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Amtsgericht Coesfeld·14 M 1169/13·23.03.2015

Erweiterung des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses: Dienstwagen als Naturalleistung (§850e Nr.3 ZPO)

VerfahrensrechtZwangsvollstreckungsrechtVollstreckungsrechtStattgegeben

KI-Zusammenfassung

Der Gläubiger beantragte die Erweiterung des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses, sodass der Sachbezug des Dienstwagens mit dem Arbeitseinkommen zusammengerechnet wird. Das Amtsgericht Coesfeld gab dem Antrag statt und setzte den Sachbezug mit 555,00 € monatlich an. Zur Ermittlung des pfändbaren Betrags ist der unpfändbare Grundbetrag vorrangig aus der Naturalleistung zu entnehmen.

Ausgang: Antrag des Gläubigers auf Einbeziehung des Dienstwagens als Naturalleistung in die Einkommenspfändung stattgegeben; Sachbezug mit 555,00 € monatlich festgesetzt.

Abstrakte Rechtssätze

1

Geld- und Naturalleistungen sind nach § 850e Nr. 3 S. 1 ZPO zusammenzurechnen, wenn der Schuldner neben Geldentgelt eine Naturalleistung erhält.

2

Bei der Zusammenrechnung von Geld- und Naturalleistungen ist der unpfändbare Grundbetrag in erster Linie aus der Naturalleistung zu entnehmen.

3

Zur Pfändungsberechnung kann der Sachbezug eines privat nutzbaren Dienstwagens als monatlich festzusetzender Wert in die Bemessung des Arbeitseinkommens einbezogen werden.

4

Die Erweiterung eines Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses kann auf Antrag des Gläubigers erfolgen, nachdem Schuldner und Drittschuldner angehört wurden.

Relevante Normen
§ 850e Nr. 3 ZPO§ 850e Nr. 3 S. 1 ZPO

Tenor

1 .) wird auf Antrag des Gläubigers vom 05.03.2015 der Pfändungs- und Überweisungsbeschluss des Amtsgerichts Coesfeld vom 29.11.2013 in Verbindung mit dem Beschluss vom 26.11.2014 dahingehend erweitert und angeordnet, dass ab Rechtskraft dieses Beschluss gem. § 850e Nr. 3 ZPO durch die Drittschuldnerin das Arbeitseinkommen und der Sachbezug des Schuldners (Naturalleistung in Form der unentgeltlichen Nutzung des Dienstwagens) in der Weise zusammenzurechnen sind, dass die Naturalleistung wertmäßig auf die dem Schuldner pfandfrei verbleibenden Teile des Arbeitseinkommens angerechnet wird.

Für den von der Drittschuldnerin dem Schuldner zur Nutzung überlassenen Dienstwagen wird die Sachleistung als Naturalleistung mit einem Wert von 555,00 € monatlich als zusätzlicher Teil des Arbeitseinkommens festgelegt.

Zur Ermittlung des pfändbaren Betrages wird die Naturalleistung mit dem Arbeitseikommen des Schuldners zusammengerechnet.

Der unpfändbare Grundbetrag ist in erster Linie der Naturalleistung zu entnehmen.

Bei der Berechnung des pfändbaren Teils des Arbeitseinkommens, bleibt die die Ehefrau des Schuldners, Frau G geb. A, weiterhin als unterhaltsberechtigte Person unberücksichtigt.

2.) Der Beschluss wird wirksam mit Eintritt der Rechtskraft.

Gründe:

Mit Antrag vom 05.03.2015 begehrt der Gläubiger, dass der Schuldner den Dienstwagen des Schuldners, welcher gem. Lohnbescheinigung in Höhe von 555,00 € als Naturalleistung vom Nettoverdienst in Abzug gebracht wird, mit dem daneben gewährten Arbeitsentgelt zusammenzurechnen ist.

Der Schuldner und die Drittschuldnerin wurden zum Antrag des Gläubigers gehört.

Die Drittschuldnerin beantragt, den Antrag des Gläubigers zurückzuweisen.

Bezieht der Schuldner Naturalleistungen, wie hier einen auch privat nutzbaren Dienstwagen, erspart der Schuldner Aufwendungen aus seinen unpfändbaren Einkünften. Deswegen wäre es unangemessen, den Sachbezug in Höhe von 555,00 € bei der Einkommenspfändung unberücksichtigt zu lassen. Geld- und Naturalleistung sind nach § 850e Nr. 3 S. 1 ZPO zusammenzurechnen, wenn der Schuldner neben seinem in Geld zahlbaren Einkommen auch eine Naturalleistung erhält, wobei der unpfändbare Betrag in erster Linie der Naturalleistung zu entnehmen ist.

Rechtsmittelbelehrung

Gegen diesen Beschluss ist die  sofortige  Beschwerde  statthaft.

Sie ist schriftlich in deutscher Sprache oder zur Niederschrift der Geschäftsstelle beim Amtsgericht Coesfeld, Friedrich-Ebert-Straße 6, 48653 Coesfeld oder dem Landgericht Münster -Beschwerdekammer-, Am Stadtgraben 10, 48143 Münster, einzulegen.

Die sofortige Beschwerde muss die Bezeichnung des angefochtenen Beschlusses sowie die Erklärung enthalten, dass die sofortige Beschwerde gegen diesen Beschluss eingelegt wird. Sie ist zu unterzeichnen und soll begründet werden.

Die sofortige Beschwerde muss spätestens innerhalb von zwei Wochen bei dem Amtsgericht Coesfeld oder dem Landgericht Münster eingegangen sein. Dies gilt auch dann, wenn die sofortige Beschwerde zur Niederschrift der Geschäftsstelle eines anderen Amtsgerichts abgegeben wurde. Die Frist beginnt mit der Zustellung des Beschlusses, spätestens mit Ablauf von fünf Monaten nach Erlass des Beschlusses.

Gründe

2

Mit Antrag vom 05.03.2015 begehrt der Gläubiger, dass der Schuldner den Dienstwagen des Schuldners, welcher gem. Lohnbescheinigung in Höhe von 555,00 € als Naturalleistung vom Nettoverdienst in Abzug gebracht wird, mit dem daneben gewährten Arbeitsentgelt zusammenzurechnen ist.

3

Der Schuldner und die Drittschuldnerin wurden zum Antrag des Gläubigers gehört.

4

Die Drittschuldnerin beantragt, den Antrag des Gläubigers zurückzuweisen.

5

Bezieht der Schuldner Naturalleistungen, wie hier einen auch privat nutzbaren Dienstwagen, erspart der Schuldner Aufwendungen aus seinen unpfändbaren Einkünften. Deswegen wäre es unangemessen, den Sachbezug in Höhe von 555,00 € bei der Einkommenspfändung unberücksichtigt zu lassen. Geld- und Naturalleistung sind nach § 850e Nr. 3 S. 1 ZPO zusammenzurechnen, wenn der Schuldner neben seinem in Geld zahlbaren Einkommen auch eine Naturalleistung erhält, wobei der unpfändbare Betrag in erster Linie der Naturalleistung zu entnehmen ist.

Rechtsmittelbelehrung

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Gegen diesen Beschluss ist die  sofortige  Beschwerde  statthaft.

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Sie ist schriftlich in deutscher Sprache oder zur Niederschrift der Geschäftsstelle beim Amtsgericht Coesfeld, Friedrich-Ebert-Straße 6, 48653 Coesfeld oder dem Landgericht Münster -Beschwerdekammer-, Am Stadtgraben 10, 48143 Münster, einzulegen.

9

Die sofortige Beschwerde muss die Bezeichnung des angefochtenen Beschlusses sowie die Erklärung enthalten, dass die sofortige Beschwerde gegen diesen Beschluss eingelegt wird. Sie ist zu unterzeichnen und soll begründet werden.

10

Die sofortige Beschwerde muss spätestens innerhalb von zwei Wochen bei dem Amtsgericht Coesfeld oder dem Landgericht Münster eingegangen sein. Dies gilt auch dann, wenn die sofortige Beschwerde zur Niederschrift der Geschäftsstelle eines anderen Amtsgerichts abgegeben wurde. Die Frist beginnt mit der Zustellung des Beschlusses, spätestens mit Ablauf von fünf Monaten nach Erlass des Beschlusses.

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Coesfeld, 24.03.2015

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Unterschrift