser entspricht jedoch vorliegend dem bereits als angemessenen Wohnwert berücksichtigten Wert von 535,00 €. Es ist davon auszugehen, dass die von Antragstellerin behauptete Pauschale von 200,00 € sowie die Stromkosten von 141,00 € zweimonatlich Nebenkostenvorauszahlungen auf verbrauchsabhängige Betriebskosten darstellen, die den objektiven Mietwert nicht erhöhen (vgl. Leitlinien OLG Hamm, Ziff. 5.3).

179

Es ergibt sich das folgende fiktive Einkommen der Antragstellerin unter Berücksichtigung einer 30 Stunden-Woche und eines Abzugs von 5 % für berufsbedingte Aufwendungen:

180

Frau B

181

Berechnung des Einkommens von Frau B:

182

Name der Variante II: WEST1401.VUZ

183

              gültig in den alten Bundesländern und Berlin (West),

184

              erster Gültigkeitstag 01. 01. 2014

185

              allgemeine Lohnsteuer

186

              Monatstabelle

187

              Steuerjahr 2014

188

Bruttolohn:

189

Stundenlohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              8,50 Euro

190

Stundenzahl:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              129

191

(30*4,3 = 129)

192

insgesamt:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.096,50 Euro

193

              LSt-Klasse 2

194

Lohnsteuer:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              -2,16 Euro

195

Rentenversicherung (18,9 % / 2)               .              .              .              .              .              .              -103,62 Euro

196

Arbeitslosenversicherung (3,0 % / 2)               .              .              .              .              .              -16,45 Euro

197

Krankenversicherung: (14,6 % /2 + 0.9 %)               .              .              .              .              -89,91 Euro

198

Pflegeversicherung (AN-Anteil 1,025 %)               .              .              .              .              -11,24 Euro

199

              ––––––––––––––––––

200

Nettolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              873,12 Euro

201

Naturaleinkommen (Wohnwert)               .              .              .              .              .              .              .              535,00 Euro

202

              ––––––––––––––––––

203

insgesamt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.408,12 Euro

204

Daraus ergibt sich die folgende Unterhaltsberechnung:

205

Einkommen von Herr P               4.906,49 Euro

206

davon aus Erwerbstätigkeit               4.246,49 Euro

207

berufsbedingte Aufwendg.               175,00 Euro

208

berufsbedingte Aufwendg.               .              .              .              .              .              .              .              -175,00 Euro

209

              ––––––––––––––––––

210

bleibt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              4.731,49 Euro

211

              ––––––––––––––––––

212

insgesamt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              4.731,49 Euro

213

Schulden, Belastungen

214

Zuästzliche Mietkosten               361,03 Euro

215

Kredit Targo Bank               .              .              .              290,00 Euro

216

Commerzbank               .              .              .              .              380,00 Euro

217

Commerzbank               .              .              .              .              .              99,75 Euro

218

Rückstand Ärzteversorgung               300,00 Euro

219

              ––––––––––––––

220

insgesamt:               .              .              .              .              .              1.430,78 Euro

221

Schulden, Belastungen               .              .              .              .              .              .              .              .              -1.430,78 Euro

222

              ––––––––––––––––––

223

unterhaltsrechtliches Einkommen               .              .              .              .              .              3.301,00 Euro

224

Kinder

225

P, 4 Jahre

226

P lebt bei Frau B.

227

Frau B erfüllt die Unterhaltspflicht durch Pflege und Erziehung.

228

Frau B erhält das Kindergeld von

229

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              184,00 Euro

230

sonstiger Mehrbedarf über DT hinaus               .              .              .              .              .              59,00 Euro

231

Berechnung des Kindesunterhalts

232

Unterhaltspflichten von Herr P

233

aus dem Einkommen von Herr P in Höhe von

234

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              3.301,00 Euro

235

ergibt sich

236

Kindesunterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle, Stand 13

237

Gruppe 6: 3101-3500, BKB: 1500

238

gegenüber P

239

Tabellenunterhalt DT 6/1               .              .              .              406,00 Euro

240

zuzüglich Mehrbedarf               .              .              .              .              59,00 Euro

241

              ––––––––––––––––––

242

Gesamtbedarf               .              .              .              .              .              .              465,00 Euro

243

abzüglich Kindergeld               .              .              .              .              -92,00 Euro

244

              ––––––––––––––––––

245

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              373,00 Euro

246

(nur von Herr P zu zahlen: 314,00 Euro)

247

Unterhaltspflichten von Frau B

248

gegenüber P

249

Frau B erfüllt die Unterhaltspflicht durch Pflege und Erziehung.

250

Mehrbedarf, für den der Betreuende neben dem Barunterhaltspflichtigen haftet:

251

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              59,00 Euro

252

P

253

Mehrbedarf des Kindes

254

Frau B haftet mit für den Mehrbedarf von P.

255

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              59,00 Euro

256

Verfügbare Elterneinkommen

257

Bei Frau B verfügbar bis zum angemessenen Selbstbehalt:

258

Einkommen               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.408,00 Euro

259

abzüglich ang. Selbstbehalt               .              .              .              .              .              .              .              -1.200,00 Euro

260

              ––––––––––––––––––

261

bleibt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              208,00 Euro

262

Bei Herr P verfügbar bis zum angemessenen Selbstbehalt:

263

Einkommen               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              3.301,00 Euro

264

abzüglich ang. Selbstbehalt               .              .              .              .              .              .              .              -1.200,00 Euro

265

              ––––––––––––––––––

266

bleibt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              2.101,00 Euro

267

abzüglich gleichrangiger Kindesbedarf               .              .              .              .              -314,00 Euro

268

              ––––––––––––––––––

269

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.787,00 Euro

270

Entlastung

271

Haftungsanteil von Frau B:

272

59 * 208 / (208+1787)               .              .              .              .              .              .              .              .              .              6,00 Euro

273

anteilige Haftung für den Mehrbedarf:                .              .              .              .              .              6,00 Euro

274

Herr P zahlt an P nur noch 373 - 6 =

275

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              367,00 Euro

276

Berechnung des Gatten/Partnerunterhalts

277

Verpflichtungen von Herr P

278

Einkommen von Frau B               .              .              .              .              .              1.408,00 Euro

279

abz. eheprägender Kindesunterhalt               .              .              .              .              .              .              -6,00 Euro

280

Erwerbstätigenbonus: 873*1/7               .              .              .              .              .              .              -125,00 Euro

281

              ––––––––––––––––––

282

Bonusbereinigtes Einkommen von Frau B               1.277,00 Euro

283

Einkommen von Herr P               3.301,00 Euro

284

prg. Kindesunterhalt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              -367,00 Euro

285

Erwerbtätigenbonus:  (3301. - 367.)*1/7               .              .              .              .              -419,00 Euro

286

              ––––––––––––––––––

287

Bonusbereinigtes Einkommen von Herr P

288

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              2.515,00 Euro

289

Voller Unterhalt von Frau Ali Abdalla: (2515.+1277.)/2-1277.

290

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              619,00 Euro

291

Kontrolle nach § 1581 BGB

292

Verpflichtungen von Herr P

293

Summe der Einkommen insgesamt: 3301.+1402.-367.               4.336,00 Euro

294

Unterhalt von Frau B nach Kontrollquote: 2168.-1402. =

295

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              766,00 Euro

296

Der volle Unterhalt von Frau B in Höhe von 619,00 Euro unterschreitet die Kontrollquote und ist maßgebend.

297

Unterhalt von Frau B               .              .              .              .              .              .              .              619,00 Euro

298

Prüfung auf Leistungsfähigkeit

299

Herr P

300

Herr P bleibt

301

3301 - 373 + 6 - 619 =               .              .              .              .              .              .              .              .              2.315,00 Euro

302

Das Resteinkommen unterschreitet nicht den Ehegattenselbstbehalt von

303

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.100,00 Euro

304

Frau B

305

Frau B bleibt 1408 - 6 + 619 =               .              .              .              2.021,00 Euro

306

Das Resteinkommen unterschreitet nicht den notwendigen Selbstbehalt von

307

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.000,00 Euro

308

Verteilungsergebnis

309

Herr P               .              .              .              .              .              2.315,00 Euro

310

Frau B               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              2.113,00 Euro

311

davon Kindergeld               .              .              .              .              .              92,00 Euro

312

P               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              465,00 Euro

313

davon Kindergeld               .              .              .              .              .              92,00 Euro

314

              ––––––––––––––––––

315

insgesamt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              4.893,00 Euro

316

Zahlungspflichten

317

Herr P zahlt an

318

Frau B               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              619,00 Euro

319

P                .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              367,00 Euro

320

              ––––––––––––––––––

321

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              986,00 Euro

322

Auch für diesen Zeitraum hat der Antragsgegner monatlich 1.605,50 € gezahlt, sodass der Anspruch vollständig erfüllt ist.

323

b) Laufender Kindes- und Trennungsunterhalt ab Juli 2014 (Anträge 2 und 3)

324

(1) Für den Zeitraum von Juli 2014 bis Dezember 2014 ist der Antragsgegner nicht verpflichtet, weiteren Kindes- und/oder Trennungsunterhalt zu zahlen.

325

Es ergeben sich keine Abweichungen von der unter Lit. a) (2) angestellten Berechnung. Es verbleibt bei einem Kindesunterhaltsanspruch von 367,00 € und einem Trennungsunterhaltsanspruch von 619,00 €.

326

Aufgrund der geleisteten Zahlungen des Antragsgegners von insgesamt 1.505,50 € (735,00 € zzgl. 70,50 € auf Miete und Stromkosten sowie 700,00 € Barunterhalt) für Juli 2014, von jeweils 1.605,50 € (735,00 € zzgl. 70,50 € auf Miete und Stromkosten sowie 800,00 € Barunterhalt) für August, September und Oktober 2014 und jeweils 1.305,50 € (735,00 € zzgl. 70,50 € auf Miete und Stromkosten sowie 500,00 € Barunterhalt) für November und Dezember 2014 hat der Antragsgegner die Unterhaltsverpflichtungen vollständig erfüllt.

327

(2) Januar 2015 bis Juli 2015

328

Auch für diesen Zeitraum stehen der Antragstellerin keine weiteren Kindes- und/oder Trennungsunterhaltsansprüche zu.

329

Ab Januar 2015 ergeben sich folgende Änderungen hinsichtlich der anzusetzenden monatlichen Nettoeinkommen der Beteiligten:

330

Der Antragsgegner wechselt von Steuerklasse III in Steuerklasse I.

331

Darüber hinaus ist dem Antragsgegner kein weiteres Einkommen anzurechnen. Soweit die Antragstellerin geltend gemacht hat, dass der Antragsgegner im Jahr 2015 mehrere höherstellige Beträge zugeflossen sein, was sich aus den vorgelegten Kontoauszügen aus Mai 2015 ergebe (vgl. Bl. 208 ff. d. A.), konnte der Antragsgegner diesen Einwand schlüssig ausräumen. Er hat unter Vorlage von Kontoauszügen seines Kontos der Barclay-Card und der Sparkasse Essen sowie unter Vorlage der Verdienstabrechnungen nachvollziehbar erklärt, sein Gehalt auf das Konto der Barclay-Card ausgezahlt bekommen zu haben – was durch den Überweisungsadressat auf den Verdienstabrechnungen bestätigt wird (vgl. bspw. Bl. 260 d. A.) – und von diesem Konto sodann Barbeträge abhoben und auf das Konto bei der Sparkasse Essen eingezahlt zu haben. Die Kontoübersichten des Kontos bei der Barclay-Card lassen insoweit regelmäßige Abhebungen in Höhe von 500,00 € unter anderem in Filialen der Sparkasse Essen erkennen (Bl. 256 d. A.).

332

Ab dem Monat Januar 2015 ist auf Seiten des Antragsgegners weiter ein Betrag von monatlich 500 € abzuziehen, die der Antragsgegner monatlich auf das ihm von seiner Schwester im Januar 2015 gewährte Darlehen in Höhe von 20.000,00 € zurückzahlt. Der Abschluss des entsprechenden Darlehensvertrages vom 31.01.2015 ergibt sich zur Überzeugung des Gerichts aus der Vorlage der entsprechenden Kopie, Bl. 21 d. A. Das Darlehen ist dem Antragsgegner ausweislich des Überweisungsbelegs der Union National Bank Abu Dhbai (Bl. 22 d. A.) sowie des Überweisungsträgers der Sparkasse Essen vom 15.01.2015 (Bl. 168 d. A.) ausgezahlt worden. Er zahlt Raten in Höhe von 500,00 € bzw. in Höhe von 550,00 € zurück (vgl. Zahlungsbelege der ReiseBank, Bl. 111 ff. d. A.). Dem steht nicht entgegen, dass der Antragsgegner vorgetragen hat, den Kredit insbesondere zur Begleichung seiner Steuerschulden aus dem Jahr 2013 in Höhe von 14.109,51 € benötigt zu haben. Die zunächst begründete Unstimmigkeit, dass der Darlehensbetrag aus Januar 2015 datiere, der entsprechende Steuerbescheid jedoch erst am 17.04.2015 ergangen ist, konnte der Antragsgegner damit erklären, bereits im November 2014 aufgrund der Berechnung seines Steuerberaters gewusst zu haben, dass ihn eine höhere Nachzahlung treffen werde. An der Glaubhaftigkeit dieser Aussage bestehen keine Bedenken, zumal es plausibel

333

erscheint, dass der Antragsgegner, der im Jahr 2013 noch selbstständig tätig war, zur Abgabe seiner Steuererklärung einen Steuerberater beauftragt hat, der ihm dann aufgrund seiner Berechnung bereits eine Schätzung mitteilen konnte.

334

Der Abzug von 200,00 € monatlich, der auf den Unterstützungszahlungen des Antragstellers an seine Eltern in seiner Heimat beruhten, sind ab Januar 2015 nicht mehr zu berücksichtigen. Anzeichen dafür, dass der Antragsgegner auch weiterhin solche Zahlungen erbringt, sind nicht erkennbar.

335

Es ergeben sich somit – ausgehend von der Verdienstabrechnung des Monats Dezember 2014 – das folgende monatliche Nettoeinkommen des Antragsgegners:

336

Frau B

337

Berechnung des Einkommens von Frau B:

338

Name der Variante II: West_2015_01.VUZ

339

              gültig in den alten Bundesländern und Berlin (West),

340

              erster Gültigkeitstag 01. 01. 2015

341

              allgemeine Lohnsteuer

342

              Monatstabelle

343

              Steuerjahr 2015

344

Bruttolohn:

345

Stundenlohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              8,50 Euro

346

Stundenzahl:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              129

347

(30*4,3 = 129)

348

insgesamt:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.096,50 Euro

349

              LSt-Klasse 5

350

Zusatzbeitrag zu KV (%)               .              .              .              .              .              .              .              .              .              0,9

351

Lohnsteuer:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              -115,25 Euro

352

Solidaritätszuschlag               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              -6,33 Euro

353

Rentenversicherung (18,7 % / 2)               .              .              .              .              .              .              -102,52 Euro

354

Arbeitslosenversicherung (3,0 % / 2)               .              .              .              .              .              -16,45 Euro

355

Krankenversicherung: (14,6 % /2 + 0.9 %)               .              .              .              .              -89,91 Euro

356

Pflegeversicherung (AN-Anteil 1,175 %)               .              .              .              .              -12,88 Euro

357

              ––––––––––––––––––

358

Nettolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              753,16 Euro

359

berufsbedingte Aufwendg.               .              .              .              37,61 Euro

360

berufsbedingte Aufwendg.               .              .              .              .              .              .              .              .              -37,61 Euro

361

              ––––––––––––––––––

362

bleibt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              715,55 Euro

363

Naturaleinkommen (Wohnwert)               .              .              .              .              .              .              .              535,00 Euro

364

              ––––––––––––––––––

365

insgesamt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.250,55 Euro

366

Herr P

367

Berechnung des Einkommens von Herr P:

368

Name der Variante II: West_2015_01.VUZ

369

              gültig in den alten Bundesländern und Berlin (West),

370

              erster Gültigkeitstag 01. 01. 2015

371

              allgemeine Lohnsteuer

372

              Jahrestabelle

373

              Steuerjahr 2015

374

Bruttolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              67.459,99 Euro

375

              LSt-Klasse 1

376

              Kinderfreibeträge 0,5

377

Zusatzbeitrag zu KV (%)               .              .              .              .              .              .              .              .              .              0,9

378

Lohnsteuer:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              -16.182,00 Euro

379

Solidaritätszuschlag               .              .              .              .              .              .              .              .              .              -809,05 Euro

380

Rentenversicherung (18,7 % / 2)               .              .              .              .              .              .              -6.307,51 Euro

381

Arbeitslosenversicherung (3,0 % / 2)               .              .              .              .              -1.011,90 Euro

382

Krankenversicherung: (14,6 % /2 + 0.9 %)*49.500,00 Euro

383

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              -4.059,00 Euro

384

Pflegeversicherung (AN-Anteil 1,175 %)               .              .              .              -581,63 Euro

385

              ––––––––––––––––––

386

Nettolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              38.508,90 Euro

387

38508,9 / 12 =               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              3.209,08 Euro

388

Monatsbeträge

389

Vermietung/Verpachtung               .              .              .              .              .              .              .              .              460,00 Euro

390

davon aus Erwerbstätigkeit               3.209,08 Euro

391

berufsbedingte Aufwendg.               175,00 Euro

392

berufsbedingte Aufwendg.               .              .              .              .              .              .              .              -175,00 Euro

393

              ––––––––––––––––––

394

bleibt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              3.494,08 Euro

395

              ––––––––––––––––––

396

insgesamt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              3.494,08 Euro

397

Schulden, Belastungen

398

Zuästzliche Mietkosten               361,03 Euro

399

Kredit Targo Bank               .              .              .              290,00 Euro

400

Commerzbank               .              .              .              .              380,00 Euro

401

Commerzbank               .              .              .              .              .              99,75 Euro

402

Rückstand Ärzteversorgung               300,00 Euro

403

Kredit Schwester 20000,00 €               500,00 Euro

404

              ––––––––––––––

405

insgesamt:               .              .              .              .              .              1.930,78 Euro

406

Schulden, Belastungen               .              .              .              .              .              .              .              .              -1.930,78 Euro

407

              ––––––––––––––––––

408

unterhaltsrechtliches Einkommen               .              .              .              .              .              1.563,00 Euro

409

Kinder

410

P, 4 Jahre

411

P lebt bei Frau B.

412

Frau B erfüllt die Unterhaltspflicht durch Pflege und Erziehung.

413

Frau B erhält das Kindergeld von

414

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              184,00 Euro

415

sonstiger Mehrbedarf über DT hinaus               .              .              .              .              .              59,00 Euro

416

Berechnung des Kindesunterhalts

417

Unterhaltspflichten von Herr P

418

aus dem Einkommen von Herr P in Höhe von

419

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.563,00 Euro

420

ergibt sich

421

Kindesunterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle, Stand 15

422

Gruppe 2: 1501-1900, BKB: 1180, Abschlag/Zuschlag 1 > Gruppe 3: 1901-2300, BKB: 1280

423

gegenüber P

424

Tabellenunterhalt DT 3/1               .              .              .              349,00 Euro

425

zuzüglich Mehrbedarf               .              .              .              .              59,00 Euro

426

              ––––––––––––––––––

427

Gesamtbedarf               .              .              .              .              .              .              408,00 Euro

428

abzüglich Kindergeld               .              .              .              .              -92,00 Euro

429

              ––––––––––––––––––

430

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              316,00 Euro

431

(nur von Herr P zu zahlen: 257,00 Euro)

432

Unterhaltspflichten von Frau B

433

gegenüber P

434

Frau B erfüllt die Unterhaltspflicht durch Pflege und Erziehung.

435

Mehrbedarf, für den der Betreuende neben dem Barunterhaltspflichtigen haftet:

436

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              59,00 Euro

437

P

438

Mehrbedarf des Kindes

439

Frau B haftet mit für den Mehrbedarf von P.

440

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              59,00 Euro

441

Verfügbare Elterneinkommen

442

Frau B kann bei Wahrung des angemessenen Selbstbehalts nichts zur Deckung des Mehrbedarfs beitragen.

443

Bei Herr P verfügbar bis zum angemessenen Selbstbehalt:

444

Einkommen               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.563,00 Euro

445

abzüglich ang. Selbstbehalt               .              .              .              .              .              .              .              -1.300,00 Euro

446

              ––––––––––––––––––

447

bleibt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              263,00 Euro

448

Das ist weniger als der gleichrangige Kindesunterhalt von               316,00 Euro

449

Nach BGH FamRZ 2002, 815 ist zu quotieren:

450

59*263/316 =               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              49,00 Euro

451

(Auf gleichrangige Berechtigte entfallen 263-49 = 214,00 Euro)

452

Entlastung

453

Das den angemessenen Selbstbehalt übersteigende Einkommen der Eltern deckt den Mehrbedarf nur zum Teil.

454

ungedeckter Rest: 59 - 49 - 0 =               .              .              .              .              .              .              .              10,00 Euro

455

zusätzl. verfügbar bei Herr P nach notwendigem Selbstbehalt:

456

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              220,00 Euro

457

vorquotiert nach BGH FamRZ 2002,815 zu:                .              .              .              183,00 Euro

458

verfügbar bei Frau B nach notwendigem Selbstbehalt:

459

Einkommen               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.251,00 Euro

460

abzüglich notw. Selbstbehalt               .              .              .              .              .              .              .              -1.080,00 Euro

461

              ––––––––––––––––––

462

bleibt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              171,00 Euro

463

weiterer Haftungsanteil von Frau B:

464

10 * 171 / (171+183)               .              .              .              .              .              .              .              .              .              5,00 Euro

465

anteilige Haftung für den Mehrbedarf: 0 + 5 =                .              .              .              5,00 Euro

466

Wegen aufwändiger Betreuung haftet Frau B für den Mehrbedarf von P nur mit:

467

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              0,00 Euro

468

Herr P zahlt an P nur noch 316 - 0 =

469

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              316,00 Euro

470

Berechnung des Gatten/Partnerunterhalts

471

Voller Partnerunterhalt

472

Verpflichtungen von Herr P

473

Einkommen von Frau B               .              .              .              .              .              1.251,00 Euro

474

Erwerbstätigenbonus: 715*1/7               .              .              .              .              .              .              -102,00 Euro

475

              ––––––––––––––––––

476

Bonusbereinigtes Einkommen von Frau B               1.149,00 Euro

477

Einkommen von Herr P               1.563,00 Euro

478

prg. Kindesunterhalt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              -316,00 Euro

479

Erwerbtätigenbonus:  (1563. - 316.)*1/7               .              .              .              .              -178,00 Euro

480

              ––––––––––––––––––

481

Bonusbereinigtes Einkommen von Herr P

482

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.069,00 Euro

483

Kein Unterhaltsanspruch von Frau B:                0,00 Euro

484

Kontrolle nach § 1581 BGB

485

Verpflichtungen von Herr P

486

Summe der Einkommen insgesamt: 1563.+1251.-316.               2.498,00 Euro

487

Unterhalt von Frau B nach Kontrollquote: 1249.-1251. =

488

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              -2,00 Euro

489

Unterhalt von Frau B               .              .              .              .              .              .              .              -2,00 Euro

490

Herr P bleibt

491

Prüfung auf Leistungsfähigkeit

492

Herr P

493

Herr P bleibt                .              .              .              1.247,00 Euro

494

Das Resteinkommen unterschreitet nicht den notwendigen Selbstbehalt von

495

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.080,00 Euro

496

Verteilungsergebnis

497

Herr P               .              .              .              .              .              1.247,00 Euro

498

Frau B               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.343,00 Euro

499

davon Kindergeld               .              .              .              .              .              92,00 Euro

500

dazu im Jahr 2015 unberücksichtigtes Kindergeld

501

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              4,00 Euro

502

P               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              408,00 Euro

503

davon Kindergeld               .              .              .              .              .              92,00 Euro

504

              ––––––––––––––––––

505

insgesamt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              3.002,00 Euro

506

Zahlungspflichten

507

Herr P zahlt an

508

P                .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              316,00 Euro

509

Es war hinsichtlich des Kindesunterhaltsanspruchs durch Einstufung in eine höhere Gruppe der Düsseldorfer Tabelle vorzunehmen, da sich dies – da der Antragsgegner lediglich gegenüber einer Person unterverpflichtet ist – als angemessen darstellt.

510

Den bestehenden Kindesunterhaltsanspruch in Höhe von 300,00 € hat der Antragsgegner jedenfalls – auch nach Vortrag der Antragstellerin, wonach der Antragsgegner in diesen Monaten lediglich 500,00 € an Barunterhalt neben den Zahlungen auf die Miete gezahlt habe – erfüllt.

511

(3) August 2015 bis Dezember 2015

512

Im Ergebnis steht der Antragstellerin für die Monate November und Dezember 2015 ein Kindesunterhaltsanspruch in Höhe von 120 % des Mindestunterhalts der Düsseldorfer Tabelle zuzüglich eines Mehrbedarfs von 59,00 € und abzüglich anteiligen Kindergeldes in Höhe von 92,00 €, mithin in Höhe von jeweils 316,00 € zu.

513

Es verbleibt bei der unter Lit. b) (3) dargestellten Berechnung. Der Antragsgegner ist lediglich verpflichtet, Kindesunterhalt in Höhe von 316,00 € zu Händen der Antragstellerin zu zahlen.

514

Es wäre lediglich die ab diesem Zeitpunkt greifende vollschichtige Erwerbsobliegenheit der Antragstellerin zu berücksichtigen. Seit August 2015 wird die Tochter der Beteiligten 45 Stunde wöchentlich in der Kindertagesstätte fremdbetreut, sodass für die Antragstellerin die Möglichkeit bestanden hätte, in Vollzeit zu arbeiten. Dies wirkt sich jedoch vorliegend auf den ohnehin nicht bestehenden Trennungsunterhaltsanspruch nicht aus (vgl. o.).

515

Dem stünde auch die von der Antragstellerin ab Oktober 2015 aufgenommene unentgeltliche Tätigkeit als Doktorandin an der Universität Bochum nicht entgegen. Zum einen ist bereits fraglich, ob diese Tätigkeit als – der Facharztausbildung des Antragsgegners vergleichbare erforderliche Weiterbildung anzusehen ist. Zum anderen wäre die Antragstellerin jedenfalls verpflichtet gewesen, einer solchen Weiterbildung im Rahmen einer entgeltlichen Beschäftigung nachzugehen. Sie hat insofern nicht überzeugend vorgetragen, dass dies nicht möglich gewesen wäre.

516

Der Antragsgegner hat unstreitig für die Monate August bis Oktober 2015 jeweils 500,00 € Barunterhalt zu Händen der Antragstellerin gezahlt, der zunächst auf den Kindesunterhalt zu verrechnen ist, sodass für diese Monate der Unterhaltsanspruch vollständig erfüllt ist.

517

(4) ab Januar 2016

518

Der Antragstellerin steht ab Januar 2016 ein Kindesunterhaltsanspruch in Höhe von 120 % des Mindestunterhalts der Düsseldorfer Tabelle zuzüglich eines Mehrbedarfs von 59,00 € und abzüglich anteiligen Kindergeldes in Höhe von 95,00 €, mithin in Höhe von jeweils 387,00 € zu.

519

Änderungen gegenüber den zuvor getroffenen Feststellungen ergeben sich insbesondere aus der Berechnung des Antragsgegners aufgrund der Verdienstabrechnung für den Monat Oktober 2015 (Bl. 264) und der Tatsache, dass sich der Bedarf der gemeinsamen Tochter aufgrund ihres Alters ab Januar 2016 nach der zweiten Stufe der Düsseldorfer Tabelle richtet.

520

Es ergibt sich die folgende Berechnung:

521

Frau B

522

Bruttolohn:

523

Stundenlohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              8,50 Euro

524

Stundenzahl:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              172

525

(40*4,3 = 172)

526

insgesamt:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.462,00 Euro

527

              LSt-Klasse 2

528

Lohnsteuer:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              -59,91 Euro

529

Rentenversicherung (18,7 % / 2)               .              .              .              .              .              .              -136,70 Euro

530

Arbeitslosenversicherung (3,0 % / 2)               .              .              .              .              .              -21,93 Euro

531

Krankenversicherung: (14,6 % /2 + 0.9 %)               .              .              .              -119,88 Euro

532

Pflegeversicherung (AN-Anteil 1,175 %)               .              .              .              .              -17,18 Euro

533

              ––––––––––––––––––

534

Nettolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.106,40 Euro

535

abzüglich pauschaler berufsbedingter Aufwendungen               -55,32 Euro

536

Naturaleinkommen (Wohnwert)               .              .              .              .              .              .              .              535,00 Euro

537

              ––––––––––––––––––

538

insgesamt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.586,08 Euro

539

Herr P

540

Berechnung des Einkommens von Herr P:

541

Name der Variante II: WEST_2016_01.VUZ

542

              gültig in den alten Bundesländern und Berlin (West),

543

              erster Gültigkeitstag 01. 01. 2016

544

              allgemeine Lohnsteuer

545

              Jahrestabelle

546

              Steuerjahr 2016

547

Bruttolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              69.161,36 Euro

548

              LSt-Klasse 1

549

              Kinderfreibeträge 0,5

550

Zusatzbeitrag zu KV (%)               .              .              .              .              .              .              .              .              .              0,9

551

Lohnsteuer:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              -16.575,00 Euro

552

Solidaritätszuschlag               .              .              .              .              .              .              .              .              .              -827,91 Euro

553

Rentenversicherung (18,7 % / 2)               .              .              .              .              .              .              -6.466,59 Euro

554

Arbeitslosenversicherung (3,0 % / 2)               .              .              .              .              -1.037,42 Euro

555

Krankenversicherung: (14,6 % /2 + 0.9 %)*56.250,00 Euro

556

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              -4.612,50 Euro

557

Pflegeversicherung (AN-Anteil 1,175 %)               .              .              .              -660,94 Euro

558

              ––––––––––––––––––

559

Nettolohn:               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              38.981,00 Euro

560

38981 / 12 =               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              3.248,42 Euro

561

Monatsbeträge

562

Vermietung und Verpachtung               .              .              .              .              .              .              460,00 Euro

563

davon aus Erwerbstätigkeit               3.248,42 Euro

564

abzüglich pauschaler berufsbedingter Aufwendungen               -162,42 Euro

565

              ––––––––––––––––––

566

insgesamt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              3.546,00 Euro

567

Schulden, Belastungen

568

Zuästzliche Mietkosten               361,03 Euro

569

Kredit Targo Bank               .              .              .              290,00 Euro

570

Commerzbank               .              .              .              .              380,00 Euro

571

Commerzbank               .              .              .              .              .              99,75 Euro

572

Rückstand Ärzteversorgung               300,00 Euro

573

Kredit Schwester               .              .              .              .              500,00 Euro

574

              ––––––––––––––

575

insgesamt:               .              .              .              .              .              1.930,78 Euro

576

Schulden, Belastungen               .              .              .              .              .              .              .              .              -1.930,78 Euro

577

              ––––––––––––––––––

578

unterhaltsrechtliches Einkommen               .              .              .              .              .              1.615,22 Euro

579

Kinder

580

P, 6 Jahre

581

P lebt bei Frau B.

582

Frau B erfüllt die Unterhaltspflicht durch Pflege und Erziehung.

583

Frau B erhält das Kindergeld von

584

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              190,00 Euro

585

sonstiger Mehrbedarf über DT hinaus               .              .              .              .              .              59,00 Euro

586

Berechnung des Kindesunterhalts

587

Unterhaltspflichten von Herr P

588

aus dem Einkommen von Herr P in Höhe von

589

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.615,22 Euro

590

ergibt sich

591

Kindesunterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle, Stand 16

592

Gruppe 2: 1501-1900, BKB: 1180, Abschlag/Zuschlag 1 > Gruppe 3: 1901-2300, BKB: 1280

593

gegenüber P

594

Tabellenunterhalt DT 3/2               .              .              .              423,00 Euro

595

zuzüglich Mehrbedarf               .              .              .              .              59,00 Euro

596

              ––––––––––––––––––

597

Gesamtbedarf               .              .              .              .              .              .              482,00 Euro

598

abzüglich Kindergeld               .              .              .              .              -95,00 Euro

599

              ––––––––––––––––––

600

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              387,00 Euro

601

(nur von Herr P zu zahlen: 328,00 Euro)

602

Unterhaltspflichten von Frau B

603

gegenüber P

604

Frau B erfüllt die Unterhaltspflicht durch Pflege und Erziehung.

605

Mehrbedarf, für den der Betreuende neben dem Barunterhaltspflichtigen haftet:

606

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              59,00 Euro

607

P

608

Mehrbedarf des Kindes

609

Frau B haftet mit für den Mehrbedarf von P.

610

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              59,00 Euro

611

Verfügbare Elterneinkommen

612

Bei Frau B verfügbar bis zum angemessenen Selbstbehalt:

613

Einkommen               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.586,08 Euro

614

abzüglich ang. Selbstbehalt               .              .              .              .              .              .              .              -1.300,00 Euro

615

              ––––––––––––––––––

616

bleibt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              286,08 Euro

617

Bei Herr P verfügbar bis zum angemessenen Selbstbehalt:

618

Einkommen               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.615,22 Euro

619

abzüglich ang. Selbstbehalt               .              .              .              .              .              .              .              -1.300,00 Euro

620

              ––––––––––––––––––

621

bleibt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              315,22 Euro

622

Das ist weniger als der gleichrangige Kindesunterhalt von               387,00 Euro

623

Nach BGH FamRZ 2002, 815 ist zu quotieren:

624

59*315,22/387 =               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              48,06 Euro

625

(Auf gleichrangige Berechtigte entfallen 315,22-48,06 = 267,16 Euro)

626

Entlastung

627

Haftungsanteil von Frau B:

628

59 * 286,08 / (286,08+48,06)               .              .              .              .              .              .              .              50,51 Euro

629

anteilige Haftung für den Mehrbedarf:                .              .              .              .              .              50,51 Euro

630

Wegen aufwändiger Betreuung haftet Frau B für den Mehrbedarf von P nur mit:

631

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              0,00 Euro

632

Herr P zahlt an P nur noch 387 - 0 =

633

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              387,00 Euro

634

Berechnung des Gatten/Partnerunterhalts

635

Verpflichtungen von Herr P

636

Einkommen von Frau B               .              .              .              .              .              1.586,08 Euro

637

Erwerbstätigenbonus: 1051,08*1/7               .              .              .              .              .              -150,15 Euro

638

              ––––––––––––––––––

639

Bonusbereinigtes Einkommen von Frau B               1.435,93 Euro

640

Einkommen von Herr P               1.615,22 Euro

641

prg. Kindesunterhalt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              -387,00 Euro

642

Erwerbtätigenbonus:  (1615.22 - 387.)*1/7               .              .              .              -175,46 Euro

643

              ––––––––––––––––––

644

Bonusbereinigtes Einkommen von Herr P

645

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.052,76 Euro

646

Kein Unterhaltsanspruch von Frau B:                0,00 Euro

647

Kontrolle nach § 1581 BGB

648

Verpflichtungen von Herr P

649

Summe der Einkommen insgesamt: 1615.22+1586.08-387.               2.814,30 Euro

650

Unterhalt von Frau B nach Kontrollquote: 1407.15-1586.08 =

651

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              -178,93 Euro

652

Unterhalt von Frau B               .              .              .              .              .              .              -178,93 Euro

653

Herr P bleibt

654

Prüfung auf Leistungsfähigkeit

655

Herr P

656

Herr P bleibt                .              .              .              1.228,22 Euro

657

Das Resteinkommen unterschreitet nicht den notwendigen Selbstbehalt von

658

              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.080,00 Euro

659

Verteilungsergebnis

660

Herr P               .              .              .              .              .              1.228,00 Euro

661

Frau B               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              1.681,00 Euro

662

davon Kindergeld               .              .              .              .              .              95,00 Euro

663

P               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              482,00 Euro

664

davon Kindergeld               .              .              .              .              .              95,00 Euro

665

              ––––––––––––––––––

666

insgesamt               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              3.391,00 Euro

667

Zahlungspflichten

668

Herr P zahlt an

669

P               .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              .              387,00 Euro

670

Es war wiederum ein Zuschlag durch Einstufung in die nächsthöhere Gruppe, also in Gruppe 3, angemessen, da lediglich ein Unterhaltsberechtigter vorhanden ist.

671

Die Berechnung der Unterhaltsansprüche war – entgegen der Auffassung des Antragsgegners – nicht nach dem konkreten Bedarf der Antragstellerin vorzunehmen. Insoweit ist nach dem Vorgenannten nicht davon auszugehen, dass es sich bei wirtschaftlichen Verhältnissen des Antragsgegners um besonders günstige Verhältnisse im Sinne der Rechtsprechung handelt (vgl. Leitlinien des OLG Hamm zum Unterhaltsrecht, Stand 01.01.2016, Ziff. 15.3). Nach Darstellung der Antragstellerin verfügt der Antragsgegner über ein bereinigtes Nettoeinkommen von ca. 5.800,00 €, welches lediglich unerheblich über dem insoweit Maßgebenden Höchstsatz der Düsseldorfer Tabelle liegt.

672

Die Kostenentscheidung beruht auf § 243 Nr. 1 und Nr. 4 FamfG in Verbindung mit § 93 ZPO.

673

Die Entscheidung über die sofortige Wirksamkeit ergibt sich aus § 116 Abs. 3 S. 2 FamfG.

674

Der Verfahrenswert wird auf 39.405,00 € festgesetzt.

675

Rechtsbehelfsbelehrung:

676

Gegen diesen Beschluss ist das Rechtsmittel der Beschwerde gegeben, wenn der Wert des Beschwerdegegenstandes 600 Euro übersteigt oder wenn das Gericht des ersten Rechtszugs die Beschwerde zugelassen hat. Beschwerdeberechtigt ist derjenige, dessen Rechte durch den Beschluss beeinträchtigt sind. Die Beschwerde ist bei dem Amtsgericht - Familiengericht - Essen-Borbeck, Marktstr. 70, 45355 Essen-Borbeck schriftlich in deutscher Sprache durch einen Rechtsanwalt einzulegen.

677

Die Beschwerde muss spätestens innerhalb eines Monats nach der schriftlichen Bekanntgabe des Beschlusses bei dem Amtsgericht - Familiengericht - Essen-Borbeck eingegangen sein. Die Frist beginnt mit der schriftlichen Bekanntgabe des Beschlusses, spätestens mit Ablauf von fünf Monaten nach Erlass des Beschlusses. Fällt das Ende der Frist auf einen Sonntag, einen allgemeinen Feiertag oder Sonnabend, so endet die Frist mit Ablauf des nächsten Werktages.

678

Die Beschwerde muss die Bezeichnung des angefochtenen Beschlusses sowie die Erklärung enthalten, dass Beschwerde gegen diesen Beschluss eingelegt wird. Sie ist zu unterzeichnen.

679

Darüber hinaus muss der Beschwerdeführer einen bestimmten Sachantrag stellen und diesen begründen. Die Frist hierfür beträgt zwei Monate und beginnt mit der schriftlichen Bekanntgabe des Beschlusses, spätestens mit Ablauf von fünf Monaten nach Erlass des Beschlusses. Innerhalb dieser Frist müssen der Sachantrag sowie die Begründung unmittelbar bei dem Beschwerdegericht - Oberlandesgericht Hamm, Heßlerstr. 53, 59065 Hamm - eingegangen sein.

680

Dem Anwaltszwang unterliegen nicht Behörden und juristische Personen des öffentlichen Rechts einschließlich der von ihnen zur Erfüllung ihrer öffentlichen Aufgaben gebildeten Zusammenschlüsse sowie Beteiligte, die durch das Jugendamt als Beistand vertreten sind.

681

Gegen die Festsetzung des Verfahrenswertes ist die Beschwerde zulässig, wenn der Wert des Beschwerdegegenstands 200,00 Euro übersteigt oder sie das Familiengericht wegen der grundsätzlichen Bedeutung der zur Entscheidung stehenden Frage in dem Beschluss zugelassen hat.

682

Sie ist schriftlich bei dem Amtsgericht - Familiengericht - Essen-Borbeck, Marktstr. 70, 45355 Essen-Borbeck oder zu Protokoll der Geschäftsstelle eines jeden Amtsgerichts innerhalb von sechs Monaten einzulegen, nachdem die Entscheidung wegen des Hauptgegenstands Rechtskraft erlangt oder das Verfahren sich anderweitig erledigt hat.

683

Ist der Verfahrenswert später als einen Monat vor Ablauf dieser Frist festgesetzt worden, kann sie noch innerhalb eines Monats nach Zustellung oder formloser Mitteilung des Festsetzungsbeschlusses eingelegt werden.

684

Gegen die Festsetzung des Verfahrenswertes ist die Beschwerde zulässig, wenn der Wert des Beschwerdegegenstands 200,00 Euro übersteigt oder sie das Familiengericht wegen der grundsätzlichen Bedeutung der zur Entscheidung stehenden Frage in dem Beschluss zugelassen hat.

685

Sie ist schriftlich bei dem Amtsgericht - Familiengericht - Essen-Borbeck, Marktstr. 70, 45355 Essen-Borbeck oder zu Protokoll der Geschäftsstelle eines jeden Amtsgerichts innerhalb von sechs Monaten einzulegen, nachdem die Entscheidung wegen des Hauptgegenstands Rechtskraft erlangt oder das Verfahren sich anderweitig erledigt hat.

686

Ist der Verfahrenswert später als einen Monat vor Ablauf dieser Frist festgesetzt worden, kann sie noch innerhalb eines Monats nach Zustellung oder formloser Mitteilung des Festsetzungsbeschlusses eingelegt werden.

687

Richterin