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Amtsgericht Düsseldorf·50 C 7037/96·22.07.1996

Teilurteil: Erstattung von Kostenvoranschlagskosten nach Kfz-Unfall

ZivilrechtSchadensersatzrechtDeliktsrechtStattgegeben

KI-Zusammenfassung

Der Kläger forderte von der Beklagten zu 1) die Erstattung der Kosten eines Kostenvoranschlags nach einem Kfz-Unfall. Das Amtsgericht gab die Klage gegen Beklagte 1) als Teilurteil statt und verurteilte zur Zahlung von 115 DM nebst 4 % Zinsen ab 4.4.1996. Es erkannte Kostenvoranschläge als mit dem schädigenden Ereignis zusammenhängende Folgeschäden an. Bei Bagatellschäden bis etwa 1.000 DM steht die Schadensminderungspflicht einer Erstattungsfähigkeit eines Voranschlags bei unterbleibender Reparatur nicht zwingend entgegen.

Ausgang: Klage gegen Beklagte 1) auf Erstattung von Kostenvoranschlagskosten in Höhe von 115 DM nebst Zinsen stattgegeben

Abstrakte Rechtssätze

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Der Geschädigte kann im Rahmen der Dispositionsfreiheit nach § 249 Satz 2 BGB statt der Reparatur Ersatz der im Reparaturgewerbe entstehenden Kosten verlangen.

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Kosten eines Kostenvoranschlags sind als mit dem schädigenden Ereignis zusammenhängende Folgeschäden grundsätzlich erstattungsfähig.

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Bei sogenannten Bagatellschäden bis etwa 1.000 DM hindert die Schadensminderungspflicht üblicherweise die Hinzuziehung eines Sachverständigen; dies schließt jedoch nicht die Erstattungsfähigkeit der geringeren Kosten eines Kostenvoranschlags bei unterbleibender Reparatur aus.

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Zinsen auf den erstattungsfähigen Schadensersatzanspruch können sich aus §§ 288, 284 BGB ergeben.

Relevante Normen
§ 495a Abs. 2 ZPO§ 301 ZPO§ PflVG Abs. 1§ 7 Abs. 1 StVO§ 249 Satz 2 BGB§ 249 BGB

Tenor

hat das Amtsgericht Düsseldorf

ohne mündliche Verhandlung im schriftlichen

Verfahren am 23.7.1996

durch den Richter am Amtsgericht X

für R e c h t erkannt:

Die Beklagte zu 1) wird verurteilt, an den

Kläger 115,-- DM nebst 4 % Zinsen seit dem

4.4.1996 zu zahlen.

Die Kostenentscheidung bleibt der Schlußent-

scheidung vorbehalten.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Auf die Wiedergabe des Tatbestandes wird gemäß

§ 495 a Abs. 2 ZPO verzichtet.

Entscheidungsgründe

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Die gegen die Beklagte zu 1) gerichtete Klage ist begründet,

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so daß angesichts der bislang noch nicht möglichen

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Klagezustellung an die Beklagten zu 2) und 3) durch

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Teilurteil gemäß § 301 ZPO zu entscheiden war.

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Der Kläger kann von der Beklagten zu 1) gemäß §§ 3

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Abs. 1 PflVG, § 7 Abs. 1 StVO, 249 Satz 2 BGB Zahlung

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von 115,-- DM verlangen. Die allein in Streit stehenden

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Kosten für den Kostenvoranschlag sind dem Kläger ebenfalls

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zu ersetzen.

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Im Rahmen der dem Geschädigten zustehenden Dispositions-

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freiheit (§ 249 Satz 2 BGB) kann er auf eine Reparatur

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seines Kfz verzichten und die im Reparaturgewerbe

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entstehenden Kosten ersetzt verlagen (vergl. Palandt-

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Heinrichs, § 249 Rdn. 8 mwN). Die Schadensersatzpflicht

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erstreckt sich darüber hinaus auch auf mit dem schädigenden

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Ereignis zusammenhängenden Folgeschäden; darunter fallen

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vorliegend die Kosten des Kostenvoranschlages.

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Es ist allgemein anerkannt, daß in Kfz-Unfallsachen der

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Geschädigte einen Sachverständigen hinzuziehen darf und

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einen Ausgleich auf die insoweit entstehenden Kosten hat.

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Nur bei sogenannten Bagatellschäden bis etwa 1.000,-- DM

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verbietet die Schadensminderungspflicht die Hinzuziehung

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eines SachverständigenM üblicherweise wird dann auf

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Basis eines Kostenvoranschlages abgerechnet.

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Es ist kein durchgreifender Grund ersichtlich, die Erstattungs-

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fähigkeit der niedrigeren Kosten eines Voranschlages in

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Abrede zu stellen. Allein der Umstand, daß diese Kosten

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mit den Reparaturkosten verrechnet werden, wenn eine

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Reparatur durchgeführt wird, rechtfertigt es nicht,

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ihre Erstattungsfähigkeit auch zu verneinen, wenn

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eine Reparatur unterbleibt. Der Geschädigte würde in

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seiner eingangs erwähnten Dispositionsfreiheit un-

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zulässigerweise eingeschränkt werden, wenn er bei Ba-

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gatellschäden im Falle einer unterbleibenden Reparatur

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nur die Reparaturkosten ohne die zur Schadensfest-

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stellung notwendigen Kosten ersetzt verlangen könnte,

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während er bei Schäden oberhalb der Bagatellgrenze

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Ansprüche auf die Reparaturkosten und die bedeutend

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höheren Sachverständigenkosten hätte. Bei einer anderen

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Betrachtungsweise wäre der Geschädigte quasi entgegen

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§ 249 Satz 2 BGB zur Durchführung einer Reparatur ge-

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zwungen, um nicht beispielsweise im Falle des Weiterver-

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kaufs des unreparieerten Fahrzeuges unter Abzug der

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erforderlichen Reparaturkosten vom Kaufpreis auf den Kosten

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des Voranschlags "sitzen zu bleiben".

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Der Zinsanspruch ergibt sich aus §§ 288, 284 BGB.

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Die Kostenentscheidung bleibt der Schlußentscheidung

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vorbehalten. Die Entscheidung über die vorläufige Voll-

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streckbarkeit folgt aus §§ 708 Ziffer 11, 711, 713 ZPO.